Was bringen Test-Zyklen?

Gestern waren wir auf einer längeren Tour unterwegs und sind natürlich, wie viele, in das mittlere Wetterchaos auf der A20 und A19 geraten. Vorwärts gings nur noch mit max. Tempo 90, durch Schneematsch und heftigen Gegenwind kletterte der Spritverbrauch immer weiter an, am Ende stand ein Durchschnittsverbrauch von 4,7 Litern pro 100 km auf der Uhr unseres Prius III. Soviel haben wir noch nie verbraucht. Uff… Während der Fahrt musste ich darüber nachdenken, ob den Verbrauchsangaben nach Test-Zyklus überhaupt Sinn machen.

Solche Test-Zyklen, ob nun NEFZ, WLP oder wie die alle heißen, sind immer nur Ausschnitte aus dem „real-life“, bilden also die Wirklichkeit nur teilweise ab. Unterschiedlichste Wetterbedingungen oder Straßenzustände werden in den bekannten Test-Zyklen gar nicht beachtet, kommen aber vor. Nasse Straßen z.B. erhöhen bereits den Verbrauch, so auch Winterreifen, Zuladung usw. usw. Ungefähr 1000 Faktoren beeinflussen den Verbrauch und die Emissionen eines Fahrzeuges. Was bringt da ein Test?

Wäre es nicht sinnvoller, von solchen Testsachen wegzugehen und viel mehr auf maximale Grenzwerte und Wirkungsgrade zu blicken? Warum schreiben wir nicht viel besser vor, dass ein Verbrennungsmotor z.B. in keinem Lastzustand eine bestimmte Menge an Schadstoffen pro kWh-Leistung emittieren darf? Oder das ein Wirkungssgrad von x nicht unterschritten werden darf? Aus technologischer Sicht würde ich dies besser finden.

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2 Kommentare

  1. Halo Julian, Testzyklen bringen auch m.E. nichts Brauchbares. Die Erfahrung auf der A 19 mit dem Fahren auf Schneemehl habe ich schon hinter mir. Vor 4 Jahren in Kleinmachnow/Berlin/Teltow und Winterrreifen im CityStromer. Ca. 75% (!!) der normalen Reichweite wie im Sommer gingen verloren. Statt 100 km kam ich nur noch 25 km weit und das ohne elekrische Heizung. Fahren auf Schneemehl ist so, als ob du einen Elefantenbullen gegen sein Willen hinter dir herziehst. Wieviel Ertrag lieferte deine PV-Anlage gestern (Sonntag, 08.01.17)? Im Radio kam die Meldung, dass Herr Gabriel beabsichtigt, alle PV-Anlagen auf Hausdächen für den Fall zurückbauen zu lassen, wenn der Ertrag den Wert 0,00 kWh innerhalb von 24 h nicht überschreitet.[surprised]. Ich hatte gestern immerhin noch 0,5 kWh Tagesertrag. vg Wolfgang

  2. Moin Julian, wie Du weißt, will man ja die Fahrzeuge „vergleichen“ können. Da muss natürlich eine standardisierte Situaion her. Sonst wird das nichts. Sich aber auf solch unnormale Prüfsituation zu verständigen, hat schon was Skurilles.

    Und mich erschüttert immer mehr der Einfluss, den die Autohersteller auf den Gesetzgeber ausüben können. Schließlich sollten Abschalteinrichtungen verboten (!) sein. Heute dürfen diese zum Schutz des Motors abgeschaltet werden. Sie müssten alle zwingend eingeschaltet bleiben zum Schutze der Menschen.! Schaffen es Autohersteller nach über 100 Jahren Entwicklung immer noch nicht, die Fahrzeuge intern durch Sensoren und Steuerungen so zu schützen wie möglich? Warum prüft man am Polarkreis denn überhaupt?

    Meine Vorschläge:

    1.
    Die Nachrüstung heutiger moderner Fahrzeuge – Diesel – mit Abgasreinigung sollte zwingend vom Gesetzgeber so aussehen, dass die Abgasreinigung immer (!) an ist. Der Schutz der Menschen geht vor Bequemlichkeit und ersparten Ad-Blue-Kosten.

    2.
    Kurzstrecken bei denen der Motor wieder abgestellt wird bevor er Betriebstemperatur erreicht hat – genau dann entstehen die meisten Schadstoffe – sollten in den ohnehin gesammelten Daten durch das Fahrzeug zu einem kräfitgen steuerlichen Malus führen. „Brötchen holen“ im Winter ist eine Unart, wenn der Pkw dazu benutzt wird. Alternative sind Fahrgemeinschaften oder wieder den vielfach vorhandenen mobilen Bäcker.

    3.
    Das Motorlaufenlassen im Stand vor dem Losfahren müsste technisch unterbunden werden. Wer nach 30 sec. nicht losfährt muss sehen, dass sein Fahrzeug für eine Minute ausgeht. Die Zeit verdoppelt sich beim nächsten Stand innerhalb der nächsten Stunde.

    4.
    Wer in eine Umweltzone fährt, muss eine Maut bezahlen. Gestaffelt nach Schadstoffausstoß.

    5.
    Endlich eine Besteuerung der Kfz nach tatsächlichem Schadstoffausstoß. Unverständlich, dass unsere Regierung sich hier solche große Summe entgehen lässt.

    6.
    Förderung alternativer Antriebe mit verbindlichen und zeitnahen Übergangsgrenzen. Konsens sollte von den Nachfolgerregierungen bestehen, dass diese dann unverändert bleiben.

    7.
    Vorbilder, die nicht scheuen, die angeblich höheren Kosten der E-Mobilität bereits jetzt zu „leben“. Als Beispiel mag dienen: Die Gesamtkosten meines Tesla Model S (Anschaffung in 2015 mit emo-Förderung) nach vier Jahren und 100.000 km werden rund 50.000 Euro betragen. Mit Wertverlust. Eine stolze Summe. Dennnoch sind das „nur“ 0,50 Euro pro km. Das soll man mal mit einen „Performance-Wagen“ deutscher Produktion hinbekommen.

    8.
    „taskforces“ von Bund und Ländern, die in die Regionen gehen und mit den unsäglichen von Presse und Autoherstellern erstellten und bis heute gepflegten Mythen „aufräumen“.

    9.
    Ladesäulen, Ladesäulen, Ladesäulen.
    Erst wenn der letzte im Lande vernimmt, dass man ein E-Auto praktisch überall an interessanten Punkten aufladen kann, wird Michel und Co. umschwenken. Mit Naturstrom versorgen.

    10.
    Echte und durchgesetzte Bevorrechtigungen von E-Fahrzeugen gegenüber Verbrennern, wo immer es möglich ist.

    Nicht alles umsetzbar aber diskutabel.
    VG Hans

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