Erste Erfahrungen mit dem I3

Erfahrungen von 1300 km BMW I3

Am Donnerstag Abend vor Ostern stand er ja nun beim BMW I Händler in der Auslieferungshalle. Die Wartezeit fand ich unendlich lang, aber nun ist sie vorbei. Man muss aber sagen, dass er zwei Wochen früher ausgeliefert wurde, als ursprünglich angekündigt. Er wäre noch früher da gewesen, wenn man ihn nicht einer 3-wöchigen Testphase unterzogen
hätte. BMW nimmt es mit dem I3 sehr genau und testet jedes einzelne Fahrzeug intensiv. Jedes Fahrzeug wird auch auf einer Teststrecke gefahren, um evtl. Fehler zu finden. Wie ich erfahren habe, wurden auch schon diverse Verbesserungen an meinem Fahrzeug vorgenommen, die die ersten Fahrzeuge nicht hatten.

Da ich noch nie einen BMW hatte und auch jeden vor einem Jahr für Verrückt erklärt hätte, wenn er so etwas behauptet hätte, muss ich mich mit der Bedienung des I3 noch intensiv auseinander setzen. Er ist ja mit sehr vielen kleinen Helferleins ausgestattet, die uns so langsam alle auffallen. Da werden wir sicher noch einige Aha-Erlebnisse haben. So habe ich nun auch gelernt, dass die Heckklappe sich bei der Option „Komfortzugang“ immer wieder automatisch verschließt. Das ganze Multimedia-Tool ist ebenfalls eine Wissenschaft für sich und wird sicher einige Wochen in Anspruch nehmen, bis man das einigermaßen im Griff hat.

Was für mich aber sehr wichtig war, sind die realen Reichweiten des Fahrzeugs. Ich fahre vom Fahrstil normal und bin eine Frostbeule, so dass ich auch bei den jetzigen Temperaturen mit Heizung fahre. Bei meinem I-MiEV waren daher zwischen 90 und 100 km Reichweite zurzeit drin. Mehr nicht. Im Sommer schaffte ich bis 130 km. Mehr war nicht möglich, da ich rundherum immer auf Landstraßen fahren muss und ich daher die günstigen Verbräuche
meiner Stadtfahrten hier nie erreichen konnte, ohne ein Hindernis zu werden. Mit dem BMW habe ich mit Heizung im Comfortmodus eine rein elektrische Reichweite von 140 km zurzeit. Ich bin begeistert. Dabei habe ich den Akku noch nicht mal vorkonditioniert. Am Osterwochenende haben wir eine längere Fahrt gemacht, um den REX auszuprobieren. Bei
etwa 75% kann man ihn manuell einschalten. Grundsätzlich hört man ihn bei der Fahrt so gut wie überhaupt nicht. Erst als wir das Radio ausgeschaltet haben und anhalten wollten, haben wir ihn kurz gehört. Allerdings schaltete er sich auch gleich wieder im Stand aus (so ähnlich wie beim Prius). Er liefert nicht, wie anfangs in den Foren beschrieben den ahrstrom, sondern hält den eingestellten Ladezustand des Akkus auf gleicher Höhe. Wird also der Akku übermäßig belastet, läuft der REX so lange, bis der Akku wieder den ursprünglich eingestellten Ladezustand erreicht hat. Das passiert aber nur bei Autobahnfahrten über 120 km/h oder in den Bergen, ansonsten liefert der REX genug Energie, so dass er sich beim Bremsen sofort abschaltet. Seine angezeigte Reichweite bei den jetzigen Temperaturen liegt bei etwas unter der elektrischen Reichweite. Als Gesamtreichweite wurde mir dann auch im
Comfortmodus ohne Akkuheizung knappe 300 km angezeigt. Einfach Wahnsinn, genau so hatte ich mir das vorgestellt. Also für die E-Tour Brandenburg brauche ich keine Lademöglichkeit und werde sie wohl sogar ohne REX bequem schaffen. Ich muss noch testen, wie die Reichweiten in den Modi Eco pro und Eco pro + sind. Dabei werden ja bestimmte Verbraucher in der Leistung reduziert bzw. abgeschaltet. Im Eco pro + Modus ist das Beschleunigungsverhalten dem I-MiEV gleich zu setzen, ansonsten ist das schon eine kleine Rakete. Ehe man sich versieht, ist man bei 100. Das ist schon heftig. Mängel konnten wir bisher noch nicht feststellen und wir drücken mal die Daumen, dass das auch so bleibt.

Vorläufiges Fazit nach eine Woche: Für uns hat das Auto die perfekte Größe, fährt einfach
klasse,hat eine tolle Erst-Autoreichweite und gefällt uns auch optisch sehr gut (was ja
Geschmackssache ist). Ich hoffe, es bleibt dabei, dann wird es wohl das erste E-Auto, dass bei uns mehr als drei Jahre alt wird.

3 Wochen später: Nach den anfänglichen Erfahrungen allgemeiner Art in den ersten Tagen mit dem I3, wollte ich natürlich auch testen, wie sich das Fahrzeug auf längeren Strecken verhält und ob unterwegs Laden funktioniert. Hierbei sollten alle zur Verfügung stehenden Varianten getestet werden. Zuhause hatte ich mit dem „Ziegelstein“ bei maximaler Ladeleistung bereits gute Erfahrungen gemacht.

Die erste längere Fahrt ging in den Spreewald, hinzu über die Landstraße, zurück über die A13 und A10 Autobahn bei 120 km/h im strömenden Regen. Vor Ort habe ich das Angebot unseres Hotels genutzt vor Ort an einer 230V Steckdose zu laden. Sowohl die Fahrt incl. REX-Test und das Laden vor Ort waren ohne Probleme. Alles funktionierte, wie ich es erwartet hatte.

Eine Woche später ging es dann nach Leipzig. Die Fahrt von etwa 200 km ging über die A9 bei 120 km/h. Es zeigte sich, dass der REX die 120 km/h nicht alleine bewerkstelligen kann, ein wenig der elektrischen Reichweite ging hierbei ebenso verloren. Es handelte sich dabei um ca. 10 km elektrische Reichweite. Die Fahrt selbst war ohne jegliche Probleme, der Kleine lief wie am Schnürchen. Die Restreichweite betrug knappe 50km, was bei einer Fahrt incl. Heizung bei eingestellten 23 Grad und 10 Grad Außentemperatur durchaus in Ordnung geht. Die erhöhten Windgeräusche ergeben sich aus dem Konzept, dass die Fenster rahmenlos sind. Hier wäre vielleicht ein Rahmen besser gewesen, aber ich persönlich finde es nicht störend.

Nach der Ankunft wurde erst einmal gearbeitet. Am Nachmittag bin ich dann zur Zweigniederlassung BMW Leipzig gefahren. Dort sind sowohl eine Typ2 (ChargeNow) Ladesäule wie auch eine DC Ladesäule von ABB vorhanden. Die DC Ladesäule dient eigentlich nur dem Aufladen der Vorführfahrzeuge, wie mir ein netter Mitarbeiter erklärte, jedoch durfte ich dennoch für 15 Minuten diese Säule nutzen. Das reichte, um den Kleinen von 35% auf 76% aufzuladen. Es ging mir zunächst nur darum, die Schnellladefunktion zu testen. Auch hier wieder ein voller Erfolg. Die Zeit nutzte ich, mit dem Mitarbeiter der Zweigniederlassung BMW Leipzig Informationen zu tauschen. So erfuhr ich, dass es bereits Modelländerungen gegeben hat (geänderte Antenne, Gummianschläge für die Rücksitze für einen sanfteren Anschlag) und ganz neu ein geänderter REX (mit 3 KW mehr Leistung). Der geänderte REX ergab sich durch eine Modifikation des Motors für das Motorrad und der I3 REX profitiert davon. Dadurch soll nun eine Dauergeschwindigkeit von 120 km/h möglich sein, ohne dass der Akku an Reichweite verliert. Als weitere Neuheit für mich erfuhr ich, dass das Projekt Nord/Süd Anbindung München => Leipzig nun bis Berlin erweitert wurde. So hat das vom Bund geförderte Projekt für die Ausstattung der A9 mit Schnellladesäulen vom Typ CCS mehr Ladesäulen erhalten, als ursprünglich geplant war. Ich versuche zurzeit zu erkunden, wo die Ladesäulen zwischen Berlin und Leipzig stehen und ab wann man sie nutzen kann.

Nach diesem erfolgreichen Schnellladeversuch fuhr ich weiter zum neuen Rathaus in Leipzig, um eine Typ 2 32A Ladesäule der Stadtwerke Leipzig zu testen. Die Ladekarte besitze ich bereits seit einem halben Jahr. Beide Parkplätze waren leer und so konnte ich ohne Probleme dort parken und laden. Eine der beiden Typ 2 Anschlüsse war zwar defekt, aber die andere Seite funktionierte. Die Ladesäule zeigte auch den defekten Anschluss an, so dass es nicht zur Verwirrung führte. Die Bedienung der Ladesäule dort ist ein wenig gewöhnungsbedürftig und nicht gerade intuitiv, so dass es ein wenig dauerte bis mir der Start des Ladevorgangs gelang, aber letztendlich siegte ich über die Technik, der Ladevorgang mit 7,4 kw wurde gestartet. Meine App zeigte mir auf dem Smartphone an, dass er 1:20 Stunde laden würde, was auch genau so passierte. Punktgenau war der Kleine dann voll geladen. Also auch hier ein voller Erfolg.

Da ich auf der Rückfahrt etwas in Zeitnot war, habe ich den Tempomaten auf 140 km/h eingestellt und bin in Potsdam mit 50 km Restreichweite angekommen. Top!

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