Berliner Zeitung vom 12.07.2014; Mobil-Teil: Normverbrauch vs. Realverbrauch

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Keine Frage: Der augenblicklich verwendete Testzyklus inkl. der vielen offiziell zugelassenen „Regulierungsmaßnahmen“ (Temperatur, Reifendruck, Gewichtsoptimierung, erlaubtes Gefälle der Teststrecke etc.) entspricht ganz sicher nicht den realen Bedingungen im Straßenverkehr und kann daher die realen Verbräuche nicht abbilden. Hier muss gehandelt werden, nicht zuletzt, um die Hersteller zu wirklichen CO2-Reduzierungen zu zwingen, besser noch auf Verbrennungsmotoren gleich ganz zu verzichten. Bislang wird getrickst was das Zeug hält, die Finanz- und Verkehrsminister schauen tatenlos zu und die Umwelt in Röhre. Echter Klimaschutz beim Auto sieht anders aus.

Zu den Äußerungen bzgl. der Testergebnisse bei den Elektroautos sei aber angemerkt: Natürlich entstehen beim Laden eines Akkus immer Verluste, die in den Energieverbrauch pro 100 km mit eingerechnet werden müssen. Dies kann aber kein Freispruch für Verbrennerfahrzeuge sein. Hier ist jeder Liter Benzin oder Diesel ebenfalls mit grauer Energie belastet, denn der flüssige Treibstoff wächst ja nicht an der Tankstelle, sondern muss aufgespürt, gefördert, transportiert, raffiniert, wieder transportiert, gelagert und hin und her gepumpt werden bis er endlich mal im Tank ankommt. Mind. 15% sind da an zusätzlichen CO2-Emissionen anzurechnen. Alleine der Stromverbrauch durch Pipelinepumpen und Öl-Raffenerien für die Herstellung eines Liters Benzin reicht zum Antrieb eines Elektroautos fast schon aus. Und dann der Betrieb der weltweit tausenden an Tankstellen, ohne die ein Verbrenner keinen Meter weit kommt.

Mit zunehmender Nutzung unkonventioneller Öl- und Gasvorkommen, Ölschieferabbau, Methanemissionen beim Fracking und Tiefsehbohrungen steigen diese grauen Mengen noch weiter drastisch an. Die Energie für ein Elektroauto dagegen kann, trotz Ladeverlusten, praktisch CO2-frei, zumindest CO2-arm, erzeugt werden. Durch Bremsenergierückgewinnung kann das Elektroauto sogar einen Teil der Fahrenergie selbst erzeugen (10-15%; eigene Messungen an einem Peugeot iON).

Man zeige einen Verbrenner, der das kann.

J. Affeldt
Kleinmachnow

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