Strom für´s Haus und für´s Auto – von hier für uns!

Je mehr Elektrofahrzeuge unterwegs sind, desto stärker wächst das Interesse an speziellen Stromtarifen. Aber neben dem Preis ist auch die Herkunft des Stroms von größtem Interesse, denn die Nutzung von möglichst viel regenerativ gewonnener Energie ist von entscheidender Bedeutung für die Ökobilanz von PlugIn- und Elektrofahrzeugen.

Ökostrom wird von vielen Anbietern verkauft, aber selten „vor der Haustür“ erzeugt. Nicht selten kauft der Versorger Strom aus Kraftwerken ein, die hunderte Kilometer entfernt oder gar in anderen Ländern (z.B. Wasserkraftwerke in Österreich oder Norwegen) stehen. Dies mag ökologisch in Ordnung gehen, denn letztlich ist es egal, wo CO2 eingespart wird. Aber die weit entfernte Erzeugung verstärkt den Druck auf den Ausbau der Stromnetze und ist nicht besonders förderlich für die regionale oder gar lokale Wertschöpfung im Rahmen der Energiewende.

Wir haben uns daher auf die Suche nach einem Versorger gemacht, der möglichst vollständig in Brandenburg produziert und sind auf EQ-Strom aufmerksam geworden.

Aus einer ersten Kontaktaufnahme per Mail wurden mehrere, teils sehr lange und ausführliche Gespräche und die folgenden Angebote speziell für Nutzerinnen und Nutzer von Elektrofahrzeugen. Die Angebote sind speziell auf die drei Netzgebiete Berlin, Potsdam und Brandenburg zugeschnitten, daher die unterschiedlichen Grundgebühren und kWh-Preise.

Da es möglich ist, vergünstigte Stromtarife für das Laden von Elektroautos an einer unterbrechbaren Versorgungseinrichtung (Stromzähler für Elektroheizung oder Wärmepumpen) in Anspruch zu nehmen, gibt es auch hierfür entsprechende Angebote.

Als Bonus winken 30,- pro Jahr, die jährlich auf die Rechnung für einen Zähler pro Haushalt angerechnet werden. Bei der Beauftragung ist auf das Elektrofahrzeug hinzuweisen, damit der Bonus auch ausgezahlt wird. Voraussetzung ist der Nachweis über den Besitz eines zugelassenen Elektrofahrzeuges durch Einsendung eines Fahrzeugfotos und eines Fotos der Zulassung.

 

Angebot EDIS Netz GmbH:

Hausstromzähler Unterbrechbare Verbrauchseinrichtung
Grundpreis 8,90 € mtl. brutto 3,10 € mtl. brutto
Arbeitspreis 27,70 ct/kWh brutto 20,19 ct/kWh brutto

  

Angebot NGP Potsdam:

Hausstromzähler Unterbrechbare Verbrauchseinrichtung
Grundpreis 3,60 € mtl. brutto 4,50 € mtl. brutto
Arbeitspreis 26,38 ct/kWh brutto 20,22 ct/kWh brutto

 

Angebot Stromnetz Berlin:

Hausstromzähler Unterbrechbare Verbrauchseinrichtung
Grundpreis 5,70 € mtl. brutto 5,70 € mtl. brutto
Arbeitspreis 25,55 ct/kWh brutto 19,47 ct/kWh brutto

 

Ein interessantes und faires Angebot für alle, die ihren Haushalt und ihr Fahrzeug mit regional erzeugter Energie versorgen wollen, denn die Windkraftanlagen, aus denen der Großteil des Stroms stammt, stehen unweit vor den Toren Berlins. Strom zum Anfassen sozusagen.

 

 

 

 

 

 

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4 Kommentare zu „Strom für´s Haus und für´s Auto – von hier für uns!

Gib deinen ab

  1. Hallo zusammen,
    neue Tarife braucht das Land, wohl wahr! Aber ich verstehe nicht, wieso es keinen Anbieter gibt (geben soll), der seinen Arbeitspreis flexibel gestalten kann, derart, dass er jederzeit den Einkaufspreis sofort voll weitergibt. Wenn der Wind weht und/oder die Sonne glüht, ist der EP manchmal sogar negativ. Daran will ich als Verbraucher auch partizipieren können und in diesen Stunden meine Batterien (auch E-Wagen) vollladen. Wenn es dann in der Folgenacht windstill ist, bin ich auch gerne bereit, den Höchstpreis beim Einkauf mitzutragen (vorausgesetzt, ich benötige dann überhaupt noch Strom, denn dann werde ich zuerst Strom aus den Batterien nehmen). Kurzum, wir sollten einen Anbieter suchen, der den flexiblen Arbeitspreis als direkte Funktion des tatsächlichen Einkaufspreises anbietet. Der lässt sich übrigens schon über 24h im Voraus berechnen.
    Wir sollten ggfs. selbst einen Stromversorger gründen und Rechte erwerben, direkt an der Leipziger Strombörse EEX einzukaufen, gut auch in Kooperation mit z.B. EQ. Was haltet ihr davon?

    Viele Grüße

    Wolfgang

  2. „Aber die weit entfernte Erzeugung verstärkt den Druck auf den Ausbau der Stromnetze und ist nicht besonders förderlich für die regionale oder gar lokale Wertschöpfung im Rahmen der Energiewende.“

    Den ersten Teil des Satzes halte ich für Unsinn, denn wo der Strom gekauft wird ist – wie Sie richtig festgestellt haben – für die Ökobilanz vollkommen egal, aber eben auch für den Transport. Die Stromnetze „gleichen“ immer Erzeugung und Bedarf auf dem kürzest möglichen Weg aus. Das machen die Netzbetreiber sowieso, weil sie kein Interesse an den Verlusten haben. Global gesehen ist die Abschaltung eines Kohlekraftwerks in China genauso wertvoll wie die Abschaltung bei uns… Allerdings blasen vor allem die Kohlekraftwerke neben CO2 auch andere unschöne Dinge in die Luft und deswegen wär’s schon clever, wenn wir unsere eigenen Kohlekraftwerke loswerden könnten.

    Der Druck auf den Ausbau des Stromnetzes entsteht ausschließlich durch die enormen Windkraftleistungen an der Küste – während die Stromkonzerne ihre Kohlekraftwerke nicht abschalten wollen. Während im Übrigen die Gaskraftwerke – die genau diese Regelleistungen ganz gut erbringen könnten – nicht mal angeworfen werden, weil der dort erzeugte Strom eben nicht so profitabel ist. Weil die Gaskraftwerke gegen den spottbilligen Kohlestrom konkurrieren müssen, wollen die Betreiber sie möglichst schnell loswerden – trotz geradezu fantastischer Wirkungsgrade schon ohne Kraft-Wärme-Kopplung.
    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Irsching

    Bizarr dabei ist auch, dass die Kohlekraftwerke – bis auf die Ausnahmen in den deutschen Braunkohlerevieren – ja mit international herangekarrter Steinkohle betrieben werden.

    Ich sag’s nicht gerne, aber oft: Der Netzausbau und die Kostenstrukturen sind keine technischen und eigentlich auch keine kaufmännischen Probleme, das sind politische Probleme. Eine einfache Frage von Wollen oder nicht Wollen.

    Die Vorstellung, dass es spezielle Ladetarife geben könnte, halte ich darüberhinaus für naiv. Fakt ist, dass die großen Stromfresser – die Nachtspeicherheizungen – zwar lange Zeit über die Niedertarifvereinbarungen gestützt wurden – de fakto bietet kaum noch ein Anbieter einen attraktiven Niedertarif an. Wenn man sich die Zweitarif-Angebote genau ansieht, dann ist der Hochtarif praktisch immer deutlich verteuert, wenn es einen scheinbar attraktiven Niedertarif gibt. Man muss dann wirklich sehr viel Leistung in den Niedertarif verschieben, damit das auch nur einigermaßen interessant ist. In der Grundversorgung stellt sich das noch dramatischer dar: Da kostet der Niedertarif oft so viel, wie der Hochtarif bei günstigen Anbietern…

    Deswegen behaupte ich, die Versorger haben kein Interesse an Ladetarifen und der Gesetzgeber wird sie nicht dazu zwingen. Ich würde alle Kalkulationen diesbezüglich mit dem regulären Durchschnittspreis für Strom machen und stets von leichten Steigerungen ausgehen.

    1. Spezielle Ladetarife gibt es jetzt schon, daran ist also nichts naiv. E-Autos können große Mengen an Strom aufnehmen und sind dazu zeitlich flexibel, was das Laden angeht. Bevor man also Strom verschenkt, kann man diesen gezielt an E-Autos abgeben. Dies wird bereits von div. Stromlieferanten angeboten.

      1. Bitte zeigen Sie mir einen Link zu einem Versorger mit Ladetarif – keine öffentlichen Säulen, das ist ja ein ganz anderes Geschäft. Weder konnte ich mit Dr. Google ein entsprechendes Angebot finden, noch kennen große Vergleichsportale dafür auch nur eine Option. Eine Stichprobe bei ein paar willkürlichen Versorgerwebseiten hat mir auch nicht einen entsprechenden Tarif gezeigt – mein eigener schon gar nicht. Vielleicht gibt’s sowas tatsächlich vereinzelt, aber dann würde ich das erstmal als Greenwashing verbuchen.

        Das Argument mit dem „lieber billig laden als verschenken“ zieht nicht – deswegen habe ich ja so umständlich mit den Niedertarifvereinbarungen argumentiert. Richtig scheint zu sein, dass es einfacher oder profitabler ist, den überschüssigen Kohlestrom zu den Gestehungskosten nach Frankreis zu exportieren, als die Nachfrage danach über entsprechende Tarife zu steigern.

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