Steuern und E-Autofahren – hier Entwurf des Jahressteuergesetz 2018

Wir haben zu Beginn des Jahres in einem Artikel in groben Zügen die steuerliche Behandlung von Elektroautos geschildert.

Im August wurde nun von der Bundesregierung der Entwurf eines Jahressteuergesetz 2018 in den Bundestag eingebracht. Dieser Entwurf enthält auch Änderungen, die für Elektroautofahrer bzw. Interessenten wichtig sind.

Vermutlich haben Sie es auch schon den verschiedenen Medien entnommen, dass von der "Halbierung" des privaten Nutzungsanteils die Rede war. Ganz so ist das zwar nicht, aber schon nahe dran.

Allerdings hat der Entwurf einen Haken, einen ziemlich unschönen für die "early Adopters". Diese ‚Halbierung‘ gilt nur für Fahrzeuge die im Zeitraum 01.01.2019-31.12.2021 zugelassen werden. Für Fahrzeuge, welche vor diesem Zeitpunkt zugelassen wurden, gilt die bisherige Regelung der Batteriekostenkürzung für die Ermittlung des privaten Nutzungsanteils.

Wie sieht diese ‚Halbierung‘ denn aus?

Vom Prinzip her einfach, denn der Gesetzesentwurf schreibt

"Die private Nutzung eines Kraftfahrzeugs, das zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird, ist für jeden Kalendermonat mit 1 Prozent des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattung einschließlich Umsatzsteuer anzusetzen; … bei Elektrofahrzeugen… ist der Listenpreis dieser Kraftfahrzeuge …
2. bei Anschaffung nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 nur zur Hälfte anzusetzen. "

Es ist also nur der halbe Listenpreis für die 1%-Methode zu berücksichtigen.

Bei der Fahrtenbuchmethode muss für die Ermittlung des privaten Nutzungsanteils bei der Ermittlung der insgesamt entstandenen Aufwendungen die Anschaffungskosten für das Kraftfahrzeug oder vergleichbare Aufwendungen nur zur Hälfte berücksichtigt werden.

Es wird also auch weiterhin eine aufwendige Berechnung notwendig sein, auch, weil für die Umsatzsteuer eine derartige Kürzung nicht vorgesehen ist.

Da die Lieferzeiten heutiger E-Fahrzeuge sowieso meist lang sind, prüfen Sie doch einfach mal für sich, ob es sich vielleicht lohnt, aus steuerlichen Gründen das Auto erst in 2019 anzumelden.

Wichtig: wenn Sie unsicher in der Behandlung sind, lassen Sie sich von einem Steuerberater beraten. Dieser Text dient nur als Hinweis auf die zu erwartende Regelung.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: