Ab an die Ostsee

Um vor dem Tag der Elektromobilität nochmal etwas Kraft, Luft und Sonne zu tanken machten wir uns auf den Weg an die Ostsee, genauer ins Ostseeheilbad Zingst auf der wunderschönen Halbinsel Fischland-Darss-Zingst. Diesmal konnten wir mit einem Hyundai Kona mit der 64-kWh-Batterie unterwegs sein und ich hatte eigentlich vor, hier einen Bericht über die Fahrt zu veröffentlichen.

Allerdings stellte sich – wie erwartet – ganz schnell heraus, dass es dann doch eigentlich gar nichts zu berichte gibt, denn die Fahrt verlief wie am Schnürchen, von irgendwelchen Reichweiten- oder Ladeproblemen keine Spur.

Nach einer ruhigen Anfahrt mit Zwischenstopp in Wittstock/Dosse und 45-minütiger Nutzung der Ladesäule am Bahnhof (AC-Ladung mit 7,2 kW, freigeschaltet werden konnte die EMB-Ladesäule problemlos mit der Vattenfall-/InCharge-RFID-Karte), ging es dann weiter Richtung Ostsee. Vor Ort noch etwas Ärger durch eine recht lange Umfahrung Richtung Barth, kamen wir nach 311 km mit einer Restreichweite von 125km und einem Durchschnittsverbrauch von 15,6 kWh an. Verbrauch und Reichweite waren mehr als überzeugend. Durch die aktive Nutzung der Fahrassistenten steigen wir beide völlig entspannt aus und konnten den Kurzurlaub in vollen Zügen genießen.

Dennoch war es ja nötig, das Fahrzeug vor Ort zu laden…und da habe ich mit Zingst so Einiges hinter mit, denn selbst mein Angebot, der Gemeinde eine Wallbox zu schenken wurde nicht angenommen, auch gibt es bislang in Zingst nicht eine einzige öffentlich nutzbare Ladestation. Für ePiloten damit eigentlich ein klares No-Go. Öffentliche Lademöglichkeiten gibt es nur im Nachbarort Prerow (2 Ladestationen an öffentlichen Parkplätzen) und einen 3in1-Schnelllader in Barth.

Ich hatte dazu mit der Kurverwaltung bis hinauf zum Bürgermeister vor dem Urlaub doch recht regen E-Mail-Austausch, dazu gleich mehr. Laden konnten wir dann doch, und zwar direkt am Haus der FeWo. Dort wurde uns eine Schuko-Steckdose (separat abgesichert) zur Verfügung gestellt, an die ich dann unseren Go-E-Charger angeschlossen und den Kona mit entspannten 10A (2,3 kW) laden konnten.

Der geladenen Strom, am Ende waren es 60 kWh, wurde zu 24 Cent/kWh super fair abgerechnet, so dass auch die Rückfahrt genauso problemlos und fast schon langweilig verging. Wir ließen einfach alle möglichen Ladepunkte auf der Heimreise aus und erreichten das Heimatziel dann mit einem Durchschnittsverbrauch von nur 15,1 kWh, obwohl wir sogar schneller unterwegs waren, als auf der Heimreise.

Warum den Go-E-Charger? Der besitzt ja, wie andere mobile Wallboxen auf, die Möglichkeit, den Ladestrom zu steuern (hier: Reduzierung von 16 auf 10A), den Ladevorgang per App zu kontrollieren und natürlich den geladenen Strom zu zählen und dann abrechnen zu können.

Die Vermietungsagentur war damit mehr als zufrieden und berichtete mir leider auch von Fällen, in denen Nutzer von Elektrofahrzeugen an anderen FeWos ohne Abrechnung große Mengen an Strom verbraucht hätten. Wir lehnen so etwas konsequent ab und können Euch nur bitten, den Ladebedarf immer anzumelden, den Strom zu zählen und abzurechnen. Jedes andere Verhalten wäre auf Dauer kontraproduktiv.

Am Donnerstag gab es dann noch ein Treffen mit der Tourismus-GmbH und es wurde intensiv über Möglichkeiten gesprochen, auch in Zingst mehr Lademöglichkeiten zu schaffen. Dabei erfuhr ich auch, dass das im Moment (noch) gar nicht so einfach ist, da einerseits keine Parkerlaubnis 24/7 auf den offiziellen Parkplätzen besteht (diese ist aber Voraussetzung für die Beantragung von Fördergeldern), andererseits ist das Stromnetz in Zingst recht strapaziert, durch die rege Bautätigkeit für den Tourismus. Dennoch will die Gemeinde nun, da sie auch durch das zuständige Ministerium angezählt wurde, aktiv werden – dazu bietet sich der kommende 4. Call des Bundesförderprogrammes an.

Weiterhin haben wir empfohlen, mehr Lademöglichkeiten direkt an den Ferienhäusern zu ermöglichen, z.B. durch fest installierte einfache Wallboxen oder – wenn nicht anders möglich – durch den Verleih von mobilen Wallboxen (natürlich nur nach Prüfung der vorhandenen Anschlüsse durch einen Elektriker).

Nächstes Jahr geht es wieder nach Zingst, mal sehen, wie weit man dann dort gekommen ist…

 

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