Anreisetest für die ETour: Leipzig > Berlin (nonstop im Winter)

Hallo,

hier mein kleiner persönlicher Testbericht zum Thema „Reichweite von Elektroautos im Winter“.

Ich wohne in Leipzig und fahre seit zwei Jahren überwiegend elektrisch mit einem Peugeot 106, 15 Jahre alt, 2010 vom Vorbesitzer auf Lithium-Akkus umgestellt und damit 40.000 km gefahren. Nach dem Tausch einer defekten Zelle und Nachrüstung einer Akkuvorheizung vor einigen Wochen wollte ich mal testen, wie weit ich aktuell fahren kann. Schließlich will ich im Mai bei der 2. Etour-Brandenburg mitfahren.

Wir alle wissen, so ganz ohne Vorbereitung und Planung geht’s auf langen Strecken dann doch nicht. Also habe ich verschiedene Routen durchgerechnet, Vattenfall Ladekarte bestellt (kam prompt), dienstliche und private Termine mit Ladeplanung synchronisiert… und natürlich den ersten möglichen Berliner Ladepunkt als Trittstein und Planungsreserve angesteuert, um zunächst die Ladesäule zu testen und nicht mit leerem Akku im Großstadtdschungel an einer belegten Ladesäule zu stranden. Außerdem hatte ich Sommerreifen montiert und den Akku auf ca. 20-25°C vorgewärmt (Kosten 25cent), Sitzheizung mit 50W.

Donnerstag, 27.02.: 04177 Leipzig > Ladesäule Ladiusstr. 26, 14165 Berlin: ca. 155 + 10 km, Routenlinkl

Landstraße mit +/- 70km/h, Start in Leipzig gegen 14:00 Uhr, auf der B2 war nicht viel los, meine “Magnet-90” am Heck erleichtert auf solchen Fahrten die “Kommunikation” mit Verkehrsteilnehmern. Probleme sollten mir nicht erspart bleiben: Vollsperrung in Treuenbrietzen (+10 km), Navi-Defekt Höhe Berliner Ring. Dank Telefonjoker erreichte ich nach 165km Fahrt (mit ausreichend Reserve) gegen ca. 17:15 Uhr das Etappenziel und wurde freundlich empfangen. 🙂

Ladekarte funktioniert, eine Stunde Testladen und erster Austausch mit IGEMBB-Mitgliedern.

Weiterfahrt zu Kudamm, navilose Orientierungsversuche im Berliner-Hausnummern-System und im zweiten Versuch dann doch die Ladesäule gefunden – ein parkendes weißes Auto mit Münchner Kennzeichen zeigte mir letztendlich den Standort der Ladesäule.

Übernachtung (neues Navi-Kabel gabs dazu) und Aufladen am Kudamm, Freitag verschiedene Termine in Berlin, der letzte in Rudow mit Laden in der Groß-Ziethener-Chaussee. Dank freier Ladesäule konnte ich auf der zweiten Dose nochmal den Akku mit nachheizen. Mein nächstes Ziel war Dresden. Die Strecke war etwas anspruchsvoller, weniger Zwischenlademöglichkeiten, Höhenprofil zu meinen Ungunsten, Landstraße ca. 190 km. Ich entschied mich also für die deutlich kürzere Strecke über die Autobahn, wohl wissend, dass ich es schaffen muss, weil es in dieser Ladewüste offenbar keinen Strom gibt (Lausitzring erst ab April).

Freitag, 28.02. 12355 Berlin > Dresden (Reichenberg / Moritzburg) über die A13 ca. 170 km, Routenlink

Start 17:00 Uhr in Berlin, Autobahn war voll, also besser die Lkw´s nicht überholen 😉 , Reiseschnitt knapp 80 km/h, Ankunft gegen 19:15 Uhr in Reichenberg vor den Toren Dresdens. Die Thundersky-Zellen waren beim Fahren noch um 2,9V, über Nacht nur 22kwh nachgeladen (ab Steckdose), nach der letzten Test-Leerfahrt hatte ich 28kwh reinbekommen: Es waren also noch über 30km Reserve im Akku! Das hatte ich nicht erwartet.

Am Samstag habe ich mir dann drei interessante Vorträge im Rahmenprogramm der Ausstellung zur Elektromobilität im Dresdener Verkehrsmuseum angehört. Auf dem Innenhof gab es eine breite Auswahl an E-Fahrzeugen zu sehen.

Die Heimfahrt war dann Formasche, ich wählte ich wieder die schnelle Route.

Vielen Dank an meine Telefon-Navigatoren, Strom-, Herbergsspender (Thomas, Marita & Daniel, Lutz) und alle die mich sonst mit Rat und Tat unterstützen.

Fazit: Die Etour kann kommen!

Grüße aus Leipzig

Stefan

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