Aufgeladen: erst an der Steckdose, dann auf’s Dach!

Nach einer längeren Pause konnte im Juli 2016 der Lithium-Umbau meines Citroen Saxo endlich abgeschlossen werden. Die Aufrüstung beinhaltet 42 LiFePO4-Zellen (Hersteller Winston) mit je 100Ah Kapazität und ein weitestgehend frei konfigurierbares EMUS-Batteriemanagementsystem des Hersteller Elektromotus aus Litauen.

Der Teufel steckt immer im Detail und so zog sich der Abschluss des Umbaus trotz grösstmöglicher Einfachheit (z.B. wurden alle bestehenden Kontakte, Anschlüsse, Hauptsicherungen, etc. im Original belassen) deutlich länger hin als geplant. Aber dann war es endlich soweit: die ersten Testfahrten! Dank des BMS kann der Energieverbrauch nun sehr präzise protokolliert werden, und so wich zusammen mit den verlässlichen Eigenschaften der Akkus die „Reichweitenangst“ der Vergangenheit schnell einer „Reichweitensorglosigkeit“.

„Wassersport ist immer auch Motorsport“ lautet eine alte Weisheit unter Kanuten, da trotz der vordergründigen Umweltfreundlichkeit dieser Sportart der Transport zum Paddelrevier in der Regel mit Verbrennern erfolgt, oft verbrauchsintensive Hochdach-Vans, Busse oder Geländewagen. Mit der neuen Lithium-Verlässlichkeit ausgestattet wurde der Versuch gewagt: Transport eines Seekajaks mit dem elektrischen Citroen Saxo.

Überschlägige Berechnungen vorher ergaben, dass die Summe der Fahrwiderstände (also Rollwiderstand + Lufwiderstand) bei Geschwindigkeiten bis 70 km/h lediglich ca. 4% höher sein dürfte, also auch nicht mehr als 4% Verbrauchserhöhung (=Reichweitenreduktion) verursachen dürfte. In der Praxis sogar eher etwas weniger, da z.B. bei 50 km/h dieser Wert nur noch bei 2-3% liegt. Dieser erstaunlich kleine Effekt kommt natürlich auch daher, dass es kaum etwas strömungsgünstigeres auf dem Dach geben kann als ein Seekajak mit seinem sehr grossen Verhältnis Länge/Breite und dem relativ kleinen Querschnitt. Jede Dachbox ist ein Ziegelsteim im Vergleich dazu. Der Luftwiderstand steigt im Quadrat mit der Geschwindigkeit, so günstig kommt man also nur bei geringen Geschwindigkeiten davon. Gewicht ist auch kein Thema, der Dachgepäckträger wiegt 8kg, das Kajak 24kg, also alles innerhalb der zulässigen Lasten, da ja der Umbau alleine schon etwa 130 kg Gewicht eingespart hat.

So gerüstet ging es zum ersten Test von Teltow über Potsdam in Richtung Schwielowsee. Am Campingplatz Sanssouci wurde gleich mal der Typ-2/Schuko.Adapter getestet, funktionierte einwandfrei. Warum allerdings der Ladeparkplatz mit einem grossen Halteverbotschild „Feuerwehrzufahrt“ versehen ist, bleibt rätselhaft.

Auf Hin- und Rückfahrt (mit ein paar Umwegen 70 km) konnte zunächst kein spürbarer Mehrverbrauch festgestellt werden, was die 3-4%-Theorie stärkt.

(c) Christian / Teltow

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