Nur Tesla macht es richtig!

Auf unserem Heimweg gingen mir so manche Gedanken rund um die Elektromobilität durch den Kopf. Die Strecke führte mich u.a. über München entlang der A9 zurück nach Kleinmachnow.

Auf dieser Strecke soll es ja Schnellladestationen geben, bezahlt mit Steuergeldern. Einen Hinweis entlang der Strecke habe ich nicht gefunden, nichts. Auch nicht in Linthe (Brandenburg), wo ja ein DC-Schnelllader bei McDonalds versteckt wurde. Nichts, gar nichts weißt auf der Strecke darauf hin…für wen auch, mag man sich fragen, wurde doch auf das weit verbreitete CHAdeMO-System entlang der A9 „verzichtet“…

Und doch: Was nützt EIN Ladeanschluss? Ich rechne mir ca. 45 Fahrzeuge aus, die dort pro Tag laden könnten, wenn denn nur bloß keine zwei Fahrzeugs gleich zeitig ankommen…sonst muss einer erstmal warten. Nicht mal eine erste Ladung an AC ist dort möglich, weil schlicht kein AC-Port vorhanden ist (zumindest soweit mir bekannt, sonst nehme ich das gerne zurück). Wer denkt sich also sowas aus?

Und Tesla? Hm…mehrere Ladeports, Highspeed-Ladung…perfekt! Nur so geht das.

Warum also machen es andere nicht genauso? 1000-2000 Euro Aufpreis, dafür Finanzierung von Ladeports und kostenloses Laden…und schon verkauft man Elektromobilität.

Hoffentlich kommen Nissan, Renault, BMW, Merzedes und Co. auch auf diese Idee…oder wollen die es immer noch nicht…das Elektroauto? Ich schon.

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5 Kommentare

  1. Ich wüsste keinen Grund, weshalb das gleichzeitige Laden nicht möglich sein sollte. AC und DC haben separate Freischaltcodes. Die Säule kann grundsätzlich beide Anschlüsse gleichzeitig laden lassen, wenn ein genügend stark dimensionierter Anschluss vorhanden ist.

    Was bislang nicht geht, ist das Laden an Chademo und CCS gleichzeitig.

    Eine gemeinsame Fahrt geht auch nur mit einem AC- und einem CCS-Auto. Wenn zwei i3 fahren wollen, dann dauert jede Ladepause eine Stunde. Das ganze Projekt demonstriert nur die Mut- und Willenlosigkeit der deutschen Politik, Verwaltung und Wirtschaft in Sachen Elektromobilität. An Teslas Stelle hätte ich mir jeden Autohof an der A9 vorgenommen und direkt neben die CCS-Säule 8 Supercharger gebaut. Nicht, weil es nötig ist, sondern um die deutsche Elektromobilitäts-Politik offensichtlichst möglich zu deklassieren. Am offiziellen Einweihungstag des CCS-Chargers wären sie dann mit 8 Model S vorgefahren und hätten gleichzeitig geladen. Ich bin mir sicher, die Presse hätte auch darüber berichtet.

  2. Sofern Eon am Netzanschluss nicht auch noch gespart hat, spricht nichts gegen das gleichzeitige Laden von AC und DC. Die Efacec-Lader können das, sie können sogar in der Leistung reduziert werden, wenn der Netzzugang nicht mehr hergibt. AC und DC haben auch unterschiedliche SMS-Codes zur Freischaltung.

    Aber selbst wenn das gleichzeitig mit maximaler Leistung geht, ist die A9-Schaufensterregion lächerlich angesichts eines Fördervolumens von mehr als 3 und einem angeblichen Projektvolumen von mehr als 7 Mio Euro. Für das Geld hätten sie alle 10km einen Lader aufstellen können.

    In Dänemark rüstet Clever übrigens inzwischen die Schnelllader auch mit 43kW Typ2 aus. Dänemark wird bald bestens, flächendeckend und überlappend mit 50kW Chademo, CCS und Typ2 versorgt sein. Fällt ein Lader aus, was fast nie vorkommt, kann man 50km weiter zum nächsten fahren.

    In Estland werden die 163 Chademos/Typ2 (163 auf einer Fläche kleiner als Bayern, fast alle direkt an wichtigen Fernstraßen) auf Kombilader mit Chademo/CCS/Typ2 umgerüstet. Auch dieses Land wird bestens versorgt.

  3. Es gibt an 8 von 9 Ladern einen 22kW AC-Port. Auf 43kW hat man verzichtet. In Linthe, dem 9. Lader, gibt es zwar Chademo, dafür keinerlei Typ2. Der Lader in Linthe wurde vom CCS-Projekt Berlin bezahlt, die 8 anderen von einem anderen Schaufensterprojekt. So kommen Chademo-Fahrzeuge also nur 100km aus Berlin raus, dafür scheitern Zoe aus Süden kommend an der Berliner Stadtgrenze, wenn sie nicht im Eco-Modus fahren.

    Viel schlimmer ist aber, dass 4 von 9 Ladern bereits wenige Wochen nach Eröffnung Teildefekte aufweisen, die nicht repariert werden. Die Hotline von E.On hat keinerlei moderne Kommunikationsverbindung zu den Wartungstechnikern. Wenn ein akuter Notfall eintritt wie „Säule gibt Ladekabel nicht frei“, dann nimmt die Hotline den Fall auf und leitet ihn per Post (in Buchstaben P O S T) an die Servicetechniker weiter. Nicht akute Notfälle werden auf die lange Bank geschoben, so dass die mit 3 Mio Euro geförderte Route de facto nicht gefahrlos (und für CCS-Autos gar nicht) befahren werden kann.

    • Hallo Thomas, ok, AC teilweise vorhanden. Wäre denn theroretisch AC und DC an den Stationen gleichzeitig verwendbar ?… Ich gehe mal davon aus, dass das nicht der Fall ist. Somit können de facto keine zwei Fahrzeuge gleichzeitig dort laden, was zu Wartezeiten führt und keine gemeinsame Fahrt entlang der A9 ermöglicht. Zudem sind die unterschiedlichen Ausstattungen (mal AC & CCS, mal CCS & CHAdeMO) entlang der A9 als stark frequentierter Autobahn in D natürlich geradezu lächerlich peinlich…

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