Wieder so eine Geisterdebatte

In dieser Woche hat ein Beitrag von Vince Ebert auf www.spektrum.de für mächtig Diskussionsstoff gesorgt; nicht nur bei uns innerhalb der IG Elektromobilität, sondern auch an vielen andere Stellen: Woher soll eigentlich der ganze Strom kommen, wenn wir alle elektrisch fahren würden?

Eine wirklich gute Frage.

Aus ein paar Zahlen aber mal eben abzuleiten, dass das ja überhaupt nicht geht (es sein denn, an baut div. Kraftwerke dazu, was eigentlich keiner will), ist sicher voreilig und entbehrt jeder Grundlage. Ich will hier jetzt auch nicht mit Zahlen dagegen halten, aber ein paar Gedanken ins Spiel bringen.

Ok, dass Elektroautos Strom brauchen ist unbestritten. Und die Menge ist auch nicht zu vernachlässigen. Die Frage ist aber nicht nur, wieviel kWh brauchen all die schönen E-Autos. Die Frage ist auch, wofür brauchen wie denn heute Strom?

Und dabei fällt mir als Erstes ein, dass wir heute noch viel zu viel Strom wirklich verschwenden. Alleine unsere Beleuchtung ist noch lange nicht auf effiziente Leuchtmittel umgestellt. Da gibt´s immer noch Glühbirnen oder Halogenglühlampen, die alles andere als effizient sind. Auch Energiesparlampen verbrauchen noch 50% mehr als gleich helle LED-Leuchtmittel. Was alleine bei einer kompletten Umstellung an kWh eingespart werden kann, ist enorm.

Anderes Beispiel, was noch weniger im Bewusstsein ist, als Lampen: Pumpen. Heizungspumpen, um genau zu sein. In abertausenden an Haushalten werkeln noch alte und ineffiziente Umwälzpumpen vor sich hin, die locker mal eben 100 Watt pro Stunde verbrauchen. Es ginge aber auch mit locker 2/3 weniger, mit Hocheffizient-Pumpen. Auch da werden wieder Millionen an kWh frei. Übrigens kann man das auch gut auf Ventilatoren und Kompressoren übertragen.

Vlt steht ja nebenan noch Omas alter Kühlschrank? Viel zu schade zum entsorgen? Um Gottes Willen! Was da noch an alten Kühl- und Gefriergeräten in Deutschland am Stromnetz hängt, will ich mir gar nicht vorstellen. Dabei verbrauchen moderne Geräte viel, viel weniger Strom. Wer da nicht tauscht, ist nicht mehr zu helfen.

Und so geht es immer weiter…Haushaltsgeräte, IT-Technik oder sinnlose Stromverschwendung (wie viele Häuser werden nachts dauerbeleuchtet? Warum nur machen Leute das? Immer noch ein Thema: Standby-Verbrauch. Und wieviel Strom ließe sich jeden Tag einsparen, würde nur jeder rechtzeitig den Herd abdrehen und mit der Nachwärme weiter kochen, auf das Vorheizen des Ofens verzichten oder stets die nur die ausreichende Menge an Wasser erhitzen?

Wie viele kWh werden gar nicht erst erzeugt, weil immer noch Wind- und Solarparks abgeregelt werden, weil die Netze nicht ausgebaut sind oder Kohlestrom die Netze verstopft? Es ist zum verrückt werden.

Und dann ist da noch etwas: Mit jedem neuen E-Auto sinkt der Bedarf an Benzin und Diesel. D.h. diese Treibstoffe müssen gar nicht mehr hergestellt werden. Pro Liter Benzin oder Diesel werden alleine dadurch große Mengen an Strom in den Pipelines und Raffinerien eingespart. Und auch Tankstellen werden nach und nach überflüssig, die arbeiten auch nicht ohne Strom.

Die Frage lautet also nicht: Gibt es genug Strom für Elektroautos? Es ist mehr eine Frage, wie effizient wir mit Strom umgehen. Da ist noch ganz viel Luft nach oben.

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3 Kommentare

  1. Dazu fällt mir noch etwas ein: Was würde passieren, wenn sämtliche auf der Erde befindlichen Fahrzeuge (egal, ob Verbrenner oder Elektro) zur gleichen Zeit extrem scharf abbremsen?

    Antwort: Die Erde würde aus dem Gleichgewicht geraten und ihre Umlaufbahn um die Sonne verändern mit gravierenden Folgen für das Klima.

  2. Auf Twitter habe ich den Beitrag wie folgt kommentiert:

    „Als Beitrag eines Wissenschaftskabarettisten völlig in Ordnung, nur ernsthaft ist der Beitrag nicht zu gebrauchen.“

    Der Autor ist Wissenschaftskabarettist. Die Argumente sind dementsprechend. Man kann sie nicht ernst nehmen.

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