Grün laden, grün fahren

Mehr als 200 km verbleibende Reichweite zeigt die ZOE an diesem Abend an, mehr als genug für die nächsten Tage. Noch ist der Akku zu 59% gefüllt, kein Grund, sich über das Laden Gedanken zu machen. Oder doch?

Es ist kurz vor 22 Uhr als mein Blick auf die Wettervorhersage der nächsten Stunden fällt. Nach Tagen mit Regen und schwüler Wärme ist Wind aufgekommen, viel Wind. Über die nächsten Stunden wird es mächtig stürmen über Brandenburg, entsprechend hoch wird die Erzeugung aus den hunderten Windkraftanlagen sein. Ein Blick auf die App von 50Hertz zeigt, dass die vertikale Netzlast, das ist die Last, die den Transformatoren entnommen wird, bereits deutlich gesunken ist und sich der Null-Linie nähert. Kein Wunder, denn nicht nur nimmt die Stromerzeugung in den WKA in diesen Stunden immer mehr zu, auch beenden mehr und mehr Menschen den Tag und in den Geschäften gehen nun auch die Lichter aus. Mit anderen Worten: In den nächsten Stunden wird viel mehr Strom erzeugt, als vor Ort benötigt wird.

 

 

Doch: Halt! Was heißt denn nicht benötigt? Natürlich wird Strom benötigt, z.B. für das Laden von Elektrofahrzeugen. Wenn nur die Ladetechnik so weit wäre, diese Situationen automatisch zu erkennen und die Nutzer darauf hinzuweisen, doch bitte jetzt ihre Fahrzeuge zum Laden anzuschließen. Oder noch besser: Den Ladevorgang automatisch zu starten. Doch so weit sind wir leider noch nicht.

Wenn ich aber die ZOE an die Wallbox anschieße, wird sie mit 22 kW laden und den Akku ruckzuck füllen. Ich will aber die kommenden Wind-Stunden nutzen und das Netz möglichst wenig belasten, also lade ich diesmal mit dem Schuko-Ladekabel. So wird die ZOE über die nächsten Stunden kontinuierlich 2,2 kW Ladeleistung ziehen. Das ist netzschonend. Daran sieht man, wohin die Technik gehen muss: Das Laden von Elektrofahrzeugen muss sich den Gegebenheiten aus Energieangebot, Netzbelastung und Nutzerwünschen anpassen können. Zukunftsmusik – noch. Aber sicher nicht mehr lange. IT-Technik, Vernetzung und Blockchain-Technologie werden es schon bald möglich machen. Vlt kann ich dann direkt mit einem Betreiber einer Windkraftanlage, eines BHKWs, eines PV-Kraftwerkes und einem Energiespeicher Lieferverträge machen? Stromlieferanten werden sich der Entwicklung anpassen (müssen). Doch zurück zum Auto.

Um 21 Uhr 54 beginnt die Ladung bei einem Ladestatus von 59%. In diesem Moment werden nur noch wenige MW aus dem 380 kV-Netz entnommen, der Rest stammt bereits aus Anlagen unterer Netzebenen, in diesem Fall werden es überwiegend Windkraftanlagen sein; deren erzeugter Strom fließt direkt über die weiteren Netzebenen und Transformatoren zu den „Steckdosen“ der Haushalte, denn Strom geht immer den kürzesten Weg vom Erzeuger zum Verbraucher.

 

Die ZOE zeigt mir eine Restladezeit von 10 Stunden und 55 Minuten an. Ich erschrecke…so lange? Aber klar: Ich lade ja jetzt mit nur 2,2 kW Ladeleistung und bis zur Vollladung müssen rund 17 kWh nachgeladen werden, also theoretisch 8,5 Stunden zzgl. Balancierzeit. Die ZOE ist aber immer etwas pessimistisch in der Restladezeit, also müsste der Akku voll sein, ehe das Windangebot wieder abnimmt, die Mitmenschen ihren Tag beginnen (und Kaffeemaschinen, Toaster und Wasserkocher anwerfen) und der Strombedarf wieder zunimmt. Aber in der „Verbrauchslücke“, also zwischen 22 und 5 Uhr 30 will ich das Auto laden; 7,5 Stunden.

Ich verschwinde auch erstmal, doch nachts um 3 wache ich auf. Es ist mächtig Wind aufgekommen. Ich stehe kurz auf und blicke auf die 50Hertz-App – tatsächlich! Inzwischen ist die vertikale Netzlast ins Minus gedreht und mächtig Strom wird aus dem 50Hertz-Netz abtransportiert. Dass, was jetzt aus den Steckdose kommt, ist frei von Kohle und Atom.

 

Kurz nach 5 klingelt der Wecker, der Tag beginnt. Doch heute geht mein erster Blick auf die 50Hertz-App (die vertikale Netzlast nähert sich der Null-Linie, gleichzeitig nimmt das Windangebot langsam ab), dann zum Auto. Nach rund 7 Stunden Ladezeit zeigt die ZOE stolze 91% Ladestatus – fast voll. Also die vertikale Netzlast ins Positive dreht, beende ich die Ladung bei 93% um 5 Uhr 27.

 

Fazit:

100% grünen Strom laden – das geht! Zwischen 22 und 5 Uhr 30 wurden 16,71 kWh Strom in den Akku der ZOE geladen, der Ladestatus stieg um 34%. Aufgrund der leider etwas geringen Ladeeffizienz beim langsamen laden sind davon etwa 14 kWh tatsächlich im Akku geladet. Das entspricht auch gut der gewonnenen Reichweite von 160 km bzw. 21 km pro Stunde. Kein Gramm CO2 wurde dafür in die Atmosphäre geblasen, keine Kohle verbrannt, kein Öl, kein Gas und kein Atommüll verursacht. Nicht dafür. Dagegen wurden umgerechnet 8 Liter Benzin ersetzt und damit rund 19 kg CO2. Dazu muss man noch die vermiedenen Emissionen für die Förderung, den Transport und vor allem die Verarbeitung des Rohöls in den Raffinerien rechnen sowie den energetischen Aufwand für den Betrieb der Tankstellen weltweit, denn Strom kann ich aus den bestehenden Leitungen „zapfen“, Benzin oder Diesel nicht. Klarer Sieg für die Elektromobilität.

Was bleibt: Ein echt gutes Gefühl. Es braucht nicht viel, um physikalisch möglichst sauberen Strom zu laden. Ein oder zwei Apps und ein wenig Mitdenken reichen. Doch es wäre mehr als wünschenswert, wenn die Technik dies automatisch erledigen könnte. Der Nutzer wählt zwischen verschiedenen Ladeprofilen, z.B. möglichst sauber (vlt sogar mit Strom vom eigenen Dach, aus dem Keller oder dem eigenen Energiespeicher), möglichst billig oder möglichst schnell, und zudem, wann das Auto spätestens einen bestimmten Ladestatus erreicht haben muss und ggf. wieviel Energie minimal im Akku verbleiben muss, z.B. 30%, um die täglichen Strecken garantiert bewerkstelligen zu können. Es hat ja auch nicht jeder immer einen vollen Tank, auch der Akku muss nicht täglich voll geladen werden. Bei den hohen Reichweiten der aktuellen Modelle ist das nicht mehr nötig. Wer braucht schon täglich 300 km? Jetzt sind die Energie- und Netzdienstleister dran, dies in die Realität umzusetzen, dann wird die Elektromobilität ein Selbstläufer.

95 Gramm CO2/km – das geht nur mit dem Diesel!

Die Bundesregierung wird nicht müde zu betonen, dass der Grenzwert von 95 Gramm CO2 pro km (Flottenverbrauch), der ab 2020 gelten soll, nur mit dem Diesel erreichbar ist. Gebetsmühlenartig kommt das mal aus der einen, dann wieder aus der anderen Ecke.  Dazu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.

  1. Für welche Szenario soll das gelten? Welcher Testzyklus soll dafür herhalten? Dass man im NEFZ so gut wie jeden Wert erreichen kann, haben wir alle inzwischen verstanden, doch der soll ja schon bald nicht mehr gelten bzw. nur mit „Realitätsfaktoren“, die den Grenzwert dann deutlich nach oben verschieben. In den anderen Testverfahren, z.B. WLTP, ist ein solcher Wert praktisch unerreichbar. Das schreibt u.a. der VDA und spricht u.a. sogar von einer illegalen CO2-Zielwertverschärfung. Mit anderen Worten: Es ist heute schon klar, dass auch die PKW-Flotten ab 2020 mehr als 95 Gramm CO2 pro km emittieren werden, weil dies „andere fahrzeugtechnische Maßnahmen als im NEFZ“ erfodert.  Da müssen sich die Hersteller wohl neue Tricks ausdenken, um die Zielwerte zu erreichen. Durch die Umrechnung („Korrelationsfaktoren“) vom WLTP in den NEFZ dürfen und werden die Fahrzeuge keinesfalls nur 95 Gramm pro km emittieren. Das steht heute schon fest. Die Aussage der Bundesregierung ist bereits an diesem Punkt nichts anderes als Augenwischerei.
  2. Auch WLTP ist ein Labortest, wenn auch die Testbedingungen verschärft sind. Labor, bleibt aber Labor. Wie man im Labor betrügt, haben wir von VW und anderen inzwischen gelernt.
  3. Und jetzt rechnen wir mal nach und stellen uns einen Moment vor, ein Diesel-PKW darf tatsächlich nur 95 Gramm CO2 pro km ausstoßen. Was würde das bedeuten? 95 Gramm CO2 pro km entsprechen 9,5 kg CO2 pro 100km. Da bei der Verbrennung eines Liters Dieselkraftstoff 2,6 kg CO2 entstehen, errechnet sich ein „Zielwert“ für den Verbrauch von 3,57 Litern pro 100 km. Dieser Verbrauch sollte bzw müsste im Durchschnitt eingehalten werden. Vergleichen wir das mal mit aktuellen durchschnittlichen Verbrauchsdaten aus spritmonitor.de (die Prospektwerte der Hersteller bleiben hier unbetrachtet, da diese wertlos sind). Für alle Ergebnisse gilt: Baujahr ab 2014, Kraftstoff: DieselVW Golf: 5,89
    VW Polo: 5,11
    Opel Astra: 6,02
    Opel Corsa: 4,85
    Audi A1: 5,58
    Audi A3: 5,92Die Liste ließe sich beliebig fortführen, ich habe kein einziges Diesel-Fahrzeug gefunden, dass einen Durchschnittsverbrauch von 3,57 Litern/100 km einhält. Natürlich gibt es Ausnahmen, die nahe an den Wert heranreichen oder ihn sogar minimal unterschreiten. Andererseits gibt es massive Ausreißer nach oben. So schaffe ich es mit unserem Toyota Prius auch, einen Wert von 3,5 Liter/100 km zu erreichen, vor allem im Sommer (im Winter eher einen Liter mehr) und das bedeutet dann: tatsächlich nur 81,55 g CO2 pro km real, auf der Straße. Aber auch das ist nur ein Saisonwert. Auf den letzten 60.000 km liegt der Verbrauch bei 4,2 Litern, also 98 g pro km. Naja, da müssen andere erst mal ran.

    Wenn wir uns dabei ehrlich machen wollen, müssen natürlich noch die Prozesseffekte mitbetrachtet werden, da Benzin oder Diesel nicht an der Tankstelle wachsen. Für den gesamten Prozess (vom Bohrloch zur Tankstelle) müssen 15% hinzugerechnet werden, bzw. darf der Verbrauch dann sogar bei nur noch 3,04 Litern / 100 km liegen. Ob das physikalisch bei einem reinen Verbrenner überhaupt möglich ist (3 Liter Diesel entsprechen ca. 30 kWh. Bei einem Wirkungsggrad von max. 40% bleiben gerade 12 kWh für den Antrieb; ein Wert, mit dem sich rein physikalisch kaum ein Auto bewegen lässt)?  Die Physik gibt also den minimalen Verbrauch vor, wenn man rein Diesel oder Benzin fährt, denn die lassen sich nunmal nicht CO2-frei verbrennen.

  4. Wir haben also gesehen, dass der Zielwert 95 g CO2 pro km weder eingehalten werden muss (Pkt. 1) noch für Diesel-PKW im Durchschnitt auch nur annähernd erreicht wird, dazu müsste der Verbrauch um mind. 25% sinken, und wahrscheinlich für einen Großteil der PKWs auch nicht eingehalten werden kann (die Physik lässt sich nicht überlisten). Wie ein Polo, Golf oder Corsa innerhalb von 2-3 Jahren 25% weniger Sprit verbrauchen soll, ist mehr also mehr als fraglich, eher utopisch, wenn man nicht eine CO2-frei Energiequelle hinzunimmt (Strom). Die Hersteller werden aber Supercredits in Anspruch nehmen (durch den Verkauf von ein paar E-Autos), versuchen so viel wie möglich PlugIn-Hybride zu verkaufen (deren Zielwerte  sind noch nicht geklärt) und dann alles schön durcheinandermixen, um am Ende irgendwie auf rechnerische 95 g pro km zu kommen. Es besteht keinerlei Zweifel, dass dies gelingen wird. Aber: Was kommt danach? Die Emissionen zu reduzieren reicht doch bei Weitem nicht aus. Wir brauchen eine überwiegend emissionsfreie Mobilität, um ernsthaft die Klimaschutzziele anzugehen. Davon sind wir noch Lichtjahre entfernt, wenn wir weiter daran glauben, dass dies mit dem Vebrennungsmotor, egal ob Diesel, Benzin oder Gas, zu erreichen ist. Auch synthetischer Kraftstoff wird daran nichts ändern, denn auch der wächst nicht an der Tankstelle und der Wirkungsgrad eines Verbrenners springt dadurch auch nicht auf 95% wie beim E-Motor.

Der böse Akku

Wieder einmal wird eine alte Sau durchs Dorf getrieben, um Stimmung gegen Elektromobilität zu machen. Die SHZ berichtet von einer neuen Studie aus Schweden, die hohe CO2-Äquivalente für die Herstellung von Antriebakkus errechnet. Nach der Studie liegt z.B. die CO2-Belastung für einen Akku im Model S von Tesla bei über 17 Tonnen, ein Benzinauto könne damit 8 Jahre lang fahren.

Ich will (und kann) gar nicht auf die Studie eingehen. Ich kenne solche Studien und die dort genannten Werte liegen zwischen 75 und 150 kg CO2 pro kWh-Akkukapazität, die ein Elektroauto als „CO2-Rucksack“ mitbringt und der erst durch das CO2-arme Fahren abgetragen werden muss, während der Verbrennerauto anscheinend keine CO2-Belastung mitbringt (jedoch beim Fahren stets mehr CO2 pro km erzeugt, als ein Elektroauto).

Ich finde den Ansatz falsch. Es geht doch darum, ob und welchen Rucksack das E-Auto im Vergleich zu einem vergleichbaren Verbrenner MEHR aus der Produktion mitbringt. Ich kenne keine Studie, in der die Verbrenner-spezifischen Produktionswerte aufgelistet und gegenübergestellt werden. Auch fehlen in den Studien die CO2-Äquivalten, die durch Verbrenner-typische Ersatzteile, z.B. Filter, Zündkerzen oder ganze Baugruppen, und Ersatzstoffe, z.B. Öle, berücksichtigen.

Es fehlt die Gegenüberstellung der CO2-Äquivalente der gesamten Prozesskette „Benzin/Diesel“, also vom Bohrloch zur Tankstelle.

Und es fehlen Aussagen zum Second-Life von Fahrzeugakkus in stationären Speichern.

Solange diese Dinge unterschlagen werden, sind Aussagen wie oben wertlos und schüren nur die Vorurteile, Mythen und Halbwahrheiten rund um die Elektromobilität. Es braucht auch nicht jeder einen „Tesla-Akku“ mit 85 oder mehr kWh. Für 80% aller Fahrten reichen 15-20 kWh ja völlig aus.

In dem Sinne: Was will uns die Studie nun sagen?

Ein schwarzer Tag für die Elektromobilität in Deutschland

Heute hat Kanzlerin Merkel das ausgesprochen, was längst kein Geheimnis oder Überraschung mehr ist: Das großspurig angekündigte Ziel, 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen zu haben, „wird wohl nicht erreichbar sein“. Was für eine Blamage für das Autoland Deutschland, was für ein Versagen der Politik und der Wirtschaft und welch ein Erfolg der Lobbyarbeit hinter den Kulissen. Denn nun wird die Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Umstellung auf eine nachaltige Mobilität wieder von vorne losgehen.

(Ein Bild sagt alles: Frau Merkel legt schon mal den Stecker beiseite)

Wieder einmal versagt Deutschlands Politik, wenn es darum geht, Zukunftstechnologien nach vorne zu bringen, Mut zu haben und vor allem zu seinen Zusagen zu stehen. Die Zukunft liegt vorn, nicht in der Vergangenheit.

Beispiel Photovoltaik: Da hatten wir mal Zeiten, in denen bis zu 7,5 GW an PV-Leistung pro Jahr in Deutschland installiert wurden. Dann kam der Deckel – und das elende Gerede um die steigenden Strompreise, an denen ja vor allem die neuen Energien Schuld seien – auf 2,5 GW pro Jahr. Und heute: Kaum 1,5 GW wurde 2016 an PV-Leistung neu installiert. Doch um die Klimaschutzziele zu erreichen wären 4 -5 GW pro Jahr nötig. Wir wollen ja nicht nur Strom für Haushalte, Gewerbe und Industrie, wir wollen ja auch noch die Wende in den Bereichen Verkehr und Wärme schaffen. Dazu reicht das Ausbautempo der neuen Energien lange nicht aus. Und das wird dann das nächste Ziel, was krachend verfehlt wird. Da halten wir lieber an Kohle und Diesel fest. Mal sehen, wann der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergie kommt…man würde ja sonst die Klimaschutzziele nicht schaffen. Ich gehe jede Wette ein, dass das kommt. Die Atomkonzerne gehen sicher bereits in Stellung.

Zurück zur Elektromobilität. Nun zieht Frau Merkel mit solchen schlimmen Äußerungen wohlmöglich den Stecker, obwohl die Entscheidung zugunsten der Elektromobilität doch woanders längst gefallen ist. China gibt den Ton an. Die technologische Kompetenz in Sachen Speicher liegt längst in Asien (LG, Samsung, Panasonic) und den USA (Tesla). Deutschland ist auf dem besten weg, sich alle Chancen, von dieser Riesensache etwas abzubekommen, selber zu nehmen. Seit Jahrzehnten nur Blabla, nur Ankündigungen. Audi hat wenig, BMW ein wenig, Daimler nichts, VW baut noch Konversationen statt reiner E-Autos. Technisch gut, aber nichts so richtig Neues. Und selbst sowas wie den Prius kriegen sie nicht hin, stattdessen halbherzige PlugIn-Hybride. Weil sie nicht wollen. Zu gut verdient man am Althergebrachten, zu bequem das Nest, in dem man sitzt. Die Fördermillionen aus Bürgerhand hat man gern genommen, liefern muss man ja nichts. Zuletzt hat sich Opel blamiert: ganze 90 Ampera-e sollen nach Deutschland kommen. Der Rest geht in die USA und…natürlich, nach Norwegen. Wie war das mit Leitmarkt und Leitanbieter? Alles Unsinn und dummes Gerede.

Ich fange jetzt nicht an, mich zum Dieselskandal zu äußern, da platze ich. Nur soviel: Heute erschien in Nature ein weiterer Beitrag zu den gesundheitlichen Auswirkungen der NOx-Emissionen von Dieselfahrzeugen. Eine Katastrophe. Hausgemacht. Und weder Minister Dobrinth noch Frau Merkel zucken. Angeblich sollen die Stickoxide ja nicht mal so gesundheitsschädlich sein. Was für ein Schlag ins Gesicht der Millionen Menschen, die täglich davon betroffen sind.

Verhinderung und Blockade, wo man nur hinsieht. Die Liste wäre endlos. Gefördert aber wurde Elektromobilität in Deutschland nie. Nur irgendwie und vor allem lustlos verwaltet.

Was nun? Aus die Maus?

Natürlich nicht, denn im Grunde wissen alle, dass es mit fossilen Energien nicht weiter geht. Erst heute hatte ich ein freundliches Gespräch mit dem Besitzer eines NISSAN N-EV200 an der Ladestation im Grunewald. Toll, wieder einer mehr. Und: Ein guter Freund hat sich heute zum wiederholten Male aufgemacht Richtung Süddeutschland zur Kur. Unterwegs ist er, wie immer, mit seinem Elektroauto. Aber nicht einem i3, eGolf oder Audi e-tron. Nein, mit einem alten Citroen Saxo mit NiCD-Akkus aus den 90er-Jahren. Fährt, lädt, fährt, lädt. Die neuen sind kaum besser. Wir wissen ja schon lange: Natürlich geht es! Man muss es halt nur wollen. Und das tun wir!!! Zum Glück gibt es vielerorts aktive und engagierte Menschen, die das Feuer am Leben erhalten. Und man muss es auch deutlich sagen: Zum Glück gibt es Tesla, die alle vor sich her treiben.

Der alte Citroen und die aktuelle Renault ZOE – Franzosen unter sich.
Beide brauchen kein teures Gleichstromladesystem, um reisetauglich zu sein.

Schämen sollten sich alle, die uns das eingebrockt haben.

 

Elektromobilität zum Anfassen, Trebbin macht´s (wiedermal) vor

Bei schönem Wetter versammelten sich gestern zum wiederholen Mal fast 20 Elektrofahrzeuge aller Art auf dem Marktplatz in Trebbin zum traditionallen „Fest der Generationen“. Vom eBike bis zum Tesla Model S war (fast) alles vor Ort, was Akku  und Räder hat. Besonders bestaunt waren erneut die elektrischen „Oldtimer“, also z.B. Citroen Saxo, die schon seit den 90er-Jahren vollelektrisch unterwegs sind mit Reichweiten, die sich hinter manchem aktuellen Modell nicht zu verstecken braucht.

Die Fahrerinnen und Fahrer waren ununterbrochen in Gespräche verwickelt, klärten auf über den elektrisch-mobilen Alltag und so manchen Unsinn aus der Auto-Presse.

Und Trebbin zeigte auch wieder einmal, dass Elektrofahrzeuge dort willkommen sind, denn in keiner Stadt in Brandenburg gibt es so viele Lademöglichkeiten, wie hier. Da kann sich so mancher Bürgermeister eine Scheibe abschneiden.

Vielen Dank an Trebbin und bis zum nächsten Mal!

Gern diskutiert: CO2-Emissionen von Elektrofahrzeugen

Auch unter den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg wird das Thema „CO2-Emissionen von Elektrofahrzeugen“ gerne diskutiert. Dabei gehen die Meinungen auseinander, ob und welche Mengen an CO2 einem elektrisch betriebenen Fahrzeug zugeordnet werden können bzw. müssen oder ob dies überhaupt möglich/nötig ist. Der letzten Diskussionsrunde gingen die aktuellen Ergebnisse des ADAC-Eco-Tests voraus, in denen zumindest ein Hybridfahrzeug (Toyota Prius IV) in Sachen CO2-Emissionen vor diversen Elektroautos eingeordnet wurde, u.a. vor dem Tesla Model S, dem Nissan Leaf usw. Doch wie kann das sein? Ein Elektroauto hat doch keinen Auspuff, folglich keine Emissionen, gleich welcher Art.

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Elektrischer Weihnachtsbaum

In einer recht kurzfristigen Aktion haben wir mehr als 20 Elektroautos zusammengerufen und aus den Fahrzeugen einen Weihnachtsbaum gebildet; trotz Nieselregen hatten wir alle sehr viel Spaß und Freude an der Aktion. Unten das Ergebnis…allen schöne Weihnachten!

Hier noch ein kurzer „Überflug“ – danke an Axel, für die Film- und Fotoarbeiten und an alle, die am 4. Adent dafür Zeit gefunden haben!

Unsere Live-Videos vom Event findet Ihr bei Facebook.

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