Warum sollte meine Gemeinde, Hotel, Arbeitgeber, Einkaufszentrum die E-Mobilität fördern?

Es gab Anfragen: Warum soll meine Gemeinde, Hotel, Arbeitgeber, Einkaufszentrum die E-Mobilität fördern?

Antwort: Weil andere es tun, und langsam ihren Nutzen daraus ziehen – zu Ihrem Nachteil.

Ausführlicher und an die Betreiber, der o.g. Einrichtungen gerichtet:
Achtung – der Text ab jetzt enthält in Teilen Ironie, die ich nicht kenntlich mache.

Niemand muss (derzeit) etwas für die Verbreitung der Elektromobilität tun. Warten Sie ab. Genauso wenig wie vor Jahren irgendein Hotelier WLAN für die Gäste anbieten musste (während die Mitbewerber das bereits taten). Oder Hundenäpfe aufstellen, oder Kinderangebote schaffen. Abwarten war möglich. Gäste abwimmeln, die danach fragten. Gibt es heute noch (ernstzunehmende) Hotels ohne WLAN? Kaum. Also, was ist in der Zwischenzeit passiert? Es hat sich durchgesetzt. Fast jeder, der anfangs zögerlichen Betreiber hat sich umentschlossen. Die Frage ist: Wie viele Gäste hat er an die Mitbewerber durch sein zögern verloren? Und weiterhin: Wie will er diese wieder zurückbekommen? Warum also nicht gleich, wenn ein Trend zu erkennen ist? Der Trend zum WLAN war damals genauso zu erkennen wie heute der Trend zur Elektromobilität. Damit ist man fast schon spät dran, denn jetzt (!) entscheidet sich bereits wo angenehme Kunden demnächst übernachten. Und – wenn es denen gefällt – bleiben sie künftig im Hotel, wo dem Hotelgast eine Lademöglichkeit für E-Autos angeboten wird. Gibt es da Widerspruch? Ich denke nicht. Warum die Vorbehalte also? Ach ja, es sind nur wenige bisher! Aber nun wieder die Frage: Wie viele Gäste wollen Sie an andere Häuser verlieren, und wie gedenken Sie diese später wieder zu bekommen? Sie führen diese Dienstleistung also ein. Wer klug ist, macht dieses früher als später. Punkt.

Erkennen sich nun die Gemeindevertreter wieder im vorgeschriebenen Text? Wiedersprechen Sie mir, wenn Sie um Ansiedlung von Betrieben und Bewohnern oder Häuslebauern schon heute einen Wettbewerb führen? Grundstückspreise, Baumöglichkeiten, Steuern, Infrastruktur, Infrastruktur, Infrastruktur gehören dazu. In Trebbin haben im letzten halben Jahr vier neue E-Autos Zugang gefunden. Das ist in bundesweiter Statistik überdurchschnittlich. Die Leute fühlen sich einfach wohl wegen der bereits vorhandenen und bekannten hervorragenden Lademöglichkeiten. Jetzt (!) ist es noch leicht, sich durch ein gutes Angebot für e-Autofahrer oder Zweiradfahrer hervorzutun, gerade weil die Angebote jetzt (!) noch spärlich sind. Noch. Und noch (!) sind E-Fahrer hervorragend vernetzt. „Borgintelligenz“ – was einer weiß, wissen alle. Profitieren Sie davon!

Und was halten nun die Betreiber, Geschäftsführer, Marktleiter, Chefs von
– Baumärkten
– Supermärkten
– Schwimmbädern
– Ärztehäusern
– Einkaufszentren
– Park-und-Ride-Parkplätzen
– Veranstaltern
– Gemeindeeinrichtungen
– Hotels und Gaststätten (oben bereits genannt)
– Museen, Theatern, Kinos
– Ausflugsattraktionen
– allen Arten von Arbeitgebern
– usw.
von den Gedanken?

Elektromobilität wird zur Normalität werden und die Ladeinfrastruktur. Klar. Nur – einige haben bis dahin den anderen Anbietern die Kunden, Mitarbeiter, Bewohner, Betriebe abgeworben. Nichts weiter.

Ironie-Ende. Niemand muss. Jeder kann. Jetzt.

Nachdenklich ist Hans Kurtzweg

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1 Kommentar

  1. Das Beste war für mich bislang ein Hotel im Raum Bonn, das eine Typ2 Wallbox und Elektroauto hat, aber explizit NICHT in den gängigen Ladeverzeichnissen auftauchen will. Ein Hotelier, der Goingelectric.de anschrieb, um wieder daraus gelöscht zu werden. Ein Hotelier mit Mitarbeitern, die das Elektrozeugs für Quatsch halten und sich damit nicht auskennen. Einem Hotelier, der lieber eine Mülltüte über die Wallbox zieht und sie zuparkt, als sie offensiv zu bewerben.

    Ich kam da des nachts mit praktisch leerem Tesla an, weil ich mich an einen Zeitungsartikel erinnerte, in dem der Hotelier die Elektromobilität als Chance darstellte. Am nächsten Morgen war die Batterie ausgekühlt und ich durfte erstmal irgendwo anders in 2. Reihe stehend notladen. Da geh ich garantiert nie wieder hin.

    Im Kaiserhof Anif mit seinen 23 Lademöglichkeiten waren wir hingegen schon 4x, trotz abgeschiedener Lage, trotz Lärm von der Bundesstraße, trotz relativ hohen Preisen, trotz fehlender Klimaanlage und fast flüssigem Rührei zum Frühstück. 🙂

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