Urlaub in Wiek auf Rügen – ein Fazit aus emobiler Sicht

Wir wollten diesmal endlich das erste Mal mit unserer ZOE in den langersehnten Urlaub fahren. Auch wenn es zu viert mit Hund sicher sehr eng geworden wäre, aber irgendwie hätte es sicher geklappt. Doch in letzter Minute haben wir uns dann doch für den Prius entschieden. Warum?

Nun, eine Rückfrage an die Touristeninformation auf Rügen ergab kein besseres Bild von der aktuellen Ladeinfrastruktur auf Rügen, als es die Online – Verzeichnisse schon erahnen ließen: Auf Rügen gibt es so gut wie keine Ladestelle für Elektroautos. Als erfahrener E-Pilot weiß ich aber, dass man darauf angewiesen ist, auch abseits des Ferienhauses mal laden zu können. Und so bietet Rügen zwar in jedem noch so kleinen Hafen Strom für Boote, aber nix Strom für E-Autos, die gern mal an mehr als einer Schukodose laden wollen (oder müssen). Hier besteht massivster Nachholebedarf in einer der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands. In jedem Ort mind. 2 Ladestellen. Parkplätze gibt es mehr als genug. Weiß man hier von den Fördergeldern? Wo sind die engagierten Bürgermeister, die zugreifen und die Zukunft gestalten?

Konkret hätte es für uns bedeutet, zum Laden bis nach Bergen fahren zu müssen. Angesichts der chaotischen Verkehrsverhältnisse aufgrund der gesperrten Hauptstrecke und der eingeschränkten Zugangsmöglichkeit auf die Ladestation ein Ding der Unmöglichkeit. Die Ladeinfrastruktur muss doch dort sein, wo die Menschen Urlaub machen.

Eine abstruse Situation. Denn Rügen strotzt ja nur so vor Wind und Sonne. Da könnte man den lokal erzeugten Strom doch gleich dafür nutzen, weniger Benzin und Diesel zu verkaufen und die emissionsfreie Mobilität zu fördern. Keinen Tag und keine Nacht hatten wir hier Flaute und die Sonne lachte vom blauen Himmel.

Doch es geht noch schlimmer. Nur eine Handvoll Häuser hier in Wiek tragen Solarstromanlagen, was für Trauerspiel. Dabei steigt der Energiebedarg ja gerade im Sommer durch tausende an Touristen stark an. Alles ungenutzte Ölquellen. Wenn dann so mancher „Fachmensch“ die Frage stellt, woher bloß der ganze Strom für die neue Mobilität kommen soll, kann ich nur noch lachen…obwohl es eher zum Heulen ist.

Schlußendlich lese ich dann noch von einer lokalen Bürgerinitiative, die neue Windräder verhindern will. Dabei brauchen wir diese Anlagen so dringend, wenn wir die Energiewende wirklich schaffen wollen. Dringend. Oder soll auch in 10 Jahren jedes Haus hier noch mit Gas heizen und jedes Auto Öl verbrennen? St. Florian geht nicht.

Ich kann die Befürchtungen schon nachvollziehen, aber jeder muss seinen Beitrag leisten. Ja, muss. Aber es kann doch auch zum Vorteil für die Menschen hier sein, z.B. in dem die Einwohner beteiligt werden und die Einnahmen hier vor Ort investiert werden. Warum kein „Energie-autarkes Wiek“, warum kein CO2-freies Rügen? Wo sind die Energiegenossenschaften?

Von der Vollendung der Energiewende sind wir noch sehr weit entfernt, vlt. ist es in den Köpfen noch gar nicht angekommen.

Fazit: Es ist schön hier und wir wollen die Schönheit ja erhalten. Wir kommen aber erst wieder, wenn Rügen verstanden hat.

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3 Kommentare

  1. Ich empfehle, einfach weiter nach Dänemark oder Schweden zu fahren. Alternativ nach Estland. Tolles Land und in jedem Dorf mit 5000 Einwohnern eine top gewartete Schnellladesäule von ABB. Näher dran wäre Tschechien. Alles Länder, die sehr gern Elektroautofahrer als Touristen begrüßen und die Infrastruktur schufen.

  2. Das ist das erste Ostern seit einigen Jahren , das wir nicht mehr elektrisch nach Rügen gefahren sind.
    6 Jahre habe wir immer und immer wieder Probiert Rügen elektrisch zu “ erobern“.
    Nun haben wir aufgegeben.
    Auf Rügen hat man nicht verstanden oder will es einfach nicht.
    Wir besuchen Rügen nun nicht mehr. Entstation ist Stralsund. Dort steht die letzte Schnellladestation.
    Die letzte allerdings unzuverlässige öffentliche Ladestation steht in Bergen. Wir haben sie bei 4 Ladeversuchen nur einmal mit Unterstützung der zuständigen Hotline nutzen können. Traurig.
    Davon soll es noch eine in Sassnitz geben.
    Wir versuchen es vorläufig nicht mehr………uns reicht es jetzt
    Wir fahren nur noch dahin, wo wir mit unserem Elektroauto willkommen sind.

  3. Auf Bornholm gibt es auch nur sehr wenige Ladesäulen (in Rønne), aber auf der Insel kann man selbstverständlich in den Häfen laden (CEE32, CEE16 und Campingsteckdose). Jeder Elektrofahrer ist nach meinen Erfahrungen (2015) herzlich willkommen.

    Auf Rügen scheint für Elektrofahrer nur der Fährhafen interessant zu sein, damit man nach Schweden und Dänemark kommt. Letzte Schnellladestation ist Stralsund.

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