Oktoberfest beim Autohaus Wegener

Das Autohaus Wegener in Ludwigsfelde lud zum Oktoberfest und alle kamen. Fast schien es, als so ganz Ludwigsfelde gekommen…natürlich nur, um die ausgestellten Elektroautos zu sehen und Fachgespräche zu führen. Dank an den Juniorchef, dass auch Fahrzeuge anderer Herstellen willkommen geheißen waren. Vor Ort waren ein Tesla Roadster, zwei Nissan Leaf, ein Nissan E-NV200, zwei Renault Twizy und mein altehrwürdiger Peugeot iOn. Von Staunen bis Ablehnung war alles dabei, dennoch, es geht voran.

Gespannt sind wir auf die nächste Woche startende Aktion „Freistrom für alle“ von Nissan.

Roberto Wegener will zudem CHAdeMO -Lader anbieten!

Ein rundrum gelungenes Fest. Danke für die Einladung!

Elektrisch gedacht und gehandelt

In meiner Gemeinde gibt es jetzt bereits mind. das dritte Elektroauto. M. hat sich einen eUp! gekauft. Konsequenterweise dazu eine passende PV-Anlage, die das Auto beim Laden zu 100% versorgen kann. Elektroautos fahren nicht mit dem Mixstrom aus der Leitung, sondern sind Ausdruck einer neuen Denkweise, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist…wer hat und will schon zuhause eine Ölquelle?

Glückwunsch und allzeit gute Fahrt!!!

Einmal Leipzig und zurück mit dem BMW C-Evolution Maxi-Scooter

Von Berlin nach Leipzig, zum BMW-Werk, die Landschaft genießen…und das mit einem Elektro-Motorrad? Eine Gruppe „Verrückter“ wollten das probieren und so starteten wir, unter der Leitung von Eric und seiner Frau Nadine, am Freitag Nachmittag ab Berlin-Steglitz mit sechs nagelneuen Maxi-Scootern von BMW (C-Evolution) Richtung Leipzig. Mit dabei war noch Hans, der sich kaum eine Stunde vorher seinen eigenen Roller vom Händler abgeholt hatte.

Unsere erste Etappe war südlich von Berlin, wo wir die Roller noch einmal vollluden, das Gepäck verstauten und dann gegen Abend abfuhren. Inzwischen war es schon dunkel geworden. Vorher hatten wir eine großzügige Runde durch Berlin gemacht, um mit dem Roller vertraut zu werden. Wie sich zeigen sollte, bedarf es dazu mehr als ein oder zwei Stunden Fahrzeit. Elektrisch unterwegs zu sein, ist doch etwas Anderes. Doch dazu später mehr. Ziel der Einführungsrunde war das Brandenburger Tor, wo wir sofort nach Eintreffen die ersten Fragen zu den Rollern beantworten mussten („Wie weit kommt man damit ?“, „Wie schnell fährt der ?“, „Hat der überhaupt einen Motor ?“…).Unser ersten richtiges Ziel war das die kleine Uebigau, wo uns das Ehepaar Manz in ihrer Pension schon erwartete. Aber nicht nur uns: Vor allem unsere Roller…denn die brauchten nach 95 km nun langsam Strom und den gab es bei Manz´ reichlich. Mit zwei, drei Verteilern konnten wir die Roller problemlos anschließen und über Nacht laden lassen. Mit Hilfe des Ladekabels des C-Evolution kann man den Ladestrom zwischen 6 und 13A regeln, so dass man auch an unbekannten Steckdosen sicher und problemlos laden kann. Übrigens lädt der C-Evolution an Schuko, ein echter Pluspunkt. Die Strecken Rangsdorf-Uebigau gestaltete sich aufgrund des einsetzendes Regens als nicht ganz unproblematisch, so fuhren wir mit 60-70 km/h jedoch auch gezwungenermaßen eher sparsam. Schnell erkannten wir: Bei höheren Geschwindigkeiten (über 70 km/h) sind keine 100km Reichweite zu erzielen.
Nach reichlichem Abendbrot und Frühstück brachen wir am Samstag mehr oder weniger wach, sehr satt und vor allem voll geladen auf Richtung Leipzig zum dortigen BMW-Werk. Die Fahrt war problemlos, das Wetter spielte mit und so konnten wir auch höhere Geschwindigkeiten und vor allem die brachiale Beschleunigung des C-Evolution zum ersten Mal auskosten.Am Werk erwarten die Gäste zahlreiche Ladesäulen, jedoch überwiegend mit Typ2-Anschlüssen. Nur eine Säule bietet zwei Schukodosen und dann gibt es noch eine Säule mit CCS-Anschluss. In der BMW-Welt gibt es also keine Fahrzeuge mit CHAdeMO-Anschluss und Schuko scheint eine unbedeutende Rolle zu spielen. Beides passt nicht so recht in die Wirklichkeit. Dankenswerterweise hatte man uns an einem Verteiler jedoch div. Schukoanschlüsse vorbereitet und so konnten wir während der Führung im Werk die Roller wieder komplett aufladen. Wir würden uns wünschen: Mehr Schuko-Anschlüsse an den Ladesäulen und vlt. doch noch einen CHAdeMO-Lader für Gäste mit anderen/älteren Elektrofahrzeugen?
Die Führung war für mich erschreckend und faszinierend zugleich: Maschinen bauen Maschinen. So konkret hatte ich das bislang noch nicht kennen gelernt. Ein tolles Werk, extrem hohe Qualität und wegweisende Architektur. Leider konnte wir nichts von der Produktion des i3 bzw. es i8 sehen, da dies eine Extratour ist. Ein Grund mehr, wiederzukommen!
Nach der Tour ging es weiter nach Leipzig zum Hotel. Wir waren im MotelOne an der Nikolaikirche angemeldet. Zwar konnten wir dort unsere Roller auf dem Innenhof abstellen (zusammen knapp 100.00 Euro…), aber das Hotel konnte (oder wollte?) und keine Möglichkeit zum Laden einräumen, obwohl ein passender Starkstromanschluss direkt neben dem Stellplatz vorhanden war. Da geht noch was, MotelOne! Ansonsten ein tolles Haus in perfekter Lage, wunderschöne Zimmer und ein reichhaltiges und vielseitiges Frühstück. Essen abends im Ratskeller…nicht billig, aber super gut! Empfehlung!!!
Tja, da war noch was…ach so, die Roller wollten geladen werden. Dazu hatte Eric Ladekarten für die Ladesäulen der Stadtwerke Leipzig angefordert. Nun mussten wir die sechs Roller in der Innenstadt zum Laden verteilen, was uns etwas Bauchschmerzen verursachte. Noch dazu, weil man die teuren Mennekes-Ladekabel nicht gegen Diebstahl sichern kann. Weder am Roller, noch an der Säule. Hier sollte BMW nachbessern. Nicht nur weil ein geklautes Kabel viel Geld kostet, es beendet jede Tour…ohne Kabel keine Ladung.Erste fast-Pleite war dann die Ladung an der Säule am neuen Rathaus. Die Säule zeigte sich zunächst als defekt und die Stadtwerke zeigten sich unfähig, einen Techniker zu schicken. Nicht mal die Hotline der Stadtwerke zu erreichen, lediglich die Störungsstelle des Netzbetreibers. So geht das nicht! Was soll man mit einer Ladesäule, die nicht geht? Mit Hilfe einer zufällig vorbeikommenden Dame des Ordnungsamtes gelang es uns dann doch, den Rechner in der Säule zu resetten und dort zwei Roller zu laden.
An der zweiten Säule klappte es dann aber sofort und kaum waren unsere Roller angeschlossen, kam ein privater smart ed zum Laden noch dazu. Damit war auch geklärt, dass man alle vier Anschlüsse (2*Typ2, 2*Schuko) parallel nutzen kann.
An der dritten Säule gab es zunächst ein Problem mit einem Verbrenner-Fahrzeug, dass den Stellplatz versperrte. Zum Glück kam die Besitzerin und zeigte sich auch einsichtig, angeblich hatte sie die Ladesäule gar nicht als solche wahrgenommen und mit einem Parkscheinautomaten verwechselt…hm…wer´s glaubt…
Während des Abendessens luden die Roller und tatsächlich wurde auch kein Kabel entwendet; eingesammelt und zusammen gestellt übernachteten dann die Roller und wir im MotelOne. Wie einfach wäre alles gewesen, wenn man uns vor Ort einfach hätte laden lassen? Irgendwie haben manche Menschen die Elektromobilität einfach noch nicht auf der Agenda. Zeit dazu wäre es…Der Sonntag sollte uns Regen bringen, viel Regen. Ziel war eigentlich das Besucherberkwerk F60, was wir jedoch schließlich absagten, weil es einfach zu viel Regen gab. Während der ersten Zwischenladung in Riesa am Accor-Hotel (Hammerbräu) beschlossen wir, die Strecke zu ändern und gleich Richtung Berlin zu fahren. Der Service im Accor-Hotel war wirklich bemerkenswert: Problemloses Laden aller Roller am Kraftstromanschluss, überdachte Abstellmöglichkeit direkt neben dem Hoteleingang und…Wäschetrockner…für die inzwischen durchnässten Kleidungsstücke. Nach ca. 90 Minuten ging es dann weiter; aller Roller waren auf ca. 80% geladen. Der folgende Streckenabschnitt bis ca. 100 km von Berlin entfernt brachte immer besseres Wetter und so manche Beschleunigungseskapade. Fahrspaß pur: Die einen flott vorneweg, die anderen entspannt hinterher. Schließlich erreichten wir unser nächstes Zwischenladeziel mit Ladeständen um die 20%. Für die restliche Strecke mussten wir die Roller also vollladen, was rund 3 Stunden in Anspruch nehmen sollte. Mit netten Gesprächen, Kaffee, Keksen und einem Spaziergang verging die Zeit doch schneller als erwartet. An meinem Roller konnte ich die Ladeleistung kontrollieren. Interessant: Am Verlängerungskabel stellten sich nur noch 215 Volt ein, die Ladeleistung betrug 2705 Watt. Ohne Verlängerungskabel stieg die Ladeleistung auf 2755 Watt bei 220 Volt. Immerhin knappe 5% mehr. Nachdem die anderen fünf Roller aufgebrochen waren verblieb ich mit meinem noch ein wenig länger, da ich auf 100% laden und eine andere Strecke fahren wollte. Nach dem Abkoppeln der anderen Rollen steig die Ladeleistung noch auf 2808 Watt und verblieb dabei bis zum Ladeende. BMW scheint die Akkuzellen nicht wirklich voll zu laden, eigentlich hätte die Ladeleistung gegen Ende der Ladung abnehmen sollen. So kenne ich das u.a. von meinem Peugeot iOn und anderen Elektrofahrzeugen. Nicht so bei der BMW…volle Ladeleistung bis zum Schluss! Beachtlich.
Mein letzter Streckenabschnitt ging über genau 100km entlang der 101 vom Süden aus Richtung Berlin zur Rückgabe der Roller nach Berlin-Steglitz. Aufgrund des recht starken Gegenwindes konnte ich nicht ganz so schnell fahren, wie geplant. Abgefahren mit 98% SOC verblieben bei Ankunft noch 13km Restreichweite plus ca. 4km Reserve. Ein wenig mehr wäre also drin gewesen.
Der BMW C-Evolution ist ein schon recht weit entwickelter Elektro-Maxi-Scooter mit guten bis sehr guten Fahrleistungen. Die Beschleunigung im Dynamic-Modus ist brachial. Mit sofort einsetzender voller Beschleunigung katapultiert der rund 260kg schwere Roller den Fahrer nach vorne. Tiefer gelegte Golf GTIs und allerhand Porsches blieben verdutzt zurück. Die angegebene Reichweite von 100km erreicht man bei Geschwindigkeiten bis ca. 70 km/h. Über 90 km/h frisst die Geschwindigkeit mächtig Reichweiten-Kilometer. Zwischenspurts sind aber immer mal möglich. Auf der Landstraße spielt es keine Rolle, welchen Fahrmodus man wählt. Alle Roller zeigten praktisch immer die gleichen SOC-Zustände und Restreichweiten. In der Stadt erweist sich der Modus EcoPro als brauchbar, da man kaum noch die normalen Bremsen benötigt. Die Restreichweitenanzeige ist etwas zu nervös, aber insgesamt brauchbar und ausreichend genau. Bei meinem Roller ergab sich über die 500 km Gesamtfahrstrecke ein Durchschnittsverbrauch von 6,5 kW/100 km (entspricht 38 Gramm CO2 pro 100km; Basis: 580 Gramm pro kWh).
Was uns aufgefallen ist:
  • (zu) kleines Staufach für das Ladekabel inkl. ICCB und Typ1-Stecker
  • Ladefach und Schaltknöpfe an den Handgriffen sollten beleuchtet sein
  • der Fahrmodus-Knopf sollte näher am rechten Daumen platziert sein, um während der Fahrt sicher umschalten zu können
  • keine Verriegelungsmöglichkeit für das Ladekabel während des Ladevorgang (Diebstahl möglich)
  • recht breiter Mitteltunnel (man sitzt etwas zu breitbeinig), aber noch ok
  • Reichweite von mind. 100 km bei flotter Fahrt gerade noch erreichbar (bei schneller Fahrt, Gegenwind oder Steigungen eher 60-80 km); in der Stadt sind die 100 km und mehr problemlos erreichbar
  • kein 3-Phasen-Ladegerät für schnellere Zwischenladungen, z.B. an Typ2 (Ladeleistung max. 16A/230 Volt an Typ2; an Schuko max. 13A)
  • Soziussitz klappt von alleine zu, erschwert das „Beladen“ des Staufaches
  • Fahrgeräusch erzeugt bei Motorrad-Fans eher ein Lächeln (Wimmern des Antriebsriemens)

Fazit: Für 15.000 zzgl. Nebenkosten erhält man ordentlich viel Fahrspaß, auf den man sich verlassen kann. Gutes kann noch besser werden. Gut gemacht, BMW! Weiter so.WP_20140919_004 WP_20140919_007 WP_20140919_014 WP_20140919_017 WP_20140920_001 WP_20140920_002 WP_20140920_003 WP_20140920_004 WP_20140920_007 WP_20140920_010 WP_20140920_011 WP_20140920_021 WP_20140920_025 WP_20140920_029 WP_20140920_031 WP_20140920_032 WP_20140920_034 WP_20140921_001 2 WP_20140921_004 WP_20140921_006 WP_20140921_011

Schnell laden in Berlin

Es ist wirklich lustig: Da wurde nun in Berlin das Projekt „Schnell laden Berlin“ eingeweiht (bestehend aus ganzen fünf DC-Schnellladepunkten in Berlin und Umgebung) und auf der Homepage liest man nur vom CCS-System…doch alle Säulen sind auch mit CHAdeMO ausgestattet. Ein Treppenwitz vor dem Herren. Nach wie vor wird der weltweit etablierte DC-Schnellladestandard CHAdeMO, der weitlweit und auch in Europa und in Deutschland von zehntausenden Fahrzeugen genutzt wird, totgeschwiegen. Mein Gott, wie kleinlich und peinlich sich die dt. Automobilindustrie anstellt.

Gut, ich werde mich demnächst mal wieder auf Schnelllade-Tour machen und die Standorte abfahren, Fotos machen und berichten, ob das alles nun wirklich funktioniert und praxistauglich ist.

Mitglieder von IGEMBB beim Kreiserntefest am 20.09.2014 in Blankensee

Eines DER regionalen Ereignisse im Landkreis Teltow Fläming und Trebbin ist das Kreiserntefest. Meine Frau Simona und ich waren mit zwei unserer E-Fahrzeuge dabei – im Bild unten. Es ist der Renault Twizy – ein überaus sympathisches Quad, das uns viel Spaß macht und der neue BMW-Roller C Evolution. Herr Landwirtschaftsminister Vogelsänger ließ es sich nach Gespräch mit Trebbins Bürgermeister Thomas Berger und weiteren Vertretern von Politik und Wirtschaft nicht nehmen, sich von meiner Frau im Renault Twizy chauffieren zu lassen. Während der rund halbstündigen Fahrt stellte er zahlreiche interessierte Fragen. Bilder sagen aber mehr als tausend Worte. Bei mir fuhr Frau Dornbusch, die Frau vom Kreisbauernpräsidenten mit – im Bild zu sehen. Die anderen Damen und Herren hatten dann das „Nachsehen“ und mussten laufen. Die Vorzüge von E-Fahrzeugen für Gastwirtschaft und Veranstaltungen als leise, nicht-stinkende und nicht-kleckernde Alternative wurde allfällig positiv aufgenommen. Wir werden da sicher in der nahen Zukunft noch vieles gestalten dürfen.

Meine Frau und ich wollten eigentlich das Fest nur besuchen, hatten dann aber auf Hinweis von der Bäckerei Röhrig in Blankensee die dortige E-Ladestelle zum Laden und präsentieren angefahren. Und freundlicherweise ließ uns die freiwillige Feuerwehr in den für Fahrzeuge gesperrten Bereich zu „Ausstellungszwecken“ reinfahren. Danke dafür! Im Ergebnis hatten meine Frau Simona und ich Dutzende über Dutzende interessierte Besucher des Festes, die uns noch bei unseren Fahrzeugen stehend immer wieder neugierig fragten. Wir hatten so um die fünf Stunden hintereinander Fragen und Fragen beantwortet und sicher manches an Vorurteil ausgeräumt und evt. hier und da auch Interesse geweckt. Das E-Fahrzeuge so viel Spaß machen, dass eine Familie nun bereits mehr als drei E-Fahrzeuge eigen nennt, war für viele erstaunlich.

Die Landrätin Frau Kornelia Wehlan besuchte uns und wir teilten ihr mit, dass Besitzer, Fahrer und Halter von E-Fahrzeugen sehr oft sogar mehrere E-Fahrzeuge im Bestand haben. Deren Überzeugung ist groß. Wenn man eines hat, wird eben oft ein weiteres angeschafft. Leider ist die Kluft, zu denen die noch kein E-Fahrzeug ihr eigen nennen noch zu viel von negativen Vorurteilen besetzt. Politik kann das auch ändern helfen.

Vielen Dank für die schönen Bilder hier, die mir Frau Ina Schulze (stellvertretende Bürgermeisterin von Trebbin) zugeleitet hat, und die ich hoffentlich hier veröffentlichen darf.

Ein schöner Tag mit vielen schönen Eindrücken bleibt uns in guter Erinnerung.
Simona und Hans Kurtzweg

Gastgewerbe: Wer zu lange wartet, den „bestraft“ der ladende E-Autofahrer…

An das Gastgewerbe!

Immer wieder höre ich vom Gastgewerbe – also Hotels, Freizeiteinrichtungen, Gastwirten und so weiter – dass man ja mit dem Aufbau der Elektroladestellen für E-Fahrzeuge ja noch warten könne. Es gebe ja schließlich noch nicht genug E-Fahrzeuge, die das in Anspruch nehmen würden. Einspruch von mir!

Die Mathematik hilft hier diesen aufschiebenden Vorwand deutlich zu entkräften.

Nehmen wir an in einer Periode gebe es zuerst EINEN Ladevorgang eines E-Fahrzeuges mit Besuch dieses Gastgewerbes. Der zusätzliche Umsatz fällt zugegeben dadurch nicht besonders ins Gewicht. Nehmen wir diese Periode mal an als ein Vierteljahr. Was ist da schon ein Besuch mehr? Lohnt sich also nicht. Aber wir befinden uns in einer enorm stark ansteigenden Zahl von Ladevorgängen, und nehmen wir der Einfachheit mal an, die Anzahl der Ladevorgänge verdoppelt sich in jeder Periode – also in jedem Vierteljahr (das lässt sich diskutieren. Aber lassen wir es dennoch mal stehen). Wir Menschen haben einfach kein Gefühl, wie sich geometrische Reihen (z.B. die Verdoppelung in jeder Periode) auswirken.

So hätte der erste Gastwirt im ersten Vierteljahr einen Ladegast mit Umsatz, im zweiten Vierteljahr bereits zwei, im dritten VJ vier und im vierten VJ acht. Klar! Und dann?
Bei Fortgang (nehmen wir das weiterhin ruhig mal an) im zweiten Jahr so: 16, 32, 64, 128. Hoppla! 128 Ladevorgänge zusätzlich in einem VJ. Das ist doch schon was. Klar, dass die Kurve irgendwann abflacht. Aber sicher nicht vor Ende des dritten Jahres. Da hat er bereits 256, 512, 1024, 2048 (bei Fortgang der Struktur und Marketing machbar). Spätestens im dritten Jahr will er vermutlich nur noch Elektrofahrer als Gäste… Diese Wandelung des Geschäftes in weniger als drei (!) Jahren !!!

Wie schaut es für den abwartenden und beobachtenden Gastwirt aus? Der sagt sich vermutlich: Nach einem Jahr hat mein Konkurrent (!) erst 15 Ladegäste gehabt (die Summe aus 1+2+4+8). Lohnt sich also immer noch nicht. Im zweiten Jahr „beobachtet“ er bei seinem Konkurrenten durchaus schon Bewegung – immerhin 128 Ladegäste im letzten Vierteljahr – mehr als einen pro Tag. Das wird ihn womöglich noch nicht oder gerade so zu einer Änderung seiner Einstellung bewegen. Jetzt benötigt er im Geschäftsalltag ein weiteres halbes Jahr bis seine Installation steht und seine Werbung die erste Wirkung zeigt: Der erste Ladegast nach rund zweieinhalb Jahren, die der erstere schon Ladegäste hat. Wo stehen jetzt beide? Der erste hat dann über 500 im Vierteljahr mit weiterhin steigender Tendenz (vielleicht 10 pro Öffnungstag). Wir reden von einem weiterhin stark steigenden Markt. Der zweite hat dann am Ende vom Jahr drei unserer Zählung 1+2=3 Ladegäste (warum sollten die anderen, die vom zweiten nichts bisher wussten, nun dort „einfallen“? Der erstere macht alles gut. Die bleiben dort und sprechen darüber). Wie sieht es beim ersten aus? Der hat am Ende bei Fortgang der geometrischen Reihe (das wollten wir ja mal annehmen) zuletzt 2.048 Ladegäste im VJ – in der Summe bis dahin 4.096 minus einen. Wow! Noch mal zum Vergleich der zweite hat bis dahin ganze drei Ladegäste.

Wie geht es weiter?
Der erste hat sich auf E-Ladegäste weitgehend eingestellt und nimmt eine vorherrschende Position ein. Praktisch jeder kennt ihn, war schon da und will noch hin. Man redet darüber – positiv. Er entwickelt daraus weitere aufbauende Geschäftsideen. Der zweite (und alle weiteren) teilen sich, was „übrig“ bleibt. Und das nun auf lange Zeit. Der Zug ist für diese „abgefahren“. Aufholen ist nur noch mit besonderen Anstrengungen mögliche, die allesamt den Gastwirt Geld und Energie kosten, die der erste nicht mehr aufwenden muss. Wäre es anders, wäre z.B. „Carglass GmbH“ nicht bereits jahrelang unangefochten Marktführer. Es gibt Dinge, die gibt es nur einmal, z.B. eine einmalige Telefonnummer, die so einfach ist oder eine Werbung, die nur der Marktführer aus seinem Umsatzerlös bezahlen kann.

Irgendwann nach Jahren mag sich das egalisieren. Da gibt es dann vielleicht bereits einen anderen „tipping Point“. Wer diesen dann wieder übersieht, hat auch dann das Nachsehen.

Irgendwann hat vermutlich auch der letzten Gastwirt W-LAN für die Übernachtungsgäste eingeführt. Eine Etage oder ein Hotel komplett mit W-LAN ausgestattet zu haben, hat vermutlich mehr gekostet als jetzt eine beginnende E-Ladestruktur. Also welchen guten Grund gibt es, mit dem Aufbau von Ladestellen nicht sofort zu beginnen?

Fazit:
Es gibt nur ein Plädoyer, und das lautet FÜR die Ladestellen. Und zwar JETZT! Wer wartet, hat das Nachsehen! Auf lange Zeit.

Elektrische Grüße, Hans Kurtzweg