LIDL schafft Fakten

Nachdem vor wenigen Monaten ALDI-Süd damit begonnen hat, seine Filialen nach und nach mit 3in1-Schnellladern auszustatten (CHAdeMO, CCS und Typ2), folgt nun anscheinend LIDL diesem Vorbild…mit einem großen Unterschied! Denn ALDI-Nord hat sich bislang rausgehalten und kein Interesse an der Aufstellung von Ladestationen für Kunden gezeigt (wir hatten mehrfach nachgefragt). Nun bietet LIDL zumindest an der Filiale in der Hauptstraße einen 3in1-Schnelllader an. Und da LIDL ja bundesweit einheitlich agiert ist davon auszugehen, dass sie nun mehr und mehr Filalen mit Ladestationen ausstatten werden. Super! Tja, wer zu spät kommt…

ALDI-Nord habe ich natürlich gleich mal angeschrieben, vlt. wachen die ja auch mal auf. Schließlich bauen sie schon an vielen Stellen PV-Anlagen auf die Dächer, was liegt da näher, als Lademöglichkeiten zu schaffen?

Noch ist es ja nicht zu spät. Und wenn der Markt nun anläuft, ist das für alle nur gut. Daumen hoch – an dieser Stelle – für LIDL.

Gedanken zu einer neuen Umweltliste

In meinem letzten Beitrag habe ich meine Gedanken rund um die VCD-Umweltlisten zusammengefasst und meine Kritik daran erneuert. Doch wichtiger finde ich nun, sich Gedanken um eine neue Umweltliste zu machen und all das, was wir u.a. aus dem Diesel-Abgasskandal gelernt haben, darin einfließen zu lassen. Ich möchte im Folgenden meine Gedanken und Ideen dazu aufschreiben; die Reihenfolge dabei ist erst einmal irrelevant und kann später überarbeitet werden.
1. Verwendung einer gemeinsamen und vergleichbaren Einheit für den Energieverbrauch eines Fahrzeuges
Aktuelle PKWs verbrauchen im Betrieb flüssige und/oder gasförmige Energieträger (Diesel, Benzin, Erdgas, Autogas, Ethanol). Schon an der Tankstelle beginnt das Durcheinander: Benzin, Diesel und Ethanol werden nach Litern abgerechnet, Erdgas (und Biogas) nach Kilogramm und Autogas wieder in Litern. Da alle Energieträger unterschiedliche Energiegehalte pro Volumeneinheit aufweisen, entsteht z.B. der Eindruck, Erdgas sei teurer als Autogas. Betrachtet man jedoch den Heizwert in kWh erkennt man, dass Erdgas jedoch pro Volumeneinheit einen höheren Heizwert aufweist, als Autogas. Da nun neben den flüssigen und gasförmigen Kraftstoffen nun vermehrt auch noch elektrischer Strom dazukommt, ist das Chaos komplett. Noch schlimmer wird es, weil nun auch noch Strom mal nach geladenen Kilowattstunden, mal nach Zeit abgerechnet wird. Schlimmer geht es nicht und der Verbraucher hat nun überhaupt keinen Überblick mehr: Preise nach Liter, Preise nach Gewicht, Preise nach Arbeit (kWh) und Preise nach Zeit.
Vom Einkauf im Supermarkt kennen wir, dass es viel Sinn macht, Produkte möglichst einheitlich auszupreisen. Da man von allen Energieträgern den Heizwert kennt, liegt es nahe, diese in Zukunft gemäß Heizwert in Kilowattstunden zu vergleichen, auszupreisen und abzurechnen, damit entstünde eine Vereinheitlichung und eine bessere Vergleichbarkeit für den Verbraucher. Daher:
Forderung #1: In einer neuen Umweltliste wird der Energieverbrauch eines Fahrzeuges nur noch in Kilowattstunden angegeben. Dazu werden die Verbräuche in kWh umgerechnet.
Auch wenn an den Tankstellen sicher noch lange in unterschiedlichen Einheiten abgerechnet wird, zeigt die Verbrauchskennzeichnung in kWh dem Verbraucher auch sofort, wie effizient ein Fahrzeug ist. Dies funktioniert bei Haushaltsgeräten ja auch seit Jahren (Energielabel).
2. Neue Verbrauchsangabe
Neben der Verwendung der gemeinsamen Einheit kWh als Verbrauchseinheit eines Fahrzeuges sollte eine neue Umweltliste von veralteten Grundlagen Abschied nehmen: der Kennzeichnung des Verbrauches pro 100 km. Stattdessen soll zukünftig angegeben werden, wie groß der Energieverbrauch (in kWh oder in Wh) eines Fahrzeuges pro Kilometer ist. Dies ist einfach zu begründen: Sogenannte PlugIn-Hybride schaffen im reinen E-Modus meist keine 100 km, in der Regel sind es eher 20 bis 50 km. Durch eine Änderung der Grundlage von „xx (Liter/kg/kWh) pro 100 km“ in „xx kWh (oder Wh) pro km“ entfällt das Hochrechnen von Verbräuchen z.B. von xx kWh pro 20 km auf yy kWh pro 100 km. Unschärfen entfallen damit. Zudem: Wenn ein Fahrzeug im E-Modus keine 100 km schafft, warum soll dann ein fiktiver Verbrauch für diese Strecke angegeben werden? Da die meisten Fahrten sowieso noch weniger als 50 km betragen, ist eine Verbrauchsangabe pro Kilometer deutlich geeigneter und näher am Verbraucher. Daher:
Forderung #2: Die Verbrauchsangaben werden „pro Kilometer“ in kWh oder Wh (zur Vermeidung von Dezimalbrüchen) angegeben.

3. „Nur Bares ist Wahres“…

Getreu diesem Motto möchte ich anregen, dass sich ab sofort die Hersteller für die Aufnahme ihrer Fahrzeuge in eine neuen Umweltliste bewerben müssen, d.h. „Katalogwerte“ zu Verbrauch und Emissionen werden nicht mehr anerkannt. Vielmehr müssen die Hersteller für ihre Fahrzeuge, die sie in der Liste sehen haben wollen (=Werbung), exakte und nachprüfbare Verbrauchs- und Emissionswerte nachweisen und zwar werden dabei nur noch Laborwerte gemäß WLTP-Zyklus und zusätzlich Straßenmessungen anerkannt. Diese Messwerte müssen herstellerunabhängig ermittelt werden. Nur Fahrzeuge, die die Grenzwerte in diesen (Real-)Messungen einhalten, werden der Liste hinzugefügt. Die Ermittlung solcher Werte sollte für PKW-Hersteller weder finanziell noch technisch ein Problem darstellen. Pauschale Unbekenntlichkeitsbescheinigungen (z.B. „Fahrzeug hält Euro-6-Norm gemäß NEFZ ein“) sind Schall und Rauch. Wer in die Liste will, muss liefern. Grundsätzlich darf ein Fahrzeug in keiner Fahrsituation die Grenzwerte im Realbetrieb überschreiten. Daher:
Forderung #3: In eine neue Liste werden nur noch Fahrzeuge aufgenommen, die nachgewiesener Maßen die geltenden Grenzwerte stets einhalten.
4. Emission
Eine der Gründe, warum der VCD für Elektrofahrzeuge eine eigene Liste führte bzw. führt, war, dass keine Methodik zur Verfügung stand/steht, wie man die Emissionen eines emissionslosen oder teilweise emissionsfreien Fahrzeuges berechnet bzw. ermittelt, um Vergleiche anzustellen. Dies erscheint verwunderlich, weil doch bereits Fahrzeuge in den normalen Listen auftauchen, die auch teilweise emissionsfrei fahren (Toyota Hybrid-Modelle Yaris, Auris und Prius).
Für eine neue Umweltliste schlage ich vor, das Verursacherprinzip anzuwenden, d.h. anzuerkennen, dass ein emissionsfreies Fahrzeug emissionsfrei ist. Ein reines Elektroauto erzeugt keine Emissionen, diese sind daher mit Null anzusetzen. Dies ist nur gerecht, da man bisher den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auch „nur“ die direkten Emissionen angerechnet hat und die Emissionen der Treibstoffvorkette (Förderung, Verarbeitung, Transport, Lagerung, Verteilung) diesen Fahrzeugen auch nicht angerechnet hat. Gleiches Recht für alle, daher:
Forderung #4: Reine Elektrofahrzeuge sind als emissionsfrei anzuerkennen.
Dies ist nur gerecht, da Elektrofahrzeuge zwar elektrischen Strom benötigen, jedoch fossile Energieträger und elektrischen Strom, der u.a. zur Verarbeitung in den Raffinerien benötigt wird, einspart.
Zudem: Elektrofahrzeuge benötigen elektrischen Strom, dessen Erzeugung natürlich mit Emissionen verbunden ist (derzeit ca. 580 Gramm pro kWh im Bundesdurchschnitt). Mit anderen Worten: Die Emissionen eines Elektrofahrzeuges verlagern sich in den Sektor Strom und gehen damit auch in die bundesdeutschen CO2-Emissionen ein. Kein Mensch käme auf die Idee, die CO2-Emissionen einer Kaffeemaschine oder eines Fernsehers anzugeben. Die Verlagerung in den Sektor Strom hat zudem Vorteile:
1. Die EU-weiten CO2-Emissionen aus dem Sektor Strom sind gedeckelt. Ein höherer Stromverbrauch bedeutet also nicht zwangsläufig höhere CO2-Emissionen (durch die Deckelung und die CO2-Einsparungen an anderen Stellen).
2. Bereits mehr als 30% unserer Stroms stammen aus erneuerbaren Erzeugungsanlagen. Es ist gesetzlich festgeschrieben, dass dieser Anteil stetig wächst, z.B. auch 40 bis 45% im Jahr 2025; damit sinken die km-spezifischen CO2-Emissionen eines Elektroautos Jahr für Jahr. Durch den Abschluss eines zertifizierten Stromliefervertrages kann jeder Haushalt, der ein Elektroauto nutzt, dazu beitragen, dass erneuerbare Erzeugungskapazitäten geschaffen werden. Jedes neu installierte Solarmodul kann Strom für rund 800-1000 km mit einem Elektroauto erzeugen!
3. Auch internationale Vereinbarungen sorgen dafür, dass die CO2-Emissionen aus dem Sektor Strom in den kommenden Jahren stetig sinken werden. Vergleichbares gibt es für den Verbrauch von fossilen Treibstoffen nicht. Hier beobachten wir eher das Gegenteil, u.a. durch die vermehrte Nutzung unkonventioneller Quellen bei Öl und Gas, d.h. die Förderung wird immer aufwändiger, teurer und birgt Gefahren für Natur und Umwelt. Das gegenwärtige Überangebot von fossilen Energieträgern auf dem Weltmarkt ist stark politisch geprägt und weniger durch „unendliche“ Quellen.
4. Die verursachenden Sektoren müssen zu ihren Emissionen stehen und diese reduzieren. Es hilft nichts, die CO2-Emissionen der Stromerzeugung einem Fahrzeug zuzuschreiben und gleichzeitig dem Verursacher abzuziehen; dieser könnte sich damit teilweise „grünwaschen“. Sämtliche Vorkettenemissionen bei fossilen, nukleare und elektrischen Energiequellen und -arten müssen stets den Verursachern zugeordnet werden, damit keine Doppelzählungen entstehen und diese (die Verursacher) ihrerseits die geeigneten Maßnahmen zur Reduzierung einleiten und ihre Verpflichtungen einhalten. Mit anderen Worten: Es macht überhaupt keinen Sinn, einem bestimmten Verbraucher (z.B. einem Elektroauto) Emissionen zwanghaft zurechnen zu wollen. Sinn macht nur die gesamtheitliche Betrachtung der Emissionen und die Einhaltung der Reduktionsvereinbarungen und -verpflichtungen.
Für Fahrzeuge mit Mischantrieb (parallele oder serielle (PlugIn)-Hybride bzw. alle anderen Mischformen) sind zukünftig die Emissionen auf Grundlage dieser Methodik anzugeben, d.h. die Emissionen schwanken zwischen Null (reiner Elektroantrieb) und xx (rein verbrennungsmotorischer Antrieb). Die Angabe von festen Werten ist also nicht möglich und stellt auch kein Problem dar. Zudem schlage ich vor, den %-Anteil an emissionsfreier Fahrt in beispielhaften Szenarien anzugeben, z.B. Stadtfahrt bis 20 km, Überlandfahrt bis 100 km und Autobahnfahrt bis 300 km. Der Verbraucher erhält so Näherungswerte und kann das Emissionsverhalten der Fahrzeuge abschätzen und vergleichen.
Dies meine Gedanken und die müssen natürlich nicht allen gefallen und diese muss auch niemand gut finden.

50000 km – voll elektrisch und voll in Ordnung

Gestern schon erreichte unser 2012er Peugeot iON die 50000km-Marke, lang erwartet und dann doch still und leise nebenbei, irgendwo zwischen Stahnsdorf und Großbeeren. 50000 km voll elektrisch und dabei ohne irgendwelche Probleme. Nie gab es Ladehemmungen und es mussten keine Teile ersetzt oder repariert werden. Und das Beste: Nach wie vor fährt der iON problemlos durch die Gegend und erreichte erst kürzlich auf einer Fahrt von Leipzig nach Kleinmachnow eine Reichweite von mehr als 150 km.

War da nicht was? Die VCD-Umweltliste nach dem Diesel-Gate…

Ich erinnere mich noch gut an unseren langanhaltenden Disput mit dem VCD um die Aufnahme von Elektrofahrzeugen in die normalen Listen der VCD-Umweltliste. Gebracht haben all die Gespräche und Mails nichts, der VCD blieb hart: Elektroautos könne man aufgrund der nicht eindeutigen Datenbasis nicht in die einzelnen Listen aufnehmen. Was wurden da für Argumente hervorgeholt:

  • Elektroautos seien nicht oder kaum alltagstauglich
  • Elektroautos müssten eine Mindestreichweite erzielen (was auch immer das sein soll; gleichzeitig wird ein maximaler Verbrauch von den Verbrennern aber nicht eingefordert)
  • Daten zum Verbrauch und zur Reichweite seien nur Anhaltspunkte (welche ein Unsinn, werden Elektroautos nach dem gleichen Verfahren wie Verbrenner getestet)
  • Der Energieverbrauch zur Herstellung der Akkus beeinflusse die Ökobilanz stark negativ (als ob Hybridautos, seit Jahren Spitzenreiter der Listen, über keine Akkus verfügen und die Herstellung der verbauten Verbrennungsmotoren keine negativen Umweltauswirkungen haben)

Zitat aus der VCD-Webseite (Quelle: https://www.vcd.org/themen/auto-umwelt/vcd-auto-umweltliste/top-ten-20152016/): „Aus methodischen Gründen, wegen der noch unsicheren Datenlage, den im Vergleich zu Verbrennern noch unzuverlässigeren Emissionsdaten wird darauf verzichtet, E-Autos und Verbrenner in einer Liste nach dem gleichen Verfahren zu bewerten. In einem ersten Schritt werden E-Autos nach dem Stromverbrauch gerankt.“

Tja, wir haben nun Juni 2016 und blicken heute zurück auf den wohl schlimmsten,  umfassendsten und weitreichendsten Abgas-Skandal in der Geschichte der Automobilindustrie. Heute wissen wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass zumindest ein weltweit agierender, deutscher Hersteller massiv bei der Abgasreinigung seiner Diesel-PKW betrogen hat, dass dessen Dieselfahrzeuge in Größenordnungen mehr Abgase emittieren, als angegeben. Wir lesen von 5 oder gar 10fachen Überschreitungen der Grenzwerte. Wir lesen von Abschaltvorrichtungen und Temperaturfenstern, außerhalb derer die Abgasreinigung z.T. völlig wirkungslos ist. Wir lesen von Abweichungen bei den CO2-Emissionen. Wir lesen von betrogenen und belogenen Käufern, die im guten Glauben, ein „sauberes“ Auto zu kaufen, nun auf echten Dreckschleudern sitzen und die sie wahrscheinlich nur noch zum Schrottwert verkaufen können. Wer will schon so ein Auto kaufen, bei dem man nicht weiß, ob es morgen noch fahren darf?

Und nicht nur dieser eine Hersteller steht am Pranger, auch andere und es werden monatlich mehr. Kaum zu fassen, dass ein smart cdi mehr Stickoxide emittiert, als ein 28 Tonnen LKW, und als umweltfreundlicher Cityflitzer verkauft wird. Unfassbar, was uns Menschen hier zugemutet wird. Unfassbar welche Lügen den Käufern präsentiert wurden und z.T. noch werden. Mir ist es schleierhaft, wie man als  Vorstand eines solchen Unternehmens mit ruhigen Gewissen abends in Bett gehen kann.

Zurück zur VCD-Umweltliste. Schauen wir zurück, finden wir auf den vorderen Listenplätzen auch immer wieder genau die Fahrzeuge und Hersteller, die heute am Pranger stehen. In der 2014/2015er-Liste schaffte es z.B. der Opel Zafira Tourer 1.6 CDTI ecoflex auf Platz 4 der 7-Sitzer. Ein Auto, von dem wir heute ebenfalls sehr stark annehmen müssen, dass es die Grenzwerte um das Vielfache überschreitet und dessen Abgasreinigung nur in einem engen Temperaturfenster überhaupt aktiv ist. Mit anderen Worten: Ein Auto, das zu über 80% der Jahresstunden OHNE aktive Abgasreinigung unterwegs ist. Unfassbar. Und legal soll das nun auch noch sein. „Schutz des Motors“ ist das Zauberwort. Doch wer muss mehr geschützt werden? Der Menschen oder der Motor? Auch andere Hersteller, die heute in der Kritik stehen, sind in den Listen mit ihren super sauberen EURO-5/6-Dieseln reihenweise vertreten: VW, Opel, FIAT, BMW usw.

Ausschnitt VCD-Umweltliste 2014/2015

Doch wie kommen all diese doch so sauberen Diesel-Euro6-PKW in die Umweltlisten? Hat der VCD blind den Werbeaussagen und technischen Beschreibungen der Hersteller Glauben geschenkt? Diese Vermutung drängt sich auf. Ich habe zumindest nie davon gelesen, dass der VCD eigene Abgasmessungen vorgenommen hätte.

Und somit fällt das methodische Kartenhaus des VCD in sich zusammen. Denn wie hieß es doch gleich: „Aus methodischen Gründen, wegen der noch unsicheren Datenlage, den im Vergleich zu Verbrennern noch unzuverlässigeren Emissionsdaten wird darauf verzichtet, E-Autos und Verbrenner in einer Liste nach dem gleichen Verfahren zu bewerten“. Unzuverlässige Emissionsdaten bei Verbrennern? Wenn der VCD schon von unzuverlässigen Emissionsdaten bei Verbrennern ausgeht, wie kann man sich dann auf die Herstellerangaben verlassen und ein Ranking damit erstellen? Der VCD hat sich bei den Verbrennern blind darauf verlassen, doch bei den Elektroautos – warum auch immer – mit einem anderen Maß gemessen.

Wir haben den VCD schon vor Monaten darum gebeten, alle alten Umweltlisten für teilweise oder vollständig unzuverlässig und/oder teilweise als ungültig zu erklären. Wir wissen heute, dass dort Autos als Saubermänner aufgeführt sind, die das definitiv nicht sind. Die sogar zu den schlimmsten Dreckschleudern zählen. Letztlich können wir keiner einzigen Aussage trauen.  Besonders schlimm stelle ich mir es vor, wenn jemand aufgrund der Empfehlungen des VCD ein Auto gekauft hat und heute erfahren muss, was wirklich aus dem Auspuff kommt.

Und jetzt? Nein, es geht mir nicht um den Triumph der Elektromobilität, ganz und gar nicht. Davon will ich nicht sprechen! Mir geht es darum, dass der VCD anerkennen sollte, dass sein methodisches Vorgehen bei den Verbrennern zumindest teilweise falsch war und dass nur Fahrzeuge in eine solche neue Liste gehören, zu denen aktuelle und realistische Abgasmessungen durchgeführt wurden und die die Grenzwerte in jeder Fahrsituation einhalten. Hierzu gehören alle Fahrzeuge, die mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sind, seien es Diesel, Benziner, Autogas, Erdgas, Hybride usw. Deren Emissionsverhalten müssen auf der Straße getestet werden, sonst haben sie in einer neuen Umweltliste, die ihren Namen verdient, nichts zu suchen.

Und das Elektroauto und die PlugIn-Hybriden? Auch diese müssen sich natürlich den neuen Testverfahren stellen, keine Frage. Wie groß ist deren Strom- und Kraftstoffverbrauch auf der Straße? Welcher Zusatzverbrauch und welche zusätzlichen Emissionen entsteht im Winter, wenn geheizt werden muss? Vertrauen in eine neue Technik schaffen keine Prospektwerte, sondern zuverlässige Tests, an denen sich die Käufer orientieren können. Eins können wir heute schon sagen: Elektrofahrzeuge werden mit immer weniger Emissionen unterwegs sein, schon heute stammen mehr als 30% unseres Stroms aus sauberen Quellen und dieser Wert wird weiter steigen. Dabei nimmt das E-Auto anderen Verbrauchern keinen Ökostrom weg, denn es ersetzt fossile Energieträger. Auch das ist eine Mär, von der sich der VCD distanzieren sollte. Mehr Ökostrom lässt sich fördern, sauberes Öl nicht.

Ein neuer methodischer Ansatz wäre eine Vereinheitlichung auf Angabe des Energieverbrauches pro Kilometer, denn mit diesem Ansatz kann man die Emissionen und die Effizienz von Antrieben, Kraftstoffen und anderen Energiequelle recht gut vergleichen. Die Emissionswerte pro verbrauchter Kilowattstunde je nach Energiequelle (Benzin, Strom, Gas …) sind sehr gut erforscht und bekannt (u.a. GEMNIS-Datenbank). Direkte und indirekte Emissionsfaktoren lassen sich damit bestimmen und führen zu vergleichbaren Werten.

Fazit: Hätte der VCD den Werbeaussagen der Diesel-PKW-Hersteller soviel Misstrauen entgegen gebracht, wie er es dem Elektroauto gegenüber getan hat (und vlt. immer noch tut), wäre der Skandal vielleicht früher aufgeflogen und vielleicht wären tausende an Diesel-Dreckschleudern nicht auf die Straße gekommen. Mal abgesehen davon, dass die Deutsche Umwelthilfe schon seit 2007 auf die Thematik aufmerksam gemacht hat.

Hat der VCD also indirekt der Umwelt geschadet? Soweit will ich auf keinen Fall gehen, da in den Listen auch andere als die benannten Diesel-Dreckschleudern vorkommen. Schuld tragen vor allem die Hersteller, das steht außer Zweifel. Geholfen hat das blinde Vertrauen des VCD in die Werbeaussagen der Hersteller jedoch eher nicht. Und das Misstrauen gegenüber der Elektromobilität ist ebenso unangebracht, sonst hätte ein Toyota Prius wohl kaum jahrelang und immer wieder die Listen angeführt.

Nun, auf die nächste VCD-Umweltliste bin ich zumindest sehr gespannt. Ich gehe jetzt erstmal tanken und zwar an meiner Steckdose.

Autor: J. Affeldt (Kleinmachnow), im Juni 2016

(Dieser Beitrag spiegelt ausschließlich die private Meinung des Autors wieder.)

 

(Elektrisches) Fest der Generationen 31.05.2016 in Trebbin

Super Wetter, gute Laune, Unterstützung von den Freunden der Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg mit insgesamt acht Elektrofahrzeugen machten es: Es wurde eine gelungene Veranstaltung mit toller Werbung für die Elektromobilität. Daher mein Dank an die „Helfer“ mit ihren Kfz und der Geduld, mit der die Fragen der Trebbiner Festbesucher beantwortet wurden.

Wir hatten uns mitten im Festgeschehen am Marktplatz rund um die Ladesäule fünf Parkplätze und einen Marktstand von der Stadt Trebbin reservieren lassen. Dort wurden die Kinder mit einer elektrischen (was sonst?) Eisenbahn bespaßt. Währenddessen die Eltern an einer Tombola teilnehmen konnten.

Wir freuen uns auf die nächsten Feste in Trebbin!
Hans

Gewobag eröffnet Schnell-Ladestationen für Elektroautos | Immobilien | Haufe

Geht doch.

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Gewobag eröffnet Schnell-Ladestationen für Elektroautos

Die Gewobag hat im Rahmen einer Kooperation zwei Schnell-Ladestationen in Kreuzberg eröffnet. Das Unternehmen beteiligt sich damit am "Berliner Modell".

https://www.haufe.de/immobilien/wohnungswirtschaft/gewobag-eroeffnet-schnell-ladestationen-fuer-elektroautos_260_359256.html

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