eWinter

Auch gestern erneut, trotz massiv gestiegener Temperaturen („nur“ noch um die -4 Grad) keinerlei Probleme bei allen eFahrten. Akkus und Auto rollen problemlos durch den Schneematsch, was natürlich einen höheren Verbrauch nach sich zieht. Insg. sinkt die Reichweite beim iOn mit Winterreifen, stromzehrenden Straßenzuständen (Matsch, Schnee) und kältebedingt um ca. 25%, mit Heizung um die 40%. Dies bedeutet immer noch 70-90 km sichere Reichweite auch bei unter -10 Grad.

Interessant: Gestern musste ich mit dem alten Opel Zafira eine Tour zur Arbeit fahren (die Rückfahrt erfolgt mit den Pedelec, das ich im Kofferraum mitgenommen hatte…war also eine Hybridtour). Auf den 11 km wurde es im Wagen kaum warm, die Kühlwassertemperaturanzeige kletterte auf der gesamten Fahrt nicht über die erste Markierung. Erst ca. 2 km vor dem Ziel wurde es wirklich spürbar warm im Auto. Dafür war es vorher eher kalt und unangenehm. Im iOn hätte ich es bereits nach 2-3 Minuten ausreichend warm und auch völlig freie Scheiben gehabt.

Ob auf der kurzen Fahrt die Starterbatterie nicht stärker entladen als geladen wurde, kann ich auch nicht sagen. Besser von Hand schnellstmöglich nachladen. Auch dieses Problem gibt es beim Elektroauto nicht, da die 12-Bord-Batterie nicht zum stromzehrenden Anlassen gebraucht wird und bei jedem Ladevorgang und auch während der Fahrt durch die Hochvoltbatterie nachgeladen wird.

… und Verbrennern wird bei -13°C geholfen (ganz ohne Akkuheizung und mit „alter“ Technik)

Zusätzlich zu den aktuellen Berichten über die Alltagstauglichkeit neuzeitlicher eAutos will ich natürlich nicht versäumen, einen Selbstversuch mit Technik der 90er Jahre (Citroen Saxo Electrique, serienmässig mit SAFT NiCd. Akkumulatoren ausgerüstet) beizusteuern.

SAMSUNGMontag früh muss ich zum Antritt einer Dienstreise zum Flughafen, Dienstag abends dann wieder zurück, macht 45 km.  Da ich ungern Flüge verpasse (Apollo 13-Motto: „failure is not an option !“), setzte ich für heute früh bei -13°C eine Probefahrt an. Das Auto wurde über Nacht draußen geparkt um nur ja keinen Verdacht der Begünstigung aufkommen zu lassen.

Als ich aus der Einfahrt auf die Strasse rolle, sehe ich schon den ersten Benziner-Fahrer mit sorgenvollem Blick an der geöffneten Motorhaube stehen. Die Starterbatterie des 5 Jahre alten Fahrzeugs hat den letzten Winter gerade so überlebt, diesen Winter ist jetzt offenbar Schluss. Natürlich biete ich meine (Start-) Hilfe an, nachdem ich im Kopf kurz durchgerechnet habe, was mich das „kostet“: Anlasserstrom ca. 300 A, schlimmstenfalls für 10 Sekunden, das ergibt mit allen Umwandlungsverlusten in meinem Saxo eingerechnet gerade mal knapp über 1,5 Ah, also vielleicht 2% der mir bei diesen Temperaturen vermutlich zur Verfügung stehenden Akku-Kapazität –> da kann ich mich einer karitativen Stromspende doch nicht entziehen !

🙂

Gesagt, getan. Und wieder war einer bekehrt, der im Sommer „Na, warte mal auf den Winter, das möchte ich dann sehen“ zu unken pflegte.

Dann ging es los zur Probefahrt. Keine besonderen Vorkommnisse, anfangs war die elektrische Pumpe der Servolenkung etwas lauter als sonst (und höher im Stromverbrauch,  nehme ich an), als die Hydraulikflüssigkeit der Servolenkung auf Temperatur war, hatte sich das gegeben. Verbrauch insgesamt höher, dass muss man zugeben, aber nicht dramatisch.

Spannungslage der Akkus ist etwas geringer als im Sommer (z.B. 122 V bei 50% Anzeige statt 126 V), also erwarte ich eine insgesamt eingeschränkte Reichweite, die es mir allerdings in meinem Alltag immer noch erlaubt, alle Fahrten durchzuführen.

viele Grüsse aus Teltow, Christian

Verbrenner bleiben liegen: Minus 12 Grad sind zu kalt

In meinem engeren Bekanntenkreis sind gestern zwei Verbrenner (einmal Diesel, einmal Benzin) volle Kanne liegen geblieben. Bei einem Fahrzeug ist das Kühlwassersystem geplatzt, nix ging mehr. Der ADAC kam erst nach Stunden, da war die Kollegin völlig unterkühlt und am Ende ihrer Nerven. Batterie leer, kein Warnblinker mehr. Mausetot.

Beide Fälle wären mit einem Elektroauto nicht passiert!

…und noch kälter!

Morgen und Übermorgen sind Temperaturen unter -10 Grad Celsius abgekündigt. Super! Zeigen wir, dass unsere Elektrofahrzeuge auch damit spielend klar kommen! Beim Peugeot iOn habe ich bemerkt, wie sinnvoll es ist, sofort nach dem Fahren zu laden. Bereits geringfügig höheren Zelltemperaturen bewirken, dass mehr Strom in die Zellen geladen werden kann.

Winterzeit

Nun ist es doch noch Winter geworden, die Temperaturen sind unter den Nullpunkt gefallen. Fährt da ein Elektroauto eigentlich noch?

Hm, kurze Beschreibung einer Tour. Am Mittwoch ging es zunächst bei frostigen Temperaturen zur Arbeit nach Großbeeren, 11 Kilometer. Ich hatte den iOn morgens ein paar Minuten mit Omas altem AEG-Heizlüfter vorgewärmt und die Scheiben abgetaut. Ob ich den Strom dafür aus dem Akku nehme oder direkt aus dem Netz ist egal. Der Lüfter lief rund 10 Minuten und alles war klar für die Abfahrt.

Nach der Arbeit ging es dann weiter Richtung Berlin-Mitte, zu einem Gesprächstermin mit dem VCD (über die Inhalte werde ich hier demnächst berichten). Die Strecke betrug ca. 20 Kilometer und es war echt kalt. Ich bin ja ein harter Kerl, habe aber dann noch, Schande über mich, die letzten 10 Kilometer die Heizung angemacht…ja, ich gebe es zu! Das hat mich natürlich etwas mehr an Strom gekostet. Seit ich beim iOn die Heizung isoliert habe, jedoch spürbar weniger, als im Originalzustand. Vor Ort (Rudi-Dutschke-Straße) gab es zwar jede Menge Parkplätze, aber keine vernünftig erreichbare Stromtankstelle. Schade! Egal, der Akku war noch zu über 50% gefüllt.

Nach dem Gespräch sind Volker und ich dann gemütlich (mit Heizung!) zum Euref-Gelände gefahren und haben den iOn dort für 10 Minuten an den Schnelllader gehängt. War eigentlich nicht nötig, Volker wollte aber mal üben, den Chademo-Stecker zu benutzen. Zudem war ich interessiert, mit welche Leistung bei Kälte geladen wird. Der Akku war auf rund 50% entleert. In den 10 Minuten konnte der iOn mehr als 3 kWh laden (WOW!!!!!), die Ladeleistung sank von anfangs knapp 19 kW auf 11 kW. Auf dem Tablet konnten wir die Ladung beobachten. Die Zelltemperatur stieg dabei um knapp 5 Grad.

Anschließend folgte die letzte Etappe, zurück nach Kleinmachnow. Alles kein Problem: Elektroautos fahren auch bei Kälte. Letztlich waren das mehr als 50 km und es war noch ordentlich Saft in der Batterie.

Großes Interesse an Elektromobilität

Die gestrige Vortragsveranstaltung im Industriemuseum Teltow war überraschend gut besucht. Ca. 50 Besucher drängten sich im Vortragsraum. Zudem waren zahlreiche Fahrzeuge vor Ort, u.a. 2 Stück smart electric drive, BMW ActiveE, Tesla Model S, Citroen Saxo electrique, Nissan Leaf und Peugeot iOn. Neben Probefahrten gab es viele Gespräche und einen regen Informationsaustausch.

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Vielen Dank an alle Besucher!