DC-Schnellladestationen in Europa: NPE verkennt die Realität

Sehr geehrter Herr Kagermann,
sehr geehrter Herr Barthle,

in Ihrem 5-Punkte-Programm für die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland vom offensichtlichen Leidmarkt zu einem Leitmarkt, von dem wir noch weit entfernt sind, möchte ich wie folgt anmerken:

Sie erwähnen, dass es mit dem CCS-System ein europaweit einheitlicher Standard für Schnellladungen (DC) geschaffen wurde und bereits ca. 100 CCS-Ladestandorte in Europa vorhanden sind.

Sicher wissen Sie, das bereits weit mehr, nämlich über 1650 DC-Schnellladestationen in Europa für Nutzer von Elektrofahrzeugen zur Verfügung stehen, jedoch für das weltweit verbreitete und viel mehr genutzte CHAdeMO-System (Quelle: http://www.chademo.com/), das von wesentlich mehr Fahrzeugen genutzt werden kann und wird, als CCS.

Für den Nutzer stellt somit das CHAdeMO-Ladesystem den faktischen europäischen Standard dar und NICHT das CCS-System, welches gemäß der Direktive der EU auch KEIN Standard, sondern lediglich eine Mindesausstattung ist.

Der Versuch, das CCS-System mit der politischen Brechstange im Markt zu etablieren dient daher nicht der Entwicklung der Elektromobilität, dieses Vorgehen bewirkt genau das Gegenteil. Beispiel: Die Ausstattung der DC-Ladestationen entlang der A9 nur mit Typ2 und CCS, jedoch ohne CHAdeMO, welches jedoch dann in Berlin wieder verfügbar ist. Hiermit wurde die Chance vertan, einen hochattraktiven Korridor (Münschen, Leipzig, Berlin, Greifswald) für Nutzerinnen und Nutzer von Elektrofahrzeugen zu schaffen, eine große Anzahl an Praxiserfahrungen zu sammeln und eine große Auslastung zu erreichen.

Ich darf in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass u.a. im SLAM-Projekt die DC-Ladestationen durch allgemeine Steuergelder finanziert werden und daher eine diskriminierende Nutzung von Steuergeldern ausgeschlossen sein sollte. Leider ist genau das Gegenteil der Fall.

Private Unternehmen, wie z.B. ALDI-Süd, haben dies sehr wohl erkannt und errichten an Ihren Standorten Multi-Standard-Ladestationen. Dies sollte als ein Beispiel für den Aufbau einer diskriminierungsfreien Ladeinfrastruktur im Transitland Deutschland gelten.

Die Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg begrüßt alle Anstrengungen und Aktivitäten für die Elektromobilität, weist jedoch alle Bemühungen seitens der Entsheidungsträger zurück, bestimmte Techniken mit Steuergeldern zu fördern, und andere, die heute bereits den Markt bestimmen, zu diskriminieren. Dies widerspricht auch der EU-Direktive, die jegliche Disriminierungen ausdrücklich ausschließt.

Mit freundlichen Grüßen

Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg

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