Sturm der Entrüstung

Zu keinem anderen Beitrag auf unserem Blog haben wir so viele Kommentare erhalten, wie zu „Auch Verbrenner fahren mit Strom“. Es scheint, dass es vielen sehr schwer fällt, der Wahrheit ins Auge zu blicken und festzustellen, dass Kraftstoffe nicht vom Himmel fallen, sondern Endprodukt eines Herstellungsprozesses sind, der extrem aufwändig ist, und div. soziale, gesellschaftliche und auch ökologische Auswirkungen hat, von denen man nichts spürt, wenn man an der Zapfsäule steht.

An dieser Stelle bedanken wir uns für alle Zuschriften, wir lesen jede einzelne, aber wir können nicht auf jede davon individuell antworten.

Wir wollen an dieser Stelle aber festhalten:

  • Der Beitrag hat ausschließlich die Aufgabe zu verdeutlichen, dass Benzin und Diesel eine bislang deutlich zu wenig beachtete Vorkette haben, das Gleiche gilt auch für die im Verbrenner benötigten Zusatzstoffe wie Schmieröle und AdBlue und Ersatzteile, die ein Elektroauto nicht kennt. Jeder Liter und jedes Teil ist vorbelastet und erzeugt bei der Verbrennung erneut Umweltbelastungen in nicht zu knapper Form.
  • Natürlich ist auch Strom vorbelastet, aber die Vorbelastung bei Benzin und Diesel spielt in der Diskussion um die Ökobilanz von Elektrofahrzeugen bislang praktisch keine Rolle, wohl werden bei den Elektrofahrzeuge alle Register gezogen, um eine „katastrophale Ökobilanz“ irgendwie nachzuweisen, z.B. bei der Herstellung der Batterie. Und natürlich ist auch ein Elektroauto nach der Produktion vorbelastet, sogar stärker als ein Verbrenner. Aber im Betrieb wird es beim Verbrenner nunmal immer schlimmer und schlimmer und das in stärkerem Maße, als beim Elektroauto. Dieses holt mir jedem km auf und den Verbrenner schließlich ein. Am Ende gewinnt das Elektroauto.
  • Viele gehen von einer 1:1-Umstellung auf Elektrofahrzeuge aus, also 43 Mio Verbrenner in D werden gegen 43 Mio Elektrofahrzeuge getauscht und daraus wird ein hypothetischer Stromverbrauch und eine hypothetische Stromlast berechnet. Ich gehe davon aus, dass es zu einer deutlichen Verminderung der Fahrzeuganzahl in den nächsten 20-30 Jahren kommen wird und das durch intelligente Netznutzung und Stromnutzung sowie durch die weitergehende Steigerung der Effizienz die Verbräuche eher nicht wachsen und die Lastenverteilung massiv optimiert werden kann.
  • Was heute noch nicht geht, ist kein Argument dafür, nicht daran zu arbeiten. Noch vor wenigen Jahren schien es absolut unmöglich, mehr als 6% erneuerbare Energien ins Stromnetz zu integrieren; heute sind wir bei fast 40% und die Netzbetreiber sprechen davon, dass bis zu 60% integrierbar sind, ohne dass Großspeicher nötig werden. Mobile telefonieren und Streaming von Videos unterwegs? Heute ganz normal – vor wenigen Jahren unvorstellbar. Die technische Entwicklung geht so schnell, dass wir in ein paar Jahren über die Probeme von heute nur noch lachen werden.

    Ob die Stromnetze unter der Ladelast der Elektroautos zusammenbrechen können auch nur die Netzbetreiber beantworten. Dazu habe ich eine Umfrage gestartet – die Ergebnisse werden hier veröffentlicht.

  • Rohstoffverbrauch. Alles braucht Rohstoffe, auch Verbrenner. Und dort werden insb. die seltenen Metalle in großen Mengen benötigt und im Laufe der Zeit sogar an die Umwelt abgegeben. Kinder auf der Straßen atmen das ein.

 

Wir bleiben an dem Thema dran.

Ein Kommentar zu „Sturm der Entrüstung

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  1. Dann nehmt euch doch bitte die Kritik, die zu großen Teilen ja auch von überzeugten E-Auto-Fahrern kommt, zu Herzen und überarbeitet die größten Kinken in eurem Beitrag, wie etwa die Geschichte mit den 1,5 kWh pro Liter zur Kraftstofferzeugung.

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