Kinder-Uni in Berlin-Lichtenberg: Wir tanken an der Steckdose (und das ist auch gut so!)

Lange nichts mehr geschrieben…gestern kam überraschend die Einladung, an der Kinder-Uni in Berlin-Lichtenberg teilzunehmen. Da gibt es heute eine Vorlesung mit dem Titel „Wir tanken an der Steckdose“ (ab 10 Uhr 30). Im Anschluss werden Elektrofahrzeuge präsentiert und Probefahrten angeboten. Neben anderen (BSM e.V. und Lautlos durch Deutschland) sind auch wir dabei.

Update von gestern…hm, was war denn das, Hr. Prof. Lindemann ???

Es fing ja alles prima an: schönes Hörsaal, sehr gut gefüllt, viele Kinder, gutes Wetter, toll!

Für uns Elektropiloten stand ein wenig vertrauenserweckender Stromverteiler zur Verfügung, auf den wir gerne verzichtet haben und unsere eigenen Verteiler anschlossen. Immerhin war ein 3*32A-Kraftstromanschluss vorhanden. Nach dem Eintreffen wurden unsere Fahrzeuge erstmal angeschlossen, vor Ort waren dann letztlich: Stromos (Siemens) von Germa eCars; Opel Ampera (privat); Mia electrique (Lautlos durch Deutschland – kam bei den Kids super gut an!); Peugeot iOn (privat); Tesla Roadster (privat, wie immer: der Hingucker); eTrabbi (privat, präsentiert wurde ein Umbausatz auf Elektroantrieb) und ein TWIKE (privat) sowie zwei Pedelecs und ein eMax-Roller (privat). Damit waren wir gut gerüstet und gingen dann zu Vorlesung, die bereits seit einigen Minuten im Gang war.

Prof. Lindemann hatte die Kids schnell für die Elektromobilität begeistert: warum uns das Öl ausgeht, wie ein Elektromotor funktioniert usw. Alles prima, viele Zwischenfragen. Doch dann: warum fahrt ihr noch einen Verbrenner? Klar: das Elektroauto ist zu teuer (der Verbrenner erst recht!), sind alles Prototypen (komisch, meinen iOn konnte ich ganz normal kaufen), die Batterie ist sauschwer (Verbrennungsmotor, Getriebe und Zubehör aber auch…), man kommt nicht weit (wie weit soll es denn sein?), die Batterie ist giftig (die Ölindustrie erst recht), der Strom kommt aus dem Kohlekraftwerk (und das Benzin wächst an der Tankstelle) und man muss 8 Stunden warten, bis man weiterfahren kann (mit der Schnellladung dauert es keine 60 Minuten!).

Jetzt regte sich langsam Unmut! Was will uns der Mann sagen: geht alles doch nicht? Ist er nun für oder gegen Elektromobilität? Hat er etwa die Entwicklungen der letzten Jahre nicht mitbekommen? Dann der Zwischenruf eines Kindes: Aber Sie warten doch auch nicht darauf, dass Ihr Handy geladen ist! Hört, hört! Das brachte den Professor durcheinander. Hat er ggf. jetzt erst bemerkt, dass ein Auto viele Stunden am Tag rumsteht und genug Zeit zum Laden hat? Möglicherweise fährt er gar kein Elektroauto und hat keine Erfahrungen…

Nun gut, nach dem Ende der Vorlesung gab es dann viele, viele Rundfahrten mit den Kids und viele interessierte Eltern. Der Professor wurde „aufgeklärt“, er war wohl nicht auf dem aktuellen Stand der Dinge.

Merke also: erst informieren, dann vorlesen. Dennoch vielen Dank an die Kinder-Uni Lichtenberg für die insgesamt gelungene Veranstaltung.

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