Fahren bei Kälte – n ur 50% Reichweite?

Den Elektroautos wird immer wieder nachgesagt, bei Kälte einen großen Teil der Reichweite einzubüßen. Nun, das es zu Reichweiteneinbußen bei Kälte kommt, ist richtig. Dies wird bedingt durch eine verminderte, scheinbare Kapazität der Akkuzellen sowie einen höheren Verbrauch an Energie durch die Fahrzeugheizung. Für meinen 4 Jahre alten Peugeot iON (mit derzeit 44.400 km) kann ich wie folgt berichten:

1. Fahrzeug wurde über Nacht geladen, angezeigte Reichweite heute früh bei -2 Grad: 132 km (sonst werden zwischen 140 und 150 km angezeigt).

2. Nach einer Fahrt über fast genau 100 km (Anteile Landstraße, Autobahn und Stadtverkehr in Potsdam) kam ich mit 15 km Restreichweite wieder zuhause an; zwischendurch konnte ich 45 Minuten laden. Heizung war an, Sitzheizung auch sowie Radio. Im Wagen war es gemütlich warm. Anmerkung: Mein iON verfügt über eine nachträglich isolierte Heizung. Bei einem normalen iON/I-MiEV/C-Zero wäre das nicht möglich gewesen, da das Heizsystem sehr viel Wärme beim Fahren verliert.

3. Bei Ankunft betrug der Reichweitenunterschied zwischen Heizung AN und Heizung AUS lediglich 3 km, d.h. mit zunehmender Strecke vermindert sich der „Einbußen-Effekt“ der Heizung deutlich, da die meiste Energie für das Aufheizen des Heizungssystems und den ausgekühlten Innenraum aufgewendet werden muss. Ist beides „auf Temperatur“ sinkt der zusätzliche Verbrauch pro km deutlich. Auf Kurzstrecken macht sich das also besonders bemerkbar, aber das ist beim Verbrenner nicht viel anders. Die müssen noch fließt „warmlaufen-lassen“, während im E-Auto die Scheiben ruck-zuck frei sind, und schlucken bei Kälte mal so richtig Sprit auf den ersten Kilometern. Zudem arbeitet dann der Katalysator noch nicht. Schadstoff-Belastung at it´s best.

Advertisements

2 Kommentare

  1. Es ist offenbar auch abhängig von der Methode des Aufheizen. Wird denn zu Beginn der „Push Max“ benutzt? Anders wäre es wenn die Heizung nur auf Stufe 1 Betrieben wird. Hierzu muss man das Verhalten der Heizung schon kennen.
    Entschedend ist auch, ob der Wagen bei Raumtemperatur in einer Garage geladen wird oder bei Frost im Freien steht.
    Durch die eingeschränkte „Bewegungsfreude“ der Elektronen bei kalten Temperaturen kann ich von einer Einbuße von 30% der sonst verfügbaren Leistung sprechen und das ohne Heizung.

    Es ist wichtig verschiedene Modi zu testen, um das beste Ergebnis zu erzielen.

    • Hi, also ich heize nicht mit „Max“, nur wenn es unbedingt nötig ist. Ich drehe ich Heizung voll auf und die Lüftung auf eine normale Stufe. Dann ist die Scheibe schnell frei und die Fahrt kann losgehen. Mit isolierter Heizung und Winterrädern beträgt die Einbuße an Reichweite bei mir (Peugeot iON, 45.000 km) 25%. Für mehr muss es schon sehr kalt sein. Bei -18 Grad hatte ich mal das absolute Minimum mit angezeigten 112 km Restreichweite. Um die Null Grad sind es meist 125 bis 130 km. Die Tage, an denen es so extrem kalt ist, sind sowieso gering. Ich lade auch, wenn es kalt ist, sofort nach dem Ankommen, da die Zellen dann etwas warm sind und mehr aufnehmen können. Die Akkus komplett ausgekühlt laden und mit erneut ausgekühlten Zellen losfahren ist die schlechteste Variante. Schön wäre eine Akkuvorheizung wie seinerzeit im smart ed Gen. 2; der hat die Zellen 20 Minuten am Netz vorgewärmt und dann war alles prima. Warum man aber nicht einfach eine kleine Standheizung einbaut, erklärt sich mir nicht…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s