Bioenergie-Tag in Trebbin, 21.11.2012

Gestern hatte ich die Möglichkeit, an der Konferenz zur Bioenergieregion-Ludwigsfelde-Plus+ (ja, die Schreibweise ist korrekt) teilzunehmen. Nach der kurzen Anreise nach Trebbin / OT Klein Schulzendorf (elektrisch natürlich…) konnten die Teilnehmer zuerst die Biogasanlage der agt bio energy besichtigen, die sich derzeit im Umbau befindet. Bislang wurde vor Ort das anfallende Biogas ausschließlich in zwei BHKW-Motoren à 500 kW verstromt, der größte Teil der Wärme wurde in die Umwelt entlassen, nur ein kleiner Teil wurde für die Anlage selbst verwendet. Da dies natürlich nicht Sinn der Sache ist und keine großen Wärmeabnehmer gefunden werden konnten (wie z.B. im energieautarken Dorf Feldheim – dort wurde ein separates Wärmenetz verlegt), wurde die Entscheidung getroffen, das anfallende Biogas aufzubereiten und zum größten Teil ins Erdgasverbundnetz einzuspeisen. Dazu muss das CO2 aus dem Biogas entfernt werden (wird in die Umwelt entlassen, ist aber nicht klima-belastetend, da von den Pflanzen vorher aufgenommen) und das verbleibende CH4 (Methan) noch aufbereitet werden (trocknen, entschwefeln). Nachdem Erdgas-Qualität hergestellt wird, kann das Gas dann engespeist werden. Derzeitiger Abnehmer ist die EnBW, die damit alte Pflanzenöl-BHKW befeuert. Hm, Biogas aus Brandenburg für Süddeutschland? Für die hiesige Nutzung, braucht es erst Abnehmer und die gab es noch nicht. Die Anlage ist seit wenigen Tagen in Betrieb, fährt jedoch noch nicht auf Volllast. Hier ein paar Impressionen:

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In der anschließenden Vortragsreihe wurde u.a. die Bedeutung der Bioenergie in Deutschland im Rahmen der Energiewende herausgestellt. Rund 2/3 der gesamten Energie aus erneuerbaren Quellen stammt aus Bioenergie in seinen vielen Formen. 2 Mio. ha tragen dazu in Deutschland bei, die Anbaufläche/Nutzfläche muss auf 4 Mio. ha vergrößert werden, dabei wird sehr darauf geachtet, keine Konkurrenz zu Lebensmittel zu erzeugen. Im Verbund mit Wind-, Wasser- und Solarenergie deutet sich da der Energiemix der Zukunft an.

Besonders spannend: Die zukünftige Nutzung des anfallenden CO2! Aus CO2 und Wasserstoff lässt sich Methan und Wasser bilden, stammt der Wasserstoff aus erneuerbarer Energie, kann man damit Strom perfekt speichern! Dahin wird es aber noch ein langer Weg sein, auch sind die Prozessverluste (noch) sehr hoch, daher kommt derzeit nur „Überschuss-Strom“ dafür in Frage. In Brandenburg werden aber derzeit kaum Windenergie- oder Solarenergieanlagen abgeregelt, in anderen Gebieten (Norddeutschland) jedoch öfters.

Spannend, lehrreich, macht Lust auf Zukunft!

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