Es ist was faul…

…aber diesmal nicht im Staate Dänemark, sondern in Deutschland. Denn Elektrofahrzeuge benötigen eine entsprechend ausgebaute und leistungsfähige Ladeinfrastruktur. Doch die ist noch im Aufbau und mit ihr die Probleme.

Am Montag, den 18.6.2018, war ich eingeladen zum 2. Runden Tisch der Verbraucherzentrale Bundesverband zum Thema Ladeinfrastuktur in Deutschland. Gemeinsam mit Vertretern von Lichtblick, dem ADAC, dem BV CarSharing, der GLS-Bank und weiteren wurde über den aktuellen Status Quo der Ladeinfrastruktur aus Sicht der Anwender diskutiert. Für den thematischen Input sorgten dabei Herr Lücking von Lichtblick und die Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg (IGEMBB), diesmal vertreten durch Julian Affeldt.

Gero Lücking präsentierte den noch nicht veröffentlichten 2. Ladesäulencheck, den Licht hat anfertigen lassen und der aktuell vor der Veröffentlichung noch fehlerbereinigt wird. Darin werden die bekannten Probleme beschrieben, die jeder Nutzer eines Elektrofahrzeuges kennt: zu wenige Stationen, undurchsichtige Tarife, hohe Kosten usw. Eindrucksvoll beschrieb er die Tendenz zur Monopolbildung und die Ausbildung von „Mondpreisen“ beim Laden im öffentlichen Bereich. Als Gegenmodell präsentierte er die Idee, dass zukünftig nur noch die Netzbetreiber für den Auf- und Ausbau sowie den Betrieb der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur verantwortlich sind. Die Ladeinfrastruktur wird dabei Teil der Stromversorgung, die Kosten werden indirekt von allen Stromkunden über die Netzendgelte finanziert. Widerspruch bzw. Bedenken dazu kam von der vzbz (ungerechte Finanzierung) sowie von der GLS-Bank. Ungeklärt in diesem Modell ist auch die Frage, was mit der bereits bestehenden Ladeinfrastruktur passieren soll. Andererseits besticht das Modell durch seine innere Logik und Einfachheit.

Julian Affeldt von der IGEMBB stellte nach der Pause in seiner Präsentation die Lage aus Sicht der Anwender dar und stellt eingangs fest, dass jeder, der aktuell ein Elektrofahrzeug oder einen PlugIn-Hybriden kaufen möchte, mit Wartezeiten zwischen 8 und 18 Monate rechnen muss. Anschließend berichtete er aus den Erfahrungen, die die Mitglieder der IGEMBB jeden Tag erleben und erleben müssen, u.a. defekte und sehr oft blockierte Ladestationen, insb. durch Verbrenner- und CarSharing-Fhz. Auch er wiederholte die Forderung nach einem Ausbau der Ladeinfrastruktur (und verwies dabei u.a. auf die Ladestandorte von Tesla, wo nicht eine, sondern meist gleich 8-12 Ladeanschlüsse pro Standort bereit gestellt werden) und die aktuell völlig inakzeptablen Tarifmodelle und Ladekosten im öffentlichen Bereich. Eine Abrechnung kann nur nach tatsächlich geladenen Kilowattstunden oder im Rahmen eines Flat-Modelles, vergleichbar zu bekannten DSL- oder Mobilfunktarifen, erfolgen, denn alle anderen Modelle, z.B. Abrechnung nach Zeit oder Abrechnung pro Ladevorgang, würden über kurz oder lang von den Kunden nicht akzeptiert.

Die spannende Diskussionsrunde endete nach rund 4 Stunden und wird im Rahmen eines 3. Runden Tisches fortgesetzt. Ziel ist die Formulierung eines Positions- und Forderungspapieres der vzbz an die Politik.

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