Innogy vs Berliner Senat – Ein Update

Seit etwa 2009 hat RWE (heute Innogy) damit begonnen, für einen Modellversuch Ladeinfrastruktur in Berlin aufzubauen.

Derzeit stehen etwa 100 Ladestationen von Innogy in Berlin. 2015 startete dann die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr das Projekt ‚be emobil‘. Genaue Informationen dazu findet Ihr in unserem YouTube Video in den Anmerkungen.

Das Konzept sah bestimmte Rahmenbedingungen vor, denen sich Innogy nicht unterwerfen wollte. Konsequenz war, dass die Senatsverwaltung die Sondernutzungsgenehmigung nicht verlängerte. 

Was folgte, war eine gerichtliche Auseinandersetzung, welche zu Lasten der Berliner E-Autofahrer ging. Denn die Innogy-Säulen waren und sind zum Einen mit 22kW Ladeleistung doppelt so schnell wie die von beemobil, zum Anderen sind sie ziemlich zuverlässig in ihrer Funktion. 

So hat sich auch die IGEMBB bei verschiedenen Gelegenheiten (zB Gesprächsrunden mit der Senatsverwaltung) dafür eingesetzt, dass man sich seitens der Senatsverwaltung doch mit Innogy verständigen sollte.

Wir wurden offenbar erhört, denn wie man dem Video von Steve entnehmen kann, werden nun Ladesäulen ausgetauscht.

Soweit die Vorgeschichte. 

Damit das aber nun kein Geheimnis bleibt, hat sich die Interessengemeinschaft  mit der Senatsverwaltung und Innogy in Verbindung gesetzt. Wir wollten wissen, wie es denn nun zu diesem Vergleich kam und was der Inhalt in etwa ist.

Zum Einen hat sich Innogy bereit erklärt, sich dem Berliner Modell anzuschließen. Da die Berliner Ladeinfrastruktur von der Verkehrsinformationszentrale verwaltet wird, werden also nun auch die Innogy Stationen dort integriert. Durch den Anschluss an das hubject/Intercharge Netzwerk wird man an den Innogy-Säulen in Berlin auch mit seinen Karten oder Anbietern laden können, die sich ebenfalls dem hubject Netzwerk angeschlossen haben. Genauer gesagt wird man dann auch mit Maingau, EnBW, usw. an den Innogysäulen laden können!!

Zudem werden die langsam marode werdenden Säulen durch Modelle ersetzt, die einen RFID Leser enthalten. Das war einer der Kernforderungen im Berliner Modell, der diskriminierungsfreie Zugang. Vom Design her werden die modernisierten Säulen mit dem beemobil und Innogy Logo versehen und farblich dem beemobil-Look angepasst. 

Die Eichrechtskonformität nach früheren Vorgaben hatten bereits die alten Modelle erfüllt, damit war Innogy  frühzeitig auf der Höhe der Zeit.

Zum Anderen wissen wir, dass es Bezirke wie Spandau und Marzahn gab, die schnell die Beschilderungen an den Ladeplätzen aufgrund der ausgelaufenen Sondernutzungserlaubnis demontiert haben. Diese Beschilderungen sollen nun nach Darstellung der Senatsverwaltung wieder montiert werden, und zwar bis ENDE Juli 2019. Das ist ein weiterer Punkt aus dem Vergleich mit Innogy. Dabei soll dann gleich von der Negativbeschilderung mittels Halteverbotsschild auf die Positivbeschilderung durch ein Parkplatzschild umgestellt werden. Außerdem wird die Sondernutzungserlaubnis rückwirkend wieder erteilt.

Das sorgt natürlich für Freude in den Kreisen der Elektroautofahrer. Sollten Euch also Ladeplätze ab August auffallen, welche noch keine Schilder haben, so könnt Ihr uns das an die Mailadresse innogy@igembb.de unter Angabe der Adresse der Ladesäule melden, wir leiten diese Informationen an die Senatsverwaltung weiter.

In unserem YouTube Kanal findet Ihr zu diesem Thema auch ein Video-Update.

Zwei letzte Radinformationen noch dazu.

  1. Die DC-Säulen von Innogy in Berlin bleiben wie bisher separat. Wer dort laden möchte, braucht einen Vertrag im Innogy-Roamingnetzwerk.
  2. Das Preismodell im Berlin Modell wurde wohl einer kartellrechtlichen Überprüfung unterzogen, wir versuchen dazu nähere Informationen zu erhalten und werden dann berichten.

Update: Da mir heute beim Laden eine neugestaltete Innogy Säule begegnet ist, möchte ich Euch diese in der neuen Gestaltung nicht vorenthalten.

4 Kommentare zu „Innogy vs Berliner Senat – Ein Update

Gib deinen ab

  1. Glückwunsch an die mit viel Geld und Zeit gesegneten Bezirke Marzahn, Neukölln und Spandau, die nichts besseres zu tun hatten, als die für viel Geld montierten Schilder und Fahrbahnmarkierungen zu entfernen, um Infrastruktur im Wert hunderttausender Euro wertlos zu machen, und jetzt alles für ebenfalls viel Geld wieder anbringen dürfen.
    Und danke an Innogy, dass sie standhaft blieben. Der einfachere und günstigere Weg wäre gewesen, die Säulen einfach abzubauen und in Regionen aufzubauen, die sie gerne haben und nicht mit sinnloser Bürokratie loswerden wollen.

    1. Ich sehe es pragmatisch und freue mich schon bald wieder die Innogy Säulen auf meinem Radar zum Laden zu haben.

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