Kann man mit dem E-Auto an die Ostsee oder an den Balaton in den Urlaub fahren?

Der Bericht von Tester 3 am 30. April 2016 und ein Gedankenaustausch mit unserem Administrator hat mich zu der Frage gebracht, kann man am Ende des Sommers 2016 mit einem Elektroauto (außer von Tesla) von Berlin bzw. aus dem Land Brandenburg über die Autobahnen A11 und A20 nach Rügen fahren? Wie kann man bei diesem Thema weiter kommen? Beginnen möchte ich mit einer ungeschönten Bestandsaufnahme.

Es hat sich etwas getan. Zwei Schnellladesäulen findet man in Stralsund (Stadtwerke) in der Nähe des Rügendamms und an der Autobahnraststätte Demminer Land (Tank und Rast) an der A20. Sollte man nach Usedom wollen, gibt es noch zwei Schnellladesäulen in Greifswald (Stadtwerke). Auf der Insel Usedom entwickelt sich bezüglich der Elektromobilität einiges.

Leider sieht dies in Berlin speziell im Nordosten nicht so gut aus. Vom Berliner Stadtzentrum aus befinden sich die letzten Schnellladesäulen Richtung Prenzlau (A11) am S-Bahn-Ring. Auch auf dem Berliner Autobahnring (A10) findet sich keine Ladesäule. Deshalb habe ich am 06.09.2016 bei #fragHatakka dem Vattenfall-Chef auf Twitter die Frage nach einer zusätzlichen Schnellladesäule im Stadtgebiet in der Nähe des Autobahndreieckes Barnim (A10/A11) gestellt. Wie üblich wird man dann von einem Mitarbeiter des EMobility-Team kontaktiert, der mich leider einen Tag später nur wieder auf be-emobil.de verwies.

Das Problem sind die ca. 200 km von Berlin auf der A11 und A20 bis zur Autobahnraststätte Demminer Land. Leider findet sich bisher kein Anbieter, der am Autobahnkreuz Uckermark bzw. in unmittelbarer Nähe an der B166 eine Schnellladestation errichtet. Ersatzweise mit einigen Nachteilen würden sich auch die Autobahnrastplätze Klockow (-Ost/-West) auf der A20 anbieten, die ca. 18 km vom Autobahnkreuz entfernt liegen.

Diese Ladestation am Autobahnkreuz wäre für die meisten Elektrofahrzeuge auch vom südlichen Berliner Stadtrand erreichbar. Die folgenden ca. 124 km vom Autobahnkreuz bis zur Autobahnraststätte Demminer Land sollten für die große Mehrheit aller Elektrofahrer auf der Autobahn bei akzeptabler Geschwindigkeit machbar sein. Außerdem wäre auch von einer Ladestation am Autobahnkreuz Uckermark Hin- und Rückfahrt nach Stettin (Szczecin) ohne weiteres Laden problemlos möglich.

Tank und Rast hat in unmittelbarer Nähe leider keine Raststätte. Eine Schnellladestation in Prenzlau bei einem Autohändler wäre m. E. auf Grund des Umweges durch das Stadtzentrum von Prenzlau und die tägliche Staugefahr in Prenzlau keine brauchbare Lösung.

Rückfragen bei namhaften Anbietern waren bisher nicht von Erfolg gekrönt.

Kennt jemand die genauen Standorte, wo im Rahmen EU-Programmes 2014-EU-TM-0196-S Ladesäulen errichtet werden sollen? Das Autobahnkreuz Uckermark liegt ja an mehreren Transitstrecken.

Auch die Strecke von Berlin nach Rostock (über die A24 und A19) zu den Ostseebädern und zu den Fähren nach Schweden und Dänemark ist nicht besser. Hier gibt es noch eine Schnellladestation in der Nähe von Berlin in Neuruppin. Dafür fehlt bei dieser Strecke die zweite Station auf dem Wege zur Ostsee, da jeder für sich allein wurstelt.

Vor einigen Monaten hatte sich noch ein größerer Anbieter in Deutschland zu der Aussage hinreißen lassen, man plant innerhalb der nächsten 12 Monate einen Schnelllader an der Abfahrt Linstow an der A19 zu bauen. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass sich leider der Eigentümer des Geländes nicht für diese Idee erwärmen konnte. In den Benelux-Staaten hat der gleiche Eigentümer mit Ladestationen kein Problem. Soweit zu der Frage, ist Deutschland aus der Sicht der anderen Europäer Leit- oder Leidmarkt bei der Elektromobilität.

Vielleicht findet sich ja ein Autohaus in der Nähe, das ein oder mehrere Schnellladesäulen auf seinem Gelände errichten lässt. Sicherlich ist dies nicht die ideale Lösung, aber vielleicht die Einzige. Der Zugang zu der/n Ladesäule(n) würde sich voraussichtlich auf die Öffnungszeiten des Autohauses beschränken. Am Abend noch in letzter Minute von Berlin zur Nachtfähre fahren, ist damit ausgeschlossen, da vermutlich wochentags 18:00 Uhr der Ladevorgang beendet sein muss. Die Fähren am Morgen und am Sonntag wären ohne Übernachtung unerreichbar.

Eine Schnellladestation am Autobahnkreuz Rostock würde auf der A20 die Lücke nach Stralsund bzw. zur Autobahnraststätte Demminer Land schließen und die Anreise in die Ostseebäder östlich und westlich von Rostock verbessern. Für diese Idee konnte sich auch noch kein Anbieter erwärmen.

Nach Süden über die A13 ist die Situation auch nicht besser. Natürlich kann ich von Dresden über Prag, Brno, Bratislava und Györ nach Siofók am Balaton oder Budapest fahren (Hinweis: Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist eine Übernachtung empfehlenswert). Für Berliner stellt sich nur die Frage, wie komme ich über die A13 von Berlin nach Dresden ohne zu laden? Vermutlich wird sich die Situation auf dieser Strecke erst mit der Ausstattung aller Autobahnraststätten von Tank und Rast mit Schnellladestationen entscheidend verändern. Von zusätzlichen Ladesäulen an den Aral Autobahnraststätten Berstetal und Rüblingsheide (Gegenrichtung) am Autobahndreieck Spreewald kann man nur Träumen.

Hier könnte der Text enden. Der Beitrag des ADAC „Taugen E-Autos für die Urlaubsreise?“ brachte mich zu der Frage, was sind die Anforderungen an das Ladenetz, damit man mit E-Autos Urlaubsreisen machen kann? Muss ein E-Auto in allen Aspekten besser sein wie ein Dieselauto, damit es urlaubstauglich ist?

Selbstverständlich gehe ich von ausschließlich elektrisch betriebenen Autos (BEV), die derzeitig verfügbar sind bzw. in den letzten Jahren verkauft wurden, aus und bei diesem speziellen Thema auch ohne Brennstoffzelle sind. Das Tankstellennetz für Wasserstoff wäre ein eigenes Thema, wo ich keine Erfahrung habe.

Schon seit mehreren Jahren bewältigen E-Auto Pioniere große Strecken, in dem sie auch an Steckdosen, die nicht zum Laden von E-Autos vorgesehen sind, laden. Deren Leistung verdient auch weiterhin größte Hochachtung. Für die Mehrzahl der Elektrofahrer kann dies (in Zukunft) nicht der Maßstab sein. Wenn jeder Kunde an der privaten Steckdose (CEE) des Bäckers laden will, dann wird man auch nicht mehr so freigiebig sein, so dass nur öffentliche Ladesäulen in Betracht gezogen werden sollten. Außerdem wird sich nicht jeder für einen Abenteuerurlaub erwärmen können.

Mit jedem E-Auto kann man eine längere Strecke zurück legen, wenn nur genügend Stopps für Übernachtungen und Laden vorgesehen werden, dies kann nicht das Kriterium sein. Es geht um eine größere Strecke, die an einem Tage durch einen durchschnittlichen Fahrer (mit Familie) bewältigt werden kann. Die Ladepausen sollten keine Stunde dauern.

Zur Reichweitenverlängerung benötigt man bei einer Tagestour Schnellladesäulen. Normalladesäulen (vgl. Definition beim BDEW: https://www.bdew.de/internet.nsf/id/20160902-pi-aufbau-der-stromtankstellen-kommt-voran-de ) insbesondere mit einer Ladegeschwindigkeit von weniger als 20 kW helfen da nicht weiter. Diese gehören in Wohngebiete und auf Parkplätze von Hotels. Über die Zukunftsfähigkeit von 20 kW/22 kW Normalladesäulen an Autobahnen und Transitstrecken kann man sicherlich geteilter Meinung sein.

Gleichfalls haben Ladesäulen, die bestimmte Systeme (CCS, CHAdeMO und AC Typ 2) ausschließen, nichts auf Autobahnen und an Transitstrecken zu suchen (auch der Tesla S und X kann mit einem Adapter von Tesla an einem Chademo-Anschluss laden). Hier kann ich mich nur selbst zitieren, „leider sind wir Elektrofahrer uns nicht immer einig. Die Elektromobilität wird sich nur in Vielfalt und nicht in Einfalt entwickeln.“

Niemand möchte auf der Autobahn ständig durch Lastkraftwagen überholt werden. Die Höchstgeschwindigkeit in anderen Ländern wie Schweden mit 110 km/h könnte eine wichtige Orientierung sein. Mit dieser Geschwindigkeit sind Demonstrationsfahrten, wie die vom Autohaus Wegener von einer Berliner Niederlassung nach Greifswald ohne Ladestopp mit den auf dem Markt befindlichen E-Autos (außer Tesla) nicht mehr machbar.

Entspricht ein Abstand von max. 120 km zwischen zwei Ladestopps auf der Autobahn den Erfahrungen der meisten Elektrofahrer? Dies kann nur eine Mindestforderung für Urlaubsfahrten sein. Zukünftig muss das Netz der Ladestationen dichter werden!

Die Frage nach den 120 km Abstand hat entscheidende Konsequenzen. Ist dieser Abstand schon zu groß, wäre die Alternative bei der Strecke von Berlin nach Rügen, auf Tank und Rast zu bauen, die hoffentlich bald Ladesäulen an den BAR Buckowsee (-Ost/-West) an der BAB A11 errichten. Zwischen den Autobahnraststätten Buckowsee und der Autobahnraststätte Demminer Land (A20) von Tank und Rast würde dann immer noch eine Schnellladestation in jeder Richtung fehlen.

Sind die oben genannten Annahmen akzeptabel?

Bei einem Vergleich der Schnellladestationen in den Niederlanden und in Deutschland fällt auf, wie wenig die Elektromobilität in Deutschland wertgeschätzt wird. Die deutschen Ladestationen gleichen den Tankstellen aus alten Filmen – eine Säule, kaum beleuchtet, sofern ein Halteverbotsschild angebracht wurde, wird das Halteverbot nicht durchgesetzt, kein Dach und je nach Lust und Laune geöffnet. Sollte es mehrere Sorten geben, sind die nicht immer alle im Angebot. Neuerdings ist es ja Mode, CHAdeMO-Ladekabel (aber auch andere Ladekabel) von Ladesäulen zu entfernen.

Es ist schon beschämend, wenn Transitreisende von Belgien nach Dänemark nicht den kürzesten Weg über das deutsche Autobahnnetz nehmen, sondern auf einem Umweg die Niederlande durchqueren, um dann über Niedersachsen und Schleswig-Holstein Dänemark zu erreichen.

Der BDEW veröffentlicht halbjährlich eine grafische Übersicht zu dem Ausbau der Ladepunkte in Deutschland ( https://www.bdew.de/internet.nsf/id/BEDA725360A19745C1258022002E7E8E/$file/160902_Ausbaustand%20Ladeinfrastruktur.pdf ). Das Berliner Problem wird auf Seite 2, rechte Grafik, besonders deutlich, insbesondere wenn man beachtet, dass an den touristischen Zielen, wie Ostseeküste und Mittelgebirge immer eine größere Ausstattung an Ladestationen erforderlich ist. Im Osten Deutschlands ist nur in Berlin die Elektromobilität angekommen (über Berliner Probleme sollte m. E. an anderer Stelle diskutiert werden).

Das Thema würde sich nicht in dieser Weise stellen, wenn die Bahn zur Unterstützung der Elektromobilität bedarfsgerecht und bezahlbar Autoreisezüge bzw. Mitnahmemöglichkeiten für E-Autos anbieten würde. Warum kann man Autos (auch mit Verbrennungsmotor) im Zug unter dem Ärmelkanal transportieren aber in Deutschland werden die Autoreisezüge eingestellt? Die Bahn treibt weiterhin die Leute auf die Straße zu den Autos mit Verbrennungsmotor. Innovative Ideen gibt es nicht. Einzige Ausnahme scheint die ÖBB mit Ihrem Angebot von Düsseldorf und Hamburg nach Wien zu sein, was den Berliner und Brandenburger Elektrofahrern nicht hilft.

M. E. ist bei einer qualifizierten Routenplanung ein Urlaub mit dem E-Auto möglich, wobei man insbesondere im Ausland gut beraten ist, entsprechende Adapter auszuleihen bzw. zu besorgen.

Von Berlin aus sind die Reiseziele über die A2 und A9 nur eingeschränkt erreichbar.

Ein mobiler Batteriespeicher kann ja am Ende nicht die einzige Lösung sein (vgl. http://bvb-innovate.com/mobilebattery/#iLightbox[9ce98609689bb5c52f1]/0 ).

Das BMUB feierte gestern das #FestivalderZukunft auf dem EUREF-Campus in Berlin. Was mich doch etwas betroffen gemacht hat, eine Vertretung der Fahrradfahrer der ADFC ist eingeladen, aber eine Vertretung der Elektrofahrer sucht man vergebens, da nicht eingeladen. In Baden-Württemberg wäre dies anders. Dort ist auf vielen Veranstaltungen der Electrify BW e.V. präsent.

Von einer bundesweiten Vereinigung sind m. E. die Elektrofahrer noch weit entfernt. Die Automobil Clubs haben sich ja mehr oder weniger alle von der Elektromobilität und der Vertretung der Interessen der Elektrofahrer verabschiedet.

Wer hat Ideen, wie das Thema zukünftig angegangen werden soll?

Leserbrief: Die besten Autos in allen Disziplinen

Betreff: Artikel: Die besten Autos in allen Disziplinen

Liebes Team der AutoBild,

zu dem aktuellen Vergleich „Die besten Autos in allen Disziplinen“ ist Ihnen ein erheblicher Fehler unterlaufen. In dem Vergleich „0-100 km/h“ ist ein Tesla – also ein Elektroauto zu finden. Damit beziehen Sie die E-Autos in dem Artikel mit ein.

In dem Vergleich der Kategorie „Verbrauch“ dagegen ist kein einziges E-Auto enthalten. Bei einem Äquivalenzfaktor von rund 1l fossilem Kraftstoff zu 10 kWh elektrischen Strom liegen alle kleinen und kompakten Elektroautos unter 2 Liter Benzin- oder Diesel Verbrauch auf 100 km. Die Top 10 dürften so KIA Soul EV, Renault Zoe, BMW i3, VW e-up!, Nissan Leaf etc. heißen. Auch die Erdgas-Drillinge Mii, Citigo und Up sind im Alltag energetisch vergleichbar unter 4l flüssigem Kraftstoff zu fahren.

Wenn die Verbrauchsvorteile von elektrischen und alternativen Antriebe in solchen Tests nicht sichtbar werden, braucht sich niemand über Kaufzurückhaltung der Bevölkerung wundern.

Ihrem Redakteur Manfred Klangwald, Dauertest BMW i3 Seite 37 derselben Ausgabe, hätte das Fehlen „seines Dauertestautos“ eigentlich auffallen können.

Diesem Leserbrief möchten wir uns sehr gerne anschließen.

Landratswahl im Landkreis Potsdam-Mittelmark

Ende September wird im Brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark ein neuer Landrat gewählt; erstmals haben die Einwohner die Möglichkeit, den Landrat direkt zu wählen. Was hat das aber mit Elektromobilität zu tun?

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark versorgt sich inzwischen durch Wind-, Solar- und Biomassenkraftwerke bilanziell zu annähernd 100% aus erneuerbaren Energien. Doch immer wieder liest man von einer „Verlangsamung des Ausbaus“ der EE. Doch ist das richtig? Derzeit geht es nur um Strom, doch der Verkehrs- und Mobilitätssektor sind weitgehend noch gar nicht von der Energiewende erreicht, damit stehen hier immer wieder Windkraftanlagen still oder werden Solarkraftwerke abgeregelt. Welche eine Energievergeudung, die man für die Erzeugung von Wärme oder die Mobilität nutzen könnte.

Wir haben einen kurzen Fragebogen an die fünf Kandidaten verschickt und sind auf die Antworten gespannt, die wir hier natürlich veröffentlichen werden.

Aufgeladen: erst an der Steckdose, dann auf’s Dach!

Nach einer längeren Pause konnte im Juli 2016 der Lithium-Umbau meines Citroen Saxo endlich abgeschlossen werden. Die Aufrüstung beinhaltet 42 LiFePO4-Zellen (Hersteller Winston) mit je 100Ah Kapazität und ein weitestgehend frei konfigurierbares EMUS-Batteriemanagementsystem des Hersteller Elektromotus aus Litauen.

Der Teufel steckt immer im Detail und so zog sich der Abschluss des Umbaus trotz grösstmöglicher Einfachheit (z.B. wurden alle bestehenden Kontakte, Anschlüsse, Hauptsicherungen, etc. im Original belassen) deutlich länger hin als geplant. Aber dann war es endlich soweit: die ersten Testfahrten! Dank des BMS kann der Energieverbrauch nun sehr präzise protokolliert werden, und so wich zusammen mit den verlässlichen Eigenschaften der Akkus die „Reichweitenangst“ der Vergangenheit schnell einer „Reichweitensorglosigkeit“.

„Wassersport ist immer auch Motorsport“ lautet eine alte Weisheit unter Kanuten, da trotz der vordergründigen Umweltfreundlichkeit dieser Sportart der Transport zum Paddelrevier in der Regel mit Verbrennern erfolgt, oft verbrauchsintensive Hochdach-Vans, Busse oder Geländewagen. Mit der neuen Lithium-Verlässlichkeit ausgestattet wurde der Versuch gewagt: Transport eines Seekajaks mit dem elektrischen Citroen Saxo.

Überschlägige Berechnungen vorher ergaben, dass die Summe der Fahrwiderstände (also Rollwiderstand + Lufwiderstand) bei Geschwindigkeiten bis 70 km/h lediglich ca. 4% höher sein dürfte, also auch nicht mehr als 4% Verbrauchserhöhung (=Reichweitenreduktion) verursachen dürfte. In der Praxis sogar eher etwas weniger, da z.B. bei 50 km/h dieser Wert nur noch bei 2-3% liegt. Dieser erstaunlich kleine Effekt kommt natürlich auch daher, dass es kaum etwas strömungsgünstigeres auf dem Dach geben kann als ein Seekajak mit seinem sehr grossen Verhältnis Länge/Breite und dem relativ kleinen Querschnitt. Jede Dachbox ist ein Ziegelsteim im Vergleich dazu. Der Luftwiderstand steigt im Quadrat mit der Geschwindigkeit, so günstig kommt man also nur bei geringen Geschwindigkeiten davon. Gewicht ist auch kein Thema, der Dachgepäckträger wiegt 8kg, das Kajak 24kg, also alles innerhalb der zulässigen Lasten, da ja der Umbau alleine schon etwa 130 kg Gewicht eingespart hat.

So gerüstet ging es zum ersten Test von Teltow über Potsdam in Richtung Schwielowsee. Am Campingplatz Sanssouci wurde gleich mal der Typ-2/Schuko.Adapter getestet, funktionierte einwandfrei. Warum allerdings der Ladeparkplatz mit einem grossen Halteverbotschild „Feuerwehrzufahrt“ versehen ist, bleibt rätselhaft.

Auf Hin- und Rückfahrt (mit ein paar Umwegen 70 km) konnte zunächst kein spürbarer Mehrverbrauch festgestellt werden, was die 3-4%-Theorie stärkt.

(c) Christian / Teltow

VCD fühlt sich betrogen

Dass man den NEFZ-Werte zum Verbrauch und CO2 nicht trauen kann, wusste die Deutsche Umwelthilfe schon seit 2007 (Quelle: http://www.duh.de/dieselgate_chronologie.html), doch der VCD reagiert erst jetzt und fühlt sich betrogen. Schon komisch… Jetzt fahren tausende an sauber-gerankten Autos auf unseren Straßen, die der VCD als umweltfreundlich bewertet hat und die doch in Wahrheit zu den größten Umweltverschmutzern zählen. Dabei hätte man nur mal nachmessen müssen.

Und was sagt der VCD dazu? Wäre es jetzt nicht an der Zeit, die alten Listen für ungültig zu erklären?

Und noch immer kramt der VCD die alten Argumente gegen Elektroautos aus der Schubladen. 20.000 km braucht das E-Auto, um seinen höheren Herstellungsaufwand aufzuholen (da hätte ich gerne mal die Quelle)? Na und? Der PRIUS braucht genauso lange und wurde doch immer und immer wieder als Saubermann gekürt.

Danke an die DUH, dass die nachgemessen haben, weiter so!

8. Platz beim Shell-ECO-Marathon

Herzlichen Glückwunsch an das Team der OSZ-OPR zum 8. Platz beim diesjährigen Shell-ECO-Marathon. Mit der folgenden Danksagung will sich das Team bei allen Sponsoren, die auch aus unseren Reihen stammen, recht herzlich bedanken.

Wir sagen: SUPER GEMACHT!

Sponsoren Danksagung

Laden bei REWE in Teltow

Wie berichtet, steht bereits ab seit dem 20. Juli die neue Ladesäule am neuen REWE-Markt in Teltow zur Verfügung, wir berichteten. Auch auf der Homepage von Allego, dem Betreiber der Ladesäule, wird darüber berichtet: https://www.allego.eu/de/allego-und-rewe-foerdern-nachhaltige-mobilitaet-in-teltow/

Natürlich freuen wir uns immer über neue Ladesäulen, jedoch frage ich mich nun, was das Laden dort eigentlich kostet. Laut Allego-Bericht variieren die Preise je nach Anbieter und sind auf „deren Preislisten“ ausgewiesen. Ok, testen wir das mal und nehmen „Lichtblick Fahrstrom“.

Auf der entsprechende Seite von Lichtblick (https://www.lichtblick.de/privatkunden/strom/fahrstrom) finde ich keine Preisangabe; dort steht nur, dass die Betreiber der Ladesäulen die Preise festlegen. Doch wer ist denn der Betreiber der Ladesäule? Auf der Ladesäule kann ich das nicht erkennen. Zudem wird eine Monatspauschale von einem Euro erhoben, damit die Ladekosten über die Lichtblick Stromrechnung abgerechnet werden. An sich ein guter Ansatz, eine Rechnung für alles zu bekommen (Haushalt, Fahrstrom). Bleibt die Frage nach den Ladekosten…

Lichtblick schreibt weiter, dass dennoch volle Kostentransparenz bestehe, denn die Kosten seien Dank des Kooperationspartners (welcher das ist erfährt man hier nicht – Transparenz sieht anders aus!) via App (die es nur für iOS und Android-Geräte gibt, nicht für Windows-Smartphones!) oder online. Erst, wenn man die Links aufruft, erfährt man, dass es sich beim Kooperationspartner um The New Motion handelt. Damit sind vier Unternehmen beteiligt: REWE, Allego, The New Motion und Lichtblick. Für mich ist das völlig unverständlich, warum drei oder vier Firmen nötig sind, um einen Ladevorgang durchzuführen und abzurechnen. Welche Aufgabe die Firmen haben bleibt auch unklar. Anscheinend ist das so:

  1. Allego betreibt die Ladesäule physikalisch, ist also für die Hardware verantwortlich
  2. TheNewMotion rechnet ab und erstellt eine Rechnung
  3. Lichtblick ist der Dienstleister, der alles zusammen führt
  4. Rewe ist der Inhaber der Ladesäule oder stellt den Platz zur Verfügung

…und klar: Jeder will Geld für seine Dienste haben, damit wird Laden teuer! Ich kann davon nichts lesen, nirgendwo, schon gar nicht auf der Säule. Ich erfahre ich nicht, woher der Strom stammt, wie genau abgerechnet wird (Abrechnung nach Arbeit oder Zeit/Welcher Arbeits- oder Zeittakt gilt), wer der Inhaber und wer der Betreiber ist und wer die Verantwortung trägt. Die Säule steht auf dem Grundstück von REWE, damit erscheint REWE zunächst als Inhaber, Betreiber und Verantwortlicher zu sein…Wer die Zusammenhänge nicht kennt, kann ggf. mit dem Allego-Schriftzug nichts anfangen. Esso ist Esso, Aral ist Aral, Laden hier ist …RWE …Allgo …REWE?

Klicke ich mich weiter auf die verlinkte Seite von TheNewMotion, lande ich nicht, wie angenommen, auf einer Preisliste, sondern auf einer allgemeinen Infoseite zum Laden. Kosten kann ich hier keine erkennen. Das soll transparent sein? Ich grabe weiter.

Da ich als überzeugter Windows-Smartphone-Benutzer mit den iOS- und Android-Apps nichts anfagen kann, klicke ich auf die Ladekarte und erfahre, dass diese kostenlos zu beziehen ist. Ich erfahre aber auch, dass jeder Ladevorgang mit einer Startbebühr von 35 Cent versehen ist, zumindest für die ersten 20 Ladevorgänge pro Monat. 35 Cent…dafür kann ich zuhause bereits Strom für mind. 10 km laden, na gut, Essengehen kostet ja auch mehr, als zuhause kochen. Bleibt zu hoffen, dass jeder Ladevorgang auch funktioniert und ich nicht 35 Cent umsonst bezahlen muss, falls der Ladevorgang mal abgebrochen wird oder ein Spaßvogel den Stecker aus meinen Auto zieht (das geht bei meinem nämlich noch). Weitere Ladekosten kann ich hier nicht ersehen. Dafür lese ich erneut: „Die Kosten für das Laden an öffentlichen Stationen werden vom Inhaber der Ladestation festgelegt“. Autsch, jetzt wird vom INHABER der Ladestation gesprochen. Wer ist das in diesem Fall? Allego? REWE?

In letzter Verzweiflung klicke ich mich zurück und dann auf die Übersichtskarte aller Ladestationen, dort suche ich nach der REWE-Station in Teltow. Ich tippe „Teltow“ in das Suchfeld und…nichts. Dort ist die Station nicht verzeichnet. Ich finde eine andere Ladestation in Teltow, kann das Icon auch anklicken und erfahre tatsächlich etwas über die dortigen Ladepreise – leider alles in Englisch. Ach so, ich muss die Webseite erst auf Deutsch einstellen, dann geht es. Warum öffnet sich eine Englisch-sprachige Webseite, wenn ich diese in Deutschland aufrufe?

Und jetzt? Bin ich genauso schlau wie vorher, denn ich weiß, das ich nichts weiß. Keine Preisauszeichnung, nichts. Damit ist das Laden eigentlich kostenlos. Denn ohne Preisauszeichnung keine Rechnung. Auch beim Laden werden an der Säule keine Kosten angezeigt.

Ich zitiere von der Allego-Homepage:

Allego möchte, dass jeder Nutzer sein e-Auto aufladen kann – überall frei zugänglich und bezahlbar. Die Wünsche der Autonutzer und unserer Kunden bilden die Basis unserer Konzepte.

Aha.

Mein Fazit: Schlimmer geht´s nicht. Da will man gar nicht daran zurück denken, wie einfach Tanken ist: Ranfahren, tanken, mit EC-Karte oder Bargeld bezahlen, gehen. Preise stehen groß an jeder Tankstelle und beim Tanken kann ich stets sehen, was ich zu zahlen habe. Ganz analog, ohne App und Internet. Schöne neue digitale Welt. Ob man so viele neue Kunden für das elektrische Fahren begeistern kann? Na, ich weiß nicht…

J. Affeldt

(Der Beitrag stellt alleine die Ansichten und Meinungen des Autos dar.)