Bald geht es los…die ersten Fragen tauchen auf

Nur noch wenige Tage, dann beginnt die Aktion „30 Tage im April“: Ist es möglich, ein Elektroauto zu nutzen, ohne auf eine private Lademöglichkeit zurück greifen zu können? Genau dies wäre aber Voraussetzung dafür, dass auch Mieter und Wohnungseigentümer, die in der Regel über keine eigene Lademöglichkeit verfügen, auf Elektromobilität umsteigen. In einem Telefonat mit einem Teilnahmer kam gestern nun eine interessante Fragestellung auf: Wie ist das eigentlich mit den von der Herstellern der Fahrzeuge z.T. vorgeschriebenen Ausgleichs- und Kalibrierungsladungen?

Ausgleichsladungen stellen sicher, dass die einzelnen Akkuzellen einer Fahrbatterie regelmäßig auf den exakt gleichen Ladezustand gebracht werden. Dies ist nötig, weil sich das Lade- und Entladeverhalten der einzelnen Zellen leicht unterscheidet und es daher im Laufe der Zeit zu Ungleichgewichten innerhalb einer Fahrbatterie kommen kann, die das Lade- und Entladeverhalten stören können. Z.B. meldet das Fahrzeug dann schneller eine leere oder volle Batterie, weil einzelne Zellen bereits leer oder voll sind. Um dies zu vermeiden, schreiben einige Hersteller sog. Ausgleichsladungen im Handbuch des Fahrzeugs vor, die im Speicher des Fahrzeuges hinterlegt werden. Werden diese nicht ausgeführt, kann dies zu Problemen bei Garantieansprüchen kommen. Je nach Fahrzeug sind diese Ausgleichsladungen entweder gar nicht, selten oder sehr oft nötig und benötigen ggf. viel Zeit (bis zu neun Stunden). Muss eine solche Ausgleichsladung an einer öffentlichen Ladestation durchgeführt werden, bringt dies massive Probleme mit sich: lange Standzeiten (Blockierung für andere Nutzer) und hohe Kosten, wenn an der Station nach Zeit abgerechnet wird.

Kalibrierungsladungen werden von einzelnen Herstellern vorgeschrieben, um die Anzeige des Batterieladezustands (vgl. mit der Tankanzeige in einem Verbrennerfahrzeug) mit dem tatsächlichen Ladezustand der Fahrbatterie abzugleichen. Diese Ladevorgänge sollen meist bei niedrigem Ladezustand beginnen und dann unterbrechnungsfrei bis zur Vollladung durchgeführt werden. Auch diese benötigen also viel Zeit und sind mit den gleichen Problemen wie bei den Ausgleichsladungen verbunden.

Wir haben nun alle relevanten Hersteller von Elektro- und PlugIn-Hybrid-Fahrzeugen konkret auf diese Sachverhalte angeschrieben und werden die Antworten hier im Blog veröffentlichen. Für die Teilnehmer der Aktion gilt: Wenn der Hersteller die oben genannten Sonderladungen im Aktionszeitraum vorschreibt, dann sollen diese auch durchgeführt werden – mit allen Konsequenzen. Denn ein Nutzer ohne private Lademöglichkeit, kann und darf darauf auch nicht verzichten. Letztlich gilt es, all diese Fragen und Probleme zu klären, soll die Elektromobilität massentauglich werden.

 

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