Vattenfall lud zur Gesprächsrunde

Vor einiger Zeit bekam ich Post von einem Marktforschungsunternehmen, die mich einluden an einer von Vattenfall beauftragten Marktstudie zum Thema „Elektromobilität“ teilzunehmen. Ich hatte zwar nie an einem Modellprojekt von Vattenfall („Mini-E“) teilgenommen, hatte jedoch einige Zeit lang eine Chipkarte für die Vattenfall-Ladesäulen in Berlin, daher hatten die meine Adresse.

BMW Mini E

BMWs Mini-E

Gestern Abend war es dann soweit. In bester Citylage, gegenüber vom alterwürdigen KaDeWe (ich war schon ewig nicht mehr drin…), hat das Unternehmen seinen Sitz. Ziemlich genau um 20 Uhr gings los. Netter Raum, Mikrophone an der Decke, eine Kamera und eine große verspiegelte Wand, hinter der Vattenfall-Mitarbeiter der Gesprächsrunde lauschten.

Geleitet wurde die Runde von einer etwas hektischen Dame, die angeblich nichts von Elektromobilität wusste, was ich ihr aber nicht abgenommen habe. Nach einer Vorstellungsrunde sollten ging es dann um die üblichen Themen:

  • Wie kamen die TN mit der Reichweite zurecht?
  • Welche Anforderungen stellen die Nutzer an die Lädesäulen, insb. die Laternenparker.
  • Was wäre man bereit, für die Nutzung von Schnell-Ladestationen zu zahlen?
  • Wie sollte überhaupt abgerechnet werden (nach Zeit oder Verbrauch)?
  • usw…

Schnell wurden die unterschiedlichen Ansichten der TN deutlich. Die einen setzen auf gesteuertes Laden, anderen wollen max. 3-5 Minuten auf die Vollladung warten, wieder andere wären nicht bereit, fürs Schnellladen mehr zu bezahlen.

Das Elektromobilität etwas mehr ist, als den Tank gegen einen Akku zu tauschen, war nicht allen klar. Interessant war auch, das nur einer z.B. die Lademöglichkeiten des Drehstromnetzes und das LEMNET kannte.

Einig waren wir uns, dass es wirklich EINE Datenbank mit Ladestationen geben sollte. Wer will schon 5-6 Apps auf dem iPhone, nur um die nächste Ladestelle zu finden. Ärgerlich auch, wenn z.B. einige Stadtwerke Lademöglichkeiten haben, diese aber nirgends veröffentlichen (Beispiel: Stadtwerke Greifswald).

Spannend waren auch die Ansprüche an das zukünftige Laden: möglichst alle Infos sollen auf´s Smartphone, z.B. Ladestand, verfügbare Reichweite usw. Ja, alles wünschenswert, aber mal ehrlich: wer hat schon ein Auto, das sich meldet, wenn im Winter die Starterbatterie den Geist aufgibt? Man kann alles immer noch besser (und teurer…und störanfälliger) machen. Solange es kaum Fahrzeuge gibt, die man tatsächlich kaufen kann (insb. von dt. „Premium“-Herstellern), muss man sich darüber wenig Gedanken machen. Und ob die den Einstieg in die Elektromobilität wirklich ernsthaft wollen, darf bezweifelt werden. Andere sind da weiter.

Ich wünsche mir:

  1. eine (!) Chipkarte, mit der ich an jeder (!) Ladesäule in Europa laden kann und die Abrechnung von meinem (!) Stromanbieter kommt (Roaming).
  2. einen einheitlichen Stecker
  3. Kabel an den Ladesäulen (wer fährt schon seinen Benzinschlauch durch die Gegend ?)
  4. nicht zugeparkte Ladeplätze
  5. viel mehr Lademöglichkeiten im Umland

Julian

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s